das letzte aus Deutschland…………….

Nach München waren die Enkel an der Reihe, sie wollten zu Pfingsten mal eine andere Nase sehen.

Und danach habe ich noch einen Schlenker nach Stuttgart gemacht. Dort wohnen Ingrid und Bernd, die beiden Tramps, die ich in Mexiko kennen gelernt hatte. Sie warten händeringend darauf, dass sie losfahren können, aber auch mit Italien ist es nicht so einfach. Bevor ich die Beiden traf und ausgiebig mit ihnen geschwatzt habe, war ich noch in Bad Urach, ein Ort südlich von Stuttgart. Dort errichtete die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime (was es alles gab!) 1929/1930 das „Haus auf der Alb“. Später war es dann DAF Heim, nach dem Krieg Lazarett, dann wieder Erholungsheim. Heute beherbergt es die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württembergs. Leider wurde grad die Vorderfront renoviert, sodass ein Foto der Rückfront reichen muss.

Von Stuttgart selbst bin ich zwiespältig weitergefahren. Die dortige Liederhalle, 1956 errichtet, geht ja vielleicht mal noch, aber den Anbau der Staatsgalerie von James Stirling aus den 80iger Jahren, so avantgardistisch wie er ist, würde ich nicht der Neuen Moderne im engeren Sinne zuordnen.

Der Tagblattturm, von Ernst Otto Oßwald 1924 bis 1928 errichtet, passt da schon besser. Es ist weltweit das erste Hochhaus, welches in Sichtbeton errichtet wurde. Noch dazu zeigt jede Seite eine eigene, unverwechselbare Gestaltung.

Auch der 2. Bauabschnitt  der sog. Wallmer Siedlung in Untertürkheim ist ein seltenes Beispiel konsequenter Umsetzung der Neuen Moderne in Stuttgart. Richard Döcker konnte hier die Vorgaben des Bauherren, die Stadtverwaltung, mit entsprechenden Vorschlägen korrigieren. Noch heute ist das Quartier durch die damals schon mitgeplanten Versorgungseinrichtungen eine beliebte Wohnadresse.

Anzumerken bleibt vielleicht noch, dass man in Stuttgart ziemlich weit Richtung Innenstadt noch Übernachtungsplätze mitten im Grünen oder gar im Wald auf einem Wanderparkplatz findet. Das ist nicht bei vielen Großstädten Deutschlands so.

Letzte Station war Karlsruhe, die Stadt des Bundesverfassungsgerichtes. 1715 als letzte Planstadt in Europa gegründet, gehen 32 Straßen oder Alleen sternförmig vom Schloss aus und lassen den Grundriss wie einen Fächer erscheinen. Die Bebauung erfolgte fast ausschließlich in barocker Architektur.

Die Dammerstocksiedlung und die Schwarzwaldhalle sind hier Beispiele der Neuen Moderne.

1928 schreibt der Stadtrat einen Architektenwettbewerb zur Errichtung bezahlbarer Wohnungen im sog. Dammerstock aus. Walter Gropius, Otto Haesler gewinnen ihn und errichten in der Folge die ersten 228 Wohnungen. Die Gaststätte als Gemeinschaftseinrichtung baut Otto Haesler. Nach 1933 wird die Bebauung in traditioneller Weise fortgesetzt. 1949 wird wieder nach den Prinzipien des Neuen Bauens gebaut.

Die Schwarzwaldhalle entsteht 1953 in nur 6 Monaten und wird von Erich Schelling und Ulrich Finsterwalder errichtet. Das freitragende Hallendach aus Beton überspannt ca. 2600 qm Grundfläche. Eine zur Bauzeit einmalige Größe, die Aufmerksamkeit in weltweiten Fachkreisen erregte. Heute steht die Halle unter Denkmalschutz und wird aber rege genutzt.

Richtung Süden……..

Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause, bin ich seit Mittwoch wieder auf Tour. Immer noch der Osten, aber diesmal der Südosten sollte es sein.

Begonnen habe ich aber erstmal in Dresden, der Landeshauptstadt. Hier gibt es in Bezug auf Neue Moderne durchaus einiges zu sehen. Wenn man aber alles anschauen will, dann ist es schnell zu viel.

So standen das Hygienemuseum, die Gartenstadt und das Festspielhaus Hellerau und die Siedlung Trachau auf dem Programm.  Hellerau hat den Verdienst, die erste Gartenstadt Deutschlands und damit Vorbild für alle nachfolgenden Projekte zu sein. Bereits 1898 gründete der Tischler und Unternehmer Karl Schmidt die Dresdner-, später Deutsche Werkstätten. Den Fabrikneubau wollte er mit der Errichtung einer Gartenstadt ganz in der Tradition der englischen Philanthropen des 19. Jahrhunderts vervollständigen. Einen Gesamtbebauungsplan entwarf 1906 Richard Riemerschmid  und ab 1909 begannen er, Hermann Muthesius, Kurt Frick, Heinrich Tessenow und andere mit dem Bau. 1912 errichtete Heinrich Tessenow als Bestandteil der Anlage das Festspielhaus und vollendete damit die Einheit von Wohnen, Arbeiten und Kultur an diesem Ort.

Ganz im Sinne der Gartenstadt Hellerau entstand 1926 bis 1928 die Siedlung Trachau durch Hans Richter. Ein bedeutendes Beispiel des neuen Bauens in Dresden. Manche der Häuserzeilen haben eine eigene Fernwärmeversorgung. Ein Novum zu dieser Zeit.

Auch der Neubau des Deutschen Hygienemuseums 1927 bis 1930 durch Wilhelm Kreis gehört zu den herausragenden architektonischen Leistungen des neuen Bauens und gab dem bereits bestehenden Museum einen würdigen Platz.

Weiter Richtung Süden begegnet man zwei Spätwerken von Walter Gropius:

In Selb der Bau der Porzellanfabrik von Rosenthal am Rothbühl, 1965 bis 1967 errichtet und in Amberg das Glaswerk, der letzte von Walter Gropius ausgeführte Auftrag, 1970, bereits nach seinem Tod, vollendet.

Letzte Station war dann München, erstmal mit dem Olympiastadion, dessen atemberaubende Dachkonstruktion eine völlig neue Art des Bauens zeigte. Von Behnisch & Partner entworfen, wurden die Anlagen zu den Olympischen Spielen 1972 fertiggestellt und stand lange Zeit singulär in der Architekturwelt.

1928 bis 1929 errichtete die Baugenossenschaft des Post- und Telegrafenpersonals München dort eine Versuchssiedlung um unterschiedliche Wohnungstypen auf Akzeptanz und ihre wirtschaftliche Bedeutung zu untersuchen. Gleichzeitig wurde die sog. Münchner Küche, eine Weiterentwicklung der Frankfurter Küche in die Wohnungsgestaltung einbezogen. Hierbei war der Arbeitsbereich der Küche vom Essbereich durch eine Holz- und Glaswand getrennt. Architekten waren hier Robert Vorhoelzer und Walther Schmidt.

Robert Vorhoelzer war es auch, der 1932 der 1932 das Postamt am Harras errichtete. Die markante vorstehende Glaskanzel beherbergt heute ein Cafe……………

die nordischen Metropolen…………

Ehe es von Süssau direkt nach Lübeck ging, habe ich in Scharbeutz am Groß Pönitzer See das Gut Garkau besucht. Es ist der einzige landwirtschaftliche Bau den die neue Moderne hervorgebracht hat. Hugo Häring hat das Gut entworfen. Es ist jedoch nur der Rinderstall und die Scheune zwischen 1924 und 1926 gebaut worden. Der oval gebaute Rinderstall mit einer Bullenbox an der schmalen Seite und darum herum angeordnete Boxen für 40 Kühe genügte schon wenige Jahre später nicht mehr ökonomischen Anforderungen, da half auch das angebaute Futtersilo mit schräger Futterzuführung nicht. Besonderheit der Scheune ist die Verspannung der Dachhaut mit kreuzförmigen Balken, sodass der Innenraum komplett frei von Stützen ist. Leider sind die Gebäude durch privaten Besitz nicht frei zugänglich und auch renovierungsbedürftig, soweit man das von weitem sehen kann.

Die letzten Tage dann standen nun noch Lübeck und Hamburg auf dem Programm.

Lübeck, die Altstadt mit dem Holstentor ist Weltkulturerbe, hat in ebendieser Altstadt 2 Gebäude, die im Stil der neuen Moderne errichtet wurden.

Zum einen der Ausstellungspavillon der Overbeckgesellschaft im Garten des Behnhauses. Er wurde von Wilhelm Bräck 1930 errichtet. Die Gesellschaft kümmert sich um die Sammlung zeitgenössischer Kunst in Lübeck. Zweites Objekt ist die Holstentorhalle. Sicher so genannt, weil sich das Holstentor in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. 1926 von Wilhelm Virck errichtet, dient sie heute der Musikhochschule als Domizil.

Die letzte Station, Hamburg, hat einige Bauten der neuen Moderne aufzuweisen. Flaggschiff ist hier natürlich das Chilehaus, 1922 bis 1924 von Fritz Höger errichtet, ist es Teil der Hamburger Welterbestätte Speicherstadt.

Die Jarrestadt, von Karl Schneider und Kollegen errichtet, ist ein Beispiel einer geschlossenen Siedlung des neuen Bauens. 4 bis 5 geschossige vielgestaltige Bauten finden sich in einem geschlossenen Quartier.

Mit Ohlsdorf besitzt Hamburg den größten Friedhofspark Europas. Er umfasst ca. 400 Hektar und Fritz Schumacher, der Baudirektor in der Hansestadt errichtete hier das neue Krematorium 1930 bis 1932.

Das berühmteste Gebäude von Karl Schneider, dem Jarrestadt Architekten,  ist das Landhaus Michaelsen in Blankenese, ein ungewöhnlicher Bau aus würfel-  und zylinderförmigen Bauteilen von 1923, der heute Heimat für ein Puppenmuseum ist.

In Hamburg habe ich dann meine „ „Kanadier“ wiedergetroffen. Gabi und Manfred haben mich sehr freundlich aufgenommen und wir haben stundenlang gequatscht. Sie wollen die Impfung noch abschließen und schauen dann, was geht. Mit Italien und Norwegen haben sie aber ähnliche Ziele wie ich. Das hat Potential für ein Wiedersehen…………………..

endlich mal wieder: die Ostsee…….

Heute ist frei! Das Wetter ist entsprechend, 20 Grad, leichter Wind und Sonnenschein pur. Ich bin in Süssau, Schleswig Holstein, am Ostseestrand. Es riecht nach Tang, die Brandung raucht leise und der Blick findet am Horizont keinen Halt. Wie ich das vermisst habe und heute gleich einen ganzen Tag davon!!! Herrlich…………

In Magdeburg gibt es in der Elbe eine Insel, bedeckt mit dem Rotehornpark, allerlei Sporteinrichtungen und auch einigen Parkplätzen. Gelegenheit für mich mitten in der Stadt im Grünen zu übernachten. Und die Altstadt ist gleich über die Elbe. Es war also ganz praktisch. Leider war auch in Magdeburg alles noch zu, aber den Dom, den Magdeburger Reiter oder die grüne Zitadelle, das letzte Werk Friedensreich Hundertwassers, kann man auch von außen gut besichtigen. Gleich im Rotehornpark befindet auch sich die Stadthalle mit dem Albinmüllerturm und dem Pferdetor. Reste einer großen Deutschen Theaterausstellung von 1927 die ab 1922 entstand. Ausstellungshallen und Schaubühne waren aus Holz und haben die Zeit nicht überdauert. Architekten waren Johannes Göderitz und Wilhelm Deffke. Den Ausstellungsturm schuf Albin Müller und ist heute nach ihm benannt.

Vor dieser Zeit, ab 1913 schon, entstand die Gartenstadt Kolonie Reform als Beispiel der Gartenstadtbewegung. Bruno Taut lieferte die Vorlagen der von Carl Kraly und Franz Hoffmann bis 1938 geschaffenen Anlage. Kleine, aber im Grünen liegende Häuser sollten zum Wohlbefinden auch von Arbeitern beitragen. Heutigen Ansprüchen bspw. mit Autostellplätzen oder Platz für Mülltonnen wird die Anlage nur mühsam gerecht. Die schon renovierten Häuser zeigen aber ein ansprechendes Gestaltungsbild.

Mit einer Zwischenübernachtung in Celle habe ich gestern nun die Kieler Förde erreicht. Hier gibt es in Heikendorf, kurz vor Laboe, das Strandhaus Schroeder, vom Architekten Rudolf Schroeder 1931 erbaut. Vielleicht 20 m von der Ostsee entfernt, trotzte die Holzständerkonstruktion bis 2005 der See, wurde wohl 8 Mal kniehoch überschwemmt. Zur Rekonstruktion wurden mit einer Flutmauer Vorkehrungen getroffen, um solches zukünftig zu verhindern. Ganz klein, aber auch ganz fein

Und von da war es dann nicht weit bis Süssau an den Ostseestrand………………

 

rund um Berlin……..

Nach der Enttäuschung in Frankfurt über den schlechten Zustand des Musikheimes war die Schule in Bernau ein herausragender Lichtblick. Die Schule des Allgemeinen Deutsche Gewerkschaftsbundes, bis 1930 errichtet, war damals eine Bundesschule. Sie wurde von Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfen. Sie ist in allen Teilen fast ursprünglich erhalten und die Handwerkskammer Berlin betreibt heute in der Anlage das Bildungs- und Innovationszentrum Waldfrieden. Lehrlingsausbildung und berufliche Weiterbildung werden angeboten. Damit werden Internat, Seminar-und Sporträume, Bibliothek, Speisesaal und andere Räume wieder, wie ursprünglich genutzt.

Nebenbei:  Diese Schule liegt nicht weit von Wandlitz entfernt, dem ehemaligen Wohnsitz der DDR Größen.

Einer der witzigsten Bauten, die ich bis jetzt gesehen habe, habe ich dann in Luckenwalde gefunden:
Die Hutfabrik Friedrich Steinberg, Herrmann & Co, 1921 bis 1923 von Erich Mendelsohn errichtet.
Das Färbereigebäude erhielt ein Dach, das an die Form eines Hutes erinnert. Durch diese extreme Dachform erreichte Mendelsohn eine effektive Abführung der überaus giftigen Färbereidämpfe und nebenbei geriet dieses Gebäude für viele Jahre zum Wahrzeichen der Stadt Luckenwalde. Leider steht der als Mendelsohnhalle bezeichnete Komplex leer, wenn auch keine Verfallserscheinungen sichtbar sind. Die imposante Erscheinung hätte Besseres verdient.

Der Zwischenstopp nach Magdeburg geriet dann wieder zu einem AHA Effekt:

Cammer, eine 400 Seelengemeinde mitten im Hohen Fläming, hat eine immerhin imposante Geschichte vorzuweisen. Schon 1375 ist ein Rittergut nachweisbar das letztendlich an die Herren von Brösigke überging. Nach dem Krieg war das Gut Unterkunft für Flüchtlinge, kurz Altenheim und wurde bis 1950 abgetragen. Der Pferdestall ist erhalten und Dorfgemeinschaftshaus, einen 12 ha großen ehemaligen Barockgarten, sehr verwildert allerdings und offensichtlich einen Dorfchronisten der sich u.a. mit Hinweisschildern um die Geschichte des Ortes bemüht. Der Rest wurde auf Verschleiß gefahren und bei Verfall abgerissen. Ein typisches Beispiel, finde ich, wie mit sog. Großgrundbesitz nach dem Krieg umgegangen wurde.

Und dann meldeten sich Ingrid und Bernd, die beiden Camperfreunde, die ich in Mexiko kennengelernt hatte. Sie waren in Mc Pomm unterwegs und wir haben uns in Potsdam zu einem umfangreichen Plausch getroffen.

Nun bin ich also zum 2. Mal nach Magdeburg unterwegs…………

immer an der Ostgrenze Deutschlands entlang………..

Von Cottbus Richtung Eisenhüttenstadt fahrend, bin ich erstmal über Peitz gestolpert. Ein Örtchen mit ca. 4300 Einwohnern, 1301 erstmals erwähnt. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde eine Festung erbaut und zu derem Schutz ca. 5000 Morgen, wohl um die 12000 qm Teichfläche um den Ort angelegt. Die Festung wurde 1758/59 von den Preußen weitestgehend abgerissen, die Teiche blieben. So findet sich hier eine der größten geschlossenen Teichlandschaften Deutschlands und intensive Fischzucht, die selbst die warmen Abwässer des Kraftwerkes Jänschwalde zur Aufzucht verwendet.

Skurril:

In den 60iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat Prof. Dr. Schäperclaus, Fischzuchtexperte,  hier zur Bekämpfung der infektiösen Bauchhöhlenwassersucht bei Karpfen den ganzen hiesigen Bestand derselben mit Erfolg impfen lassen!!

Und dann: Eisenhüttenstadt, ab 1950 als Stalinstadt auf der grünen Wiese neu gebaut. Die ersten 3 Wohnkomplexe wurden vom Architekten Kurt W. Leucht für 30.000 Menschen geplant. Es sollte die ideale und harmonische Verbindung von Arbeit und Leben sein. Dabei wurden Einrichtungen für alle Lebensbereiche geschaffen. Leider ist durch spätere Einbauten anderer Gebäude die räumliche Gestaltung teilweise abhandengekommen. Trotzdem, wenn man durch die Straßen der Wohnviertel läuft, bekommt man einen Eindruck von dem Geist, der allem zugrunde liegt. Beeindruckend………..

Nebenbei sind die Wohnkomplexe das größte Flächendenkmal Deutschlands.

Von Frankfurt/Oder schließlich gibt es nicht viel Gutes zu berichten, das dortige Musikheim von Otto Bartning, 1928/29 errichtet, befindet sich nicht in Nutzung und ist entsprechend heruntergekommen – schade!

Ja, das Fahren geht besser als gedacht. Jetzt ist nun Wochenende und da zieht wieder alles los, was etwas zum Schlafen auf 4 Rädern hat.

Dabei ist das Publikum wild gemischt, Ost und West, Jung und Alt. Vergangene Nacht ein junges Pärchen aus Erlangen im Hundefänger, schon komfortabler, ein Pärchen mit großem Transporter aus Wuppertal, ein älterer Herr im T4 hier aus der Gegend. Und hier in Rüdersdorf, lauter Camper. 2 aus der Gegend hier und einer aus Thüringen.

Jetzt geht es für mich nach Bernau, eine Schule der Gewerkschaft besuchen und so rückt halt der Norden immer näher …………….

und nun in den Norden…………..

Es waren noch einige schöne Bauten in der Lausitz zu sehen:

In Zittau das Gerhardt Hauptmann Theater und die Gewerbeschule, die Nicolaikirche in Görlitz als Gedenkort der im WW I gefallenen Görlitzer, das Kraftwerk Hirschfelde, einst das größte Braunkohlekraftwerk Deutschlands oder das Wachsmann Haus in Niesky, eines von 3 Werken Konrad Wachsmanns in Deutschland, der nach dem WW II seine Karriere als einer der bedeutendsten Architekten seiner Zeit in den USA fortsetzte lagen noch an meinem Weg. Allesamt Bauten der Moderne hier in der Lausitz.

Nach einem kurzen Stopp nochmals in Chemnitz bin ich nun wieder unterwegs und das letzte deutsche Gebäude aus dem TOPOMOMO Projekt der Stiftung Haus Schminke, das Haus Kindt in Weißwasser, entworfen von Ernst Neufert, stand gestern auf dem Programm. Anschließend fuhr ich nach Cottbus um das dortige Dieselkraftwerk, ein Bau von Werner Issel von 1927, zu besichtigen. Mitten in der Stadt gelegen, ist es nach Umbau heute Brandenburger Museum für zeitgenössische Kunst.

Und so, immer an der Ostgrenze Deutschlands entlang geht es nun eine Weile weiter in den Norden………………

Die Neue Moderne in der Lausitz……….

Seit vorgestern bin ich nun wieder unterwegs. Ich habe mir vorgenommen, Orte die Bauten im Stil der Moderne aufwiesen und die ein Projekt (www.topomomo.eu) der Stiftung Haus Schminke aus Löbau in Deutschland und Tschechien auflistete, zu besuchen.

Bautzen war das erste Ziel. Aber auf dem Weg lagen schon 2 Orte, die ich also davor noch besuchte. Das Kugelhaus in Cölln und die Pfarrkirche St. Simon und Juda in Crostwitz.

Letztere war dann schon eine Enttäuschung, da die Kirche im barocken Baustil errichtet wurde und vom Berliner Expressionisten Conrad Felixmüller in einigen seiner Arbeiten als Motiv verwendet wurde. Dieser war nach dem WW II viele Jahre hier ansässig. Und das war es schon mt der Neuen Moderne!

Auch das 2. Objekt, das Kugelhaus, ist nicht unbedingt der Neuen Moderne zuzurechnen. Vielmehr ist es einer der skurrilsten Bauten, die ich je gesehen habe. Der in Cölln ansässige Curt Domschke, ein Mitarbeiter Heinrich Tessenows in dessen Berliner Büro, projektierte und baute es in den Jahren 1932 – 1938. Eine Baugenehmigung gab es nicht, nur einen Strafbefehl  und so blieb der Bau bis Anfang 1980 unvollendet. Erst dann konnte ein Neffe des Architekten das Haus fertigstellen und bewohnt es bis heute.

Und Bautzen selbst? Es besitzt einen Anbau an sein, im Jugendstil errichtetes, Stadtmuseum. Dieser war wurde in den Jahren 1930/ 31 vom Dresdener Architekten Otto Schubert realisiert und beherbergt Räume des Museums und auch der Sparkasse.

Tags drauf bin ich in das Kernland der Oberlausitz gefahren. Löbau und Oppach waren die nächsten Ziele.

In Löbau befindet sich die Villa des Nudelfabrikanten Schminke. 1933 von Hans Scharoun errichtet. Er betrieb ein Architekturbüro in Berlin, baute mit diesem Büro die Philharmonie und die Staatsbibliothek in Berlin, war Mitglied des Deutschen Werkbundes und lehrte an der Kunstakademie in Breslau. Die Villa wurde nach 1945 enteignet. War russische Offiziersunterkunft, FDJ Heim und zuletzt ein Haus der Jungen Pioniere. Eine Stiftung verwaltet es jetzt.

In Oppach, nahe Löbau,  findet man ein Stück frühe Industriegeschichte. Die Weberei war in der Gegend schon lange etabliert und nach mehreren Zwischenschritten über nahm die GEG, die Großeinkaufsgenossenschaft Deutscher Konsumvereine, das Werk und baute neu im Sinne der neuen Moderne. Der Komplex ist erhalten, wenn auch z.T. leider ruinös, aber immer noch imposant anzusehen.

Und die Lausitz selbst? Viel Neues ist entstanden, aber selbst in den Innenstädten findet man noch viele Ruinen, auch viele bewohnte Häuser warten noch auf eine Außengestaltung. Die vielen Kirchen scheinen mit gegenüber der Ortschaftsgröße oft überdimensioniert. Eine Fahrt in diesen Zeiten ist kaum mit den gewohnten Maßstäben zu vergleichen. Innenstädte sind nur mit Maske zu betreten, viele Museen oder andere Einrichtungen sind geschlossen. Überproportional viele Camper sind unterwegs. Noch nicht einmal einen Kaffee kann man im Sitzen genießen, aber das ist nicht nur das Problem der Lausitz……….

nächster Versuch………….

Über Ostern war es dann doch bloß ein kleiner Ausflug. Das Wetter wurde gar zu schlecht. Am Sonntag war ich am Schloss Proschwitz, einem Weingut. Hier hat man einen schönen Blick über die Elbe auf den Meißener Burgberg. In Laubegast an der Elbe stand jedes verfügbare Plätzchen mit Campern voll. Ostern hatte alle rausgelockt. Ich hatte aber für die Übernachtung noch Glück und einen Stellplatz bekommen.

Ostermontag dann die Fahrt nach Torgau via Lommatzsch schon bei ganz fiesem Wetter.

Lommatzsch, ein Ackerbürgerstädtchen, ist Zentrum der sog. Lommatzscher Pflege, einer Landschaft, die es bestimmt zu entdecken lohnt. Und Mario Garotti alias Terence Hill lebte hier von 1943 bis 1947.

Torgau ist ja  jedem bekannt durch die Begegnung der sowjetischen und amerikanischen Armee im WW II. Reste der Brücke samt Gedenktafel sind heute noch zu sehen. Die Festung Hartenfels, früher ein Schloss, spielte eine große Rolle in den napoleonischen Kriegen und Katharina von Bora, die Witwe Luthers, starb hier.

Damit war dann auch mein kleiner Ausflug schon beendet und seit gestern hab ich nun einen neuen Versuch gestartet……………

 

die geistige Inzidenz………………..

Ostern

Die Pandemie nimmt wieder Fahrt auf. Die Inzidenzzahlen steigen wieder. In den 3 mitteldeutschen Ländern sind z.Z. die Bestimmungen noch so moderat, dass ein losfahren möglich erscheint. Ich muss jetzt auch mal an meine eigene geistige Inzidenz denken, die nach der bisherigen langen Pandemiezeit auch bedenkliche Ausmaße angenommen hat.

Ziel soll es sein, Bauhausarchitektur oder Bauten der klassischen Moderne in Deutschland aufzuspüren und möglichst die Geschichte dahinter zu erfahren. Einen ersten Anhaltspunkt gibt es in Löbau. Das dortige Haus Schminke soll, nach eigenen Angaben, eines der 4 wichtigsten Wohnhäuser der klassischen Moderne, neben dem Haus Tugendhat in Brno, dem Haus Fallingwater in Pennsylvania und der Villa Savoye in Poissy bei Paris, weltweit sein.

Das Haus Tugendhat in Brno ist Weltkulturerbe und eine Beschreibung der Stätte befindet sich im Blog hier

http://weltkulturerbereise.de/villa-tugendhat-am-26-10-2012/

 

Und so werde ich also morgen losfahren und mal sehen, wie weit ich komme………………………

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