Jun 16

Kanada………………..

Die letzten Tage war viel Fahrerei. Erst vom Yellostone zur Grenze und dann bis hier her nach Calgary. Ehe ich nach Calgary gekommen bin, hab ich die Welterbestätte „ Head Smashed In Buffalo Jump“ besucht. 6000 Jahre lang haben Indianer Büffel über eine Felskante getrieben und sie damit getötet. Eine über 3 m starke Schicht aus Büffelknochen ist dabei entstanden, die immer wieder zu Ausgrabungen anregt. Insgesamt ist jedoch nur die Felskante zu sehen. Es ist wohl eher der ideelle Wert für die Indianer, warum diese Stätte Welterbe ist.

Calgary ist nur Zwischenstation, denn morgen geht’s nach Banff, wo ich hoffentlich einen Stellplatz auf einem Campingplatz bekomme.

Calgary ist in den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu dem geworden, was es heute ist. Es gab einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und das heutige moderne Stadtbild entstand. Zudem wurden, als Krönung dieser Entwicklung, die Olympischen Winterspiele 1988 hier ausgerichtet.

 

Jun 12

Stau im Nationalpark!!

Salt Lake City war für mich nicht der große Renner, ich hatte mir das alles pompöser und größer vorgestellt. Die Einrichtungen der Mormonen liegen in der Innenstadt, im sog. Tempelsquare. Ein eigener Bezirk, in dem die Gebäude zusammengefasst sind. Die Verwaltung, Bibliothek, gleich 2 Visitorcenter, ein Kongresszentrum, das größte der Welt mit 21.000 Sitzplätzen und im Tabernakel, eine Art Konzertsaal, die größte Orgel der Welt mit 11.600 Pfeifen befinden sich hier. Die Orgel wird auch vorgeführt. Zuvor lässt die Orgelspielerin aber auf der Bühne eine Stecknadel fallen, die man ganz hinten hört, als wäre sie nebenan gefallen. Eine unwahrscheinliche Akustik. Viele junge Leute, die die Besucher in allen möglichen Sprachen ansprechen. Freundlich aber nicht aufdringlich. Kein Mann von den Mormonen ohne Schlips. Die Stadt selbst, kaum Straßennamen, nur Nummern, moderne Gebäude, großzügig, die Straßenbahnen von Siemens, ein weitläufiges Unigelände. Schöner war da schon die Fahrt auf Antelope Island, ein Tipp von Dietmar, auch einem Weitgereisten, auf Facebook. Die große Insel liegt im Salz See. Man kann baden, wandern und vor allem Tiere sehen. Die dortigen Antilopen und auch Büffel hab ich nicht nur gesehen, sondern auch fotografieren können.

Nach SLC änderte sich schlagartig die Landschaft. Grün wars nun, Nadel- und Laubbäume, die Landwirtschaft muss noch bewässern, aber es sieht mal wieder wie zu Hause aus.

Der Yellostone Nationalpark begann mit einem Schock: 10 km Stau bei der Einfahrt und nur ca. 11 km in fast zwei Stunden. Nicht unbedingt die Massen, sondern eine Büffelherde war es. Alle wollten Fotos und nichts ging mehr. Erst als ein Ranger die Leute weiterwinkte lief es wieder. Ansonsten Yellostone, der größte Park der USA, 60 % aller Geysire weltweit gibt es hier, Bären, Wölfe, Elche, Bisons und jede Menge anderes Getier. Natürlich spektakuläre Landschaften, den Lake Yellostone, grandiose Kulisse die Rocky Mountains dahinter, die unberührteste Natur der USA ist in einigen Ecken zu finden. Geangelt wird wie verrückt, campen kann man hier, wandern sowieso, mit Pfefferspray gegen Bären ausgerüstet.

Einen Wolf hab ich gesehen, Bisons laufen überall rum, da hat man keine Not, ein Tier das ich kurzzeitig für eine Elchkuh hielt aber das war bestimmt eine Hirschart.

Fahren muss man in diesem Park auch viele Kilometer. Überall sind Parkbuchten, Picknickplätze, Aussichtspunkte, da sucht sich dann jeder sein Refugium.

Ein Tag ist für einen Besuch eigentlich zu wenig, aber ich hab einen Eindruck bekommen. Und nun hält mich eigentlich nichts mehr um wieder nach Kanada zu wechseln, gleich nach der Grenze gibt es eine Welterbestätte der Indianer………………

 

Jun 08

Wüste und bizarre Berge………..

Nach einem Schlag nach Westen, mitten durch die Halbwüste des Navajo Reservates, der Boden wieder braun, vereinzelt Bäume, Büsche, die Straßen endlos immer geradeaus, mal rechts oder links ein Schild von einer Ranch, sonst nichts, bin ich in der Gegend des Grand Canyons angelangt. So grob muss ich jetzt bloß noch in den Norden fahren und komm in Calgary raus. Die Gegend hier ist irre, alles Sandstein, verschieden hohe Plateaus, heiß wieder in den Canyons, sonst geht’s und eben, ewig einfach – nichts. Mal eine Tankstelle mit Store, dazu ein RV Park, also ein Wohnmobilstellplatz. Der RV Park: Wasser-, Strom- und Abwasseranschluss, alles geschottert, kein Grün, mehr braucht’s nicht. Die setzen sich da gemütlich in die pralle Sonne auf dem Schotter – schon ist Urlaub. Ich weiß nicht??

Der Grand Canyon ist vom Süden und Norden zugänglich. Der Süden, wohl die „bessere“ Seite, ist touristisch voll ausgebaut und entsprechend überlaufen. Und Zeugs bieten die da an, das würde mich im Leben nicht interessieren: Rundflüge, mit dem Esel in den Canyon, alle möglichen Wanderungen, bis zu Mehrtagestrips. „Keines“ ist spontan nutzbar, alles mit Vorbuchung!

So bin ich also zum Nordzugang, dem sog. Nordrim gefahren. Hier ist es ruhiger. Eine Lodge, Parkplatz, Visitorcenter – fertig.  Eintritt 35,-$, man gönnt sich ja sonst nichts. Die großen staatlichen Parks haben aber einen Pass für 80,- $, der ist ein Jahr gültig und man kann überall rein. 3 Parks hab ich schon, bin also auf der Habenseite. Ein Reiseführer schrieb: “man kann noch so viele Bilder vom Grand Canyon sehen, die Wirklichkeit toppt alles“, und so war es auch. Ewig tief, dass man kaum den Colorado River sieht und atemberaubend der Ausblick. Das Gestein am gegenwärtigen Grund soll 2 Mrd. Jahre alt sein, halb so alt wie die Erde. Trotz der Leute ringsum herrscht eine unheimliche Stille. Bisschen der Wind, aber keine Tiere oder so. Und deutsch wurde es wieder: Ingrid und Bernd, im Vergleich zu mir schon ewig unterwegs, fuhren mit ihrem deutschen Camper nochmal rückwärts und wir haben lange gequatscht. War schön…………

Nächstes Ziel war das Tal der Kobolde. Jetzt geht’s so langsam Nordwärts. Zwischen Grand Canyon und dem Tal viele Parks unterschiedlicher Träger mit Landschaften, die kann man nicht alle fotografieren, sind aber oft genau so spektakulär  wie der Grand Canyon. Und richtiges amerikanisches Hinterland, mal ein paar Häuser, noch im Stil den man aus den klassischen Western kennt, bisschen Landwirtschaft, Viehzucht halt. RV Parks, Tankstellen, Foodmarket, die etablierten Imbissketten, MCD und so fehlen komplett.

Das Tal, schon in Utah jetzt, Lehmschichten wechseln sich mit Gesteinsbrocken ab, der Regen wäscht den Lehm aus und zurück bleiben mehr oder weniger bizarre Gebilde. Der Park ist nicht zu groß, in 2 Stunden hat man das meiste gesehen. An ihm fahren viele vorbei, aber ein Stopp lohnt sich wirklich.

Und nun geht’s straff nach Salt Lake City, mal sehen ob mich die Mormonen bekehren………………

 

Jun 05

die letzte Welterbestätte in den USA…………..

Der Weg zum Chaco Canyon hat dann dem Bus alles abverlangt: 27 km Schotterpiste!!!! Mit allen Schikanen, Waschbrettpiste(das allerschlimmste), Schotter und auch ausgewaschene Lehmstrecken – steinhart. Da hab ich ja in den USA im Traum nicht damit gerechnet. Also 20 km/h und viele Lenkarbeit, irgendwann kommt man schon an. Trocken und heiß war es wieder und komisch, extrem wird es nur strichweise, mal 28 Grad, mal 35 Grad und dann eben auch neuer persönlicher Rekord 40,5 Grad. Immer hin und her. Zum Glück funktioniert die Klimaanlage gut. Kurz vor der Welterbestätte dann wieder Asphalt. Ein Visitorcenter, Toiletten, WLAN, Museum mit obligatorischem Shop. Man fährt die einzelnen Fundstätten mit dem Auto ab. Die frühe Anasazi Kultur hat hier zwischen 600 und 1250 n.Chr. gesiedelt und Türkis aus dem nahen Santa Fe verarbeitet. Die waren hochspezialisiert und die Produkte sind in ganz Nordamerika nachgewiesen. Die Siedlungen mit einer großen Plaza, einigen Großhäusern und sog. Kivas unterirdische Zeremonienräume, oben mit Stämmen und Lehm abgedeckt. Die Mauern der Häuser in einer arbeitsaufwändigen Technik: im Kern mit Mörtel vermauerte Steine und außen schmale, glatte Steine in einer Art Trockenmauer in den Mörtel gesteckt.

Auf dem Weg zu meiner nächsten Station, Mesa Verde, ist es dann passiert. Mir gings wie in Spanien. Plötzlich war das Land wieder grün. Laubbäume, Gras, bestellte Felder – eine Augenweide. Und nach einer Kurve in der Ferne die ersten Ausläufer der Rocky Mountains. New Mexiko hatte ich verlassen und bin in Colorado angekommen.

Mesa Verde ist eine Ansammlung von ca. 4.400 archäologischen Artefakten der Anasazi Kultur aus dem 6. bis zum 13. Jahrhundert. Sie siedelten auf einem Hochplateau, das sich 600 m über der Umgebung abhebt und eine Höhe von 2.600 m erreicht. Sie töpferten, flochten Körbe und betrieben Landwirtschaft. Die Siedlungen errichteten sie in den Canyons in Felsspalten hoch über dem Grund. Clip Häuser werden sie genannt, da sie nahe an den Felskanten stehen. Auch hier alles gut erschlossen, man muss aber sehr weit fahren.

Mit Mesa Verde hab ich im Grunde meinen Job in den USA beendet, die Welterbestätten besucht. Was jetzt noch kommt ist das mehr oder weniger übliche Besuchsprogramm: Grand Canyon, das Tal der Kobolde, Salt Lake City und Yellostone Nationalpark. Alles auf meinem Weg nach Norden, nach Callgary………………..

Jun 02

Leute unterwegs………

Auf dem Weg nach Chaco Kulture, die vorletzte Weltkulturerbestätte der USA, die ich besuchen werde, bin ich heute wieder auf einem Campingplatz in einem Nationalpark gelandet. 28 Grad, stürmischer Wind, da kann man gut in der Sonne stehen und schreiben.

In den Bergen um Santa Fe, nahe Albuquerque, gings zuvor zum Schlafen auf eine Höhe von ca. 3000 m. Ein Parkway führte in die Berge und im Winter zu einem Skigebiet. Große Parkplätze laden da zum Übernachten ein und man ist garantiert nicht allein. So aus dem Stand aber auf diese Höhe gefahren, da merkt man schon, das was anders ist. Aber es war am Ende alles in Ordnung.

Bei der Abfahrt am nächsten früh schälten sich 2 Leute aus einem SUV. Die hatten zu zweit drin geschlafen. Es stellte sich heraus, dass es Willy und Gilles aus Frankreich waren. Der SUV war ein Mietwagen und mit dem gondeln sie 2 Monate durch die Gegend von Los Angeles her. Den Bus haben sie ausführlich inspiziert und sich für alles interessiert. Willy hat in Frankreich ein ähnliches Auto mit dem er durch die Gegend fährt und da wars natürlich für ihn besonders interessant. Ist immer wieder schön, Gleichgesinnte zu treffen.

Die Welterbestätte bei Santa Fe, das Taos Pueblo, ist eine Siedlung der Pueblo Indianer. Sie existiert in ihren ältesten Teilen aus der Zeit um das Jahr 1000 n.Chr. Es ist damit der älteste Platz in den USA, der durchgehend besiedelt ist. Angelegt wurde die Siedlung von Angehörigen der Anasazi Kultur, die jedoch im 13. Jahrhundert abgewandert ist. Die Pueblo haben den Siedlungsplatz dann übernommen. Die Häuser sind ausschließlich in Lehmbauweise errichtet und die Wohnungen aneinander und übereinander gebaut. Auf diese Weise erreichten sie eine Höhe von 5 Stockwerken. In die oberen Wohnungen gelangte man ausschließlich über Leitern und mit diesen auch in die Wohnungen von oben. Sie hatten 2 Zimmer und waren nicht miteinander verbunden.

Mit Begegnungen gings dann fröhlich weiter. Freund Stefan aus Chemnitz hat einen Schulfreund, den Rainer, der schon in den 50iger Jahren nach Amerika ausgewandert ist und den es in die Nähe von Albuquerque verschlagen hat. Ihn hab ich aufgesucht und Grüße aus der Heimat überbracht. Er hat sich sehr gefreut und wir haben über Gott und die Welt geredet. Es ist schon mal was ganz anderes, so Einblick in die Lebensumstände zu bekommen und im Herzen ist bei Rainer wohl immer noch einiges vom Deutschen vorhanden. Es war über dem Reden so spät geworden, dass ich bei Rainer gleich noch geschlafen habe, ja und heute früh gings wieder auf Tour………………….

Mai 30

in den Norden…….

Vorgestern war Ruhetag in Junction, Texas. An einem Fluss gibt’s da einen großen Park, Kinderspielplatz, überdachte Picknickplätze, Planschbecken, Toiletten, Grills. Manche zelten da, andere mit Camper, kostenlos für 3 Tage, von der Gemeinde unterhalten, ruhig und viel Schatten. Da lassen sich bei heftigem Wind auch mal 30 Grad ohne Klimaanlage aushalten.

Tags davor war es ein hartes Stück Arbeit in San Antonio. Bei ca. 34 Grad bin ich die spanischen Missionen abgefahren. Das alles ist gut erschlossen und Parkplätze gab’s überall, nur keinen Schatten! Die 4 Missionen liegen entlang des San Antonio River in der Stadt auf einer Strecke von 12 km.

Sie stammen von Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Grenzgebiet von Neu Spanien sollte erschlossen und verteidigt werden, vor allem gegen die aus Louisiana vordringenden französischen Siedler. Die Franziskaner bauten sie und lebten mit den Coahuileteken praktisch in Kommunen zusammen. Die Coahuileteken wurden zum christlichen Glauben bekehrt, lernten einen Beruf und im Gegenzug lebten sie in den Mauern der Mission sicher vor Überfällen. Auf diese Weise gelang es ihnen, innerhalb einer Generation zu sesshaften, erfolgreichen Landwirten zu werden. In den Missionen vereinigten sich die spanische und die Kultur der Coahuileteken zu einer neuen Identität. Eine bemerkenswerte Kulturleistung. Vieles ist ruinös, die Kirchen jedoch sind gut in Schuss und werden auch genutzt.

Dann nur 2 Tage fahren, bis Albuquerque ist es ja ein ganzes Stück in den Norden. Dort erwarten mich noch einmal 3 Welterbestätten ziemlich dicht beisammen. Carlsbad war die erste Station. Ein Ort, schon in New Mexico, nicht in Tschechien. Von Junction aus wurde es zunächst bergig, Tafelberge aus Kalkstein, die Landschaft karg, niedrige Bäume und Sträucher, kaum Gras, keine Landwirtschaft, 34 Grad. In einem Monat ist hier das ganze Gras verbrannt und die Landschaft braun mit den grünen Bäumen, wie in Zentralspanien.

Nach Fort Stockton die Landschaft flach wie ein Brett. 200 km nur Erdölfelder. Gebaut wird wie verrückt neue Infrastruktur. Kleine Ölquellen sind offenbar nicht an die Pipeline angeschlossen, also Unmassen Tanklaster auf der Straße die das Öl von den Pumpen holen. Immer mal wieder Siedlungen aus transportablen Häusern für die Arbeiter mitten in der Halbwüste, kein Schatten, nichts. Die Klimaanlage muss es richten. Staubfahnen kilometerweit und die Straßen endlos immer gerade aus. Hin und wieder Tankstellen und ein paar Shops dazu. Das wars dann auch schon mit der Versorgung.

Heute ging das so weiter: flach, endlos lange Straßen. Den ganzen Tag aber nur 20 Grad, New Mexico meinte es gut mit mir. Was ich später dann merkte, so langsam war ich auf 2000 Höhenmeter geklettert. Da ist die Temperatur kein Wunder. Kollateralschaden unterwegs: ich hab die Route 66 gekreuzt und auch noch Clines Corners, ein Restaurant seit 1937 an der Route gesehen……………..

Mai 27

Texas………….

Vorgestern war Fahrtag. Das meiste auf der Autobahn, aber immer auch mal rausfahren und 30 -40 km mit dem Navi ohne Autobahn. Da kommt man auch mal ins Hinterland und sieht, wie die Leute da wohnen. Ist nicht immer hochglanzreif. Wies im Kopf mancher Leute aussieht, so sehen die Grundstücke aus: vollgestellt mit irgendwelchen Zeugs, manche scheinen über ihr Leben die gefahrenen Autos zu sammeln und auf dem Grundstück abzustellen. Überhaupt, die Unmasse der Autos die man sieht, Händler, Schrottplätze, die Grundstücke halt und auf den Straßen.

Eine Brücke bin ich gefahren, vielleicht 40 m hoch, 2 Fahrbahnen ohne Seitenstreifen und das Geländer ca. 1 m hoch und das bei vollem Speed 100 km/h, in Deutschland undenkbar.

Nach Texas rein merkt man gleich den Unterschied. Alles ein bisschen schneller und noch verrückter auf den Straßen, Waffenläden, aber auch viele Blumenwiesen, die Kühe stehn hier bis zum Bauch drin. In Texas ist alles ein bisschen größer aber auch ein bisschen billiger, so ein Werbeschild.

Und gestern nun Houston:

An Toulouse, bei Airbus, bin ich 2-mal vorbei ohne mir das ansehen zu können, weil man sich Wochen vorher anmelden muss, aber in das Spacecenter der NASA wollte ich schon mal. Ist auch hier viel Show dabei, aber die Saturn 5 Rakete und das Apollo Kontrollzentrum beeindrucken schon. Viele Originalteile: Mondlandekapsel, Raumanzug, Galerie der Astronauten, die Raketen und viele persönliche Sachen von Astronauten. Massen auch hier, aber mit Ticketautomaten kommt man ganz gut durch.  Das NASA Lyndon B. Johnson Space Center ist ein unübersehbarer Komplex aus vielen Gebäuden, viele haben ihre eigene Geschichte. Viel Platz dazwischen, große Parkplätze.

Die Besichtigung gut organisiert: man fährt mit so Besichtigungswagen durch die Gegend, viel wird erklärt und dann in das Kontrollzentrum rein. Ein Raum im 5. Stock, leider wird er grad rekonstruiert. Viel Wert wird auf Tradition gelegt, jede Apollomission hatte ihre eigene Uhr, eigenes Emblem usw.

Zwischendurch war ich dann tanken in der Heimat, in Weimar. Lustig wars..

Und nun San Antonio mit der südlichsten Welterbestätte der USA…………….

Mai 25

eine Welterbestätte, wieder mal………………..

Bevor ich in Chattanooga aufbrach, besuchte ich noch so eine typisch amerikanische Ausflugsstätte. Reich beworben, schon von der Autobahn her, war „Rock City“ nicht zu verfehlen. Ein Felssporn hoch über dem Tal verhieß einen grandiosen Ausblick und so war es dann auch. Angeblich sollte man von da aus 7 Bundesstaaten sehen können, deren Flaggen an dem Fels aufgezogen waren. Man hatte einen schönen Rundweg angelegt, ehe man zu dem Ausblick kam. Gespickt mit Imbissbuden, Restaurants und Cola Automaten. Fremdenführer erklärten wortreich und drapierten ihre Gruppen immer wieder zu neuen Fotos im Gelände. Mich hat das wenig interessiert, ich wollte nur die Aussicht genießen.

Und dann war es soweit: bei Vicksburg stieß ich auf den Mississippi. Breit und braunwälzte er sich dahin. Auch andere Flüsse vorher schon waren übervoll, überschwemmten das Land. So auch der Mississippi. Vicksburg muss eine bedeutende Rolle im Bürgerkrieg gespielt haben. Befestigungen sind wieder aufgebaut, historische Kanonen sieht man und Gedenktafeln. Einen typischen Mississippi Dampfer hab ich aber nicht gesehen.

Das Übernachten hier in den Staaten ist genau so schwierig wie in England. Die Gegenden zersiedelt, keine Waldzugänge und wenn, abgesperrt. Es gibt immer wieder regionale kleine Campingplätze, die muss man aber erst mal finden. Eine App empfohlen von Cammie und Tom hilft da ungemein, da sie auch sonstige Übernachtungsplätze anzeigt. Letztes Mittel ist dann immer noch, einen Walmart, ein Lebensmitteldiscounter der nordamerikaweit seine Filialen hat, anzusteuern. Der Gründer hat im Testament verfügt, das die Märkte ihre Parkplätze für Camper zur Verfügung stellen sollen. Und so finden sich bei vielen Märkten, nicht bei allen ist es gestattet, abends kleine Camprgrüppchen, die weit vom Eingang entfernt stehen und dort übernachten.

Gestern nun hab ich wieder eine Welterbestätte besuchen können. Die Monumentalen Erdarbeiten bei Poverty Point ist die Kulturleistung eines unbekannten Volkes aus der Zeit ca. 3700 v.Chr. 6 Halbkreise, durch 5 radiale Wege durchbrochen und diese wieder in 6 Segmente teilend, sind um eine Plaza genannte Fläche angeordnet. Diese hat eine Länge von ca. 600 m und umfasst ca. 14 ha. Die halbkreisförmigen Wälle sind ca. 1m hoch und 3m breit. Das Ganze ist nach der Sonne ausgerichtet und diente wohl kultartigen Handlungen. Einen Besichtigungspfad gibt es und ein kleines Museum. Leider ist ein Großteil der Anlage mit Bäumen überwachsen, sodass nur ein Schema den Überblick gewährt.

Mai 19

Welterbe in den Südstaaten………

Charlottesville war nun die letzte Welterbestätte, die mit der europäisch – amerikanischen Geschichte zu tun hat. Thomas Jefferson hat hier gewirkt. Als Farmer und Architekt. Sein Herrenhaus hat er selbst entworfen und gebaut. Auch die ersten Gebäude der Universität, das akademische Dorf, stammen von ihm. Das Herrenhaus mal so ganz anders als sonst, nicht mit kostenlosen Eintritt, sondern gleich mal 30 US$, Informationscenter, Bustransfer, Parkplatz und Eintritt incl. Massen auch hier, Schulklassen, viele Ältere.

Die Tage danach sind ausgefüllt mit fahren und auch mit Sightseeing. Richtung Süden, oder besser Süd- Westen, geht’s fast immer parallel zu den Höhenzügen der Appalachen. Dieses  Bergmassiv zieht sich ca. 1000 km von unterhalb Washingtons bis fast nach Atlanta im Süden. Begleitet wird das Massiv durch den Blue Ridge Parkway, einer Panoramastraße mit vielen Aussichtspunkten, über eine Länge von ca. 800 km. Die Ausblicke gehen weit ins Land. Die Berge steiler wie das Erzgebirge, bis oben hin bewaldet. Mittendrin das „Große Tal“, welches sich fast durch den ganzen Gebirgszug schlängelt. In früheren Zeiten zogen hier die Trecks der Siedler in den Westen.

Cammie und Tom hab ich hier getroffen, 2 Tramps aus Washington. Mit ihrem T3 „Bertha“  ziehen sie durch die Welt und waren mit ihm auch schon in Alaska. Nächstes Jahr, so hab ich das verstanden, ist Europa auf dem Plan.

Jetzt steh ich bei Chattanooga, Tennessee, auf einem Campingplatz unter Bäumen was bei den Temperaturen durchaus angenehm ist……………..

 

 

Mai 16

Demokratie und heutige Regierung…….

Philadelphia war die nächste Station. Mit einem Zwischenstop bei einer IKEA- Filiale. Es ist fast nichts anders als in Europa: Köttbullars gibt es, die Möbel sowieso, überall Internet wie verrückt und selbst auf meine Family Karte hab ich den Kaffee umsonst bekommen. Es ist schon verrückt, wie wenig sich die Dinge unterscheiden, oder wie viel gleiches zu Europa zu erleben ist. Pit Stop kommt hier als Speed daher, Telekom, Aldi, die Automarken, selbst Rotkäppchen Sekt hab ich hier gesehen. Da ist mir die Globalisierung erstmal richtig klar geworden.
Philadelphia ist ja die Wiege der amerikanischen Demokratie und der Vereinigten Staaten. 1776 nahm man die von Thomas Jefferson ausgearbeitete Unabhängigkeitserklärung hier an und 1787 entstand hier die Verfassung der USA und damit das Prinzip der Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative
Das Gebäude, die Independent Hall ist noch da, die Liberty Bell, die beim Verlesen der Unabhängigkeitserklärung geläutet wurde, auch. Alles ist kostenlos, nach umfangreichen Sicherheitschecks, zu sehen. Leider spielte das Wetter nicht so mit, es schüttete wie aus Kübeln. In Deutschland ist es wohl auch nicht viel anders.
Die nächste Stätte ist in Charlotteville immer weiter nach Süden. Da geht’s aber an Washington vorbei
Und da hab ich dann nicht übers Herz gebracht, da vorbei zu fahren
Auf dem Walmart hab ich den Bus stehen lassen und bin mit Bus und Metro in die Innenstadt gefahren. Hier ist alles vom feinsten: viele „bedeutende“ Männer in Anzügen, die dazugehörigen Frauen, die Straßen in Ordnung, viel Grün, Schulklassen oder ganze Schulen ohne Ende, Touristen.
Als ich aus der Metro kam, direkt an dieser „The Mall“, der lange Grünstreifen zum Capitol, stand alles auf „hab Acht“: Polizisten auf der Straße, Polizeiautos mit Blaulicht überall, die Straße menschenleer, Hubschrauber in der Luft. Passiert ist aber nichts. Nach einer Weile entspannten auch die Polizisten und ließen wieder die Menschen über die Straße. Das ganze Areal sehr weitläufig, sauber.

Nun noch eine Nacht hier und dann geht’s weiter ………

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