Okt 08

Fazit……………………..

Am 4. Oktober bin ich wieder in Deutschland angekommen. Ich war damit genau ein halbes Jahr unterwegs. Ich legte mit dem Bus ca. 41.000 km zurück. Der östlichste Punkt, der Nördlichste und der Westlichste lagen alle in Kanada. Lediglich der südlichste Punkt befand sich in Costa Rica.

Die unendlichen Wälder Kanadas und der USA hab ich gesehen, Bergseen und Gletscher, raue Küstenabschnitte, tolle Architektur in den Städten und einzigartige Welterbestätten. In meine Jugendzeit bin ich an der Westküste der USA eingetaucht. San Franzisco, Mendocino, San Bernadino, alles Orte, an denen in den 60iger Jahren die damals aktuelle Musik entstand.

In Mexiko eröffnete sich mir eine ganz eigene Welt. Neben den vielen barocken Denkmälern aus der Anfangszeit der Besiedlung Amerikas durch Europäer, habe ich die Staatengebilde von Mesoamerika, das sich von Mittelmexiko bis Guatemala und z.T. weiter südlich bis nach Costa Rica erstreckte, kennengelernt. Bis jetzt kannte ich bloß Moctezuma II., den Aztekenherrscher, auf den der Spanier Cortez traf als er Amerika erreichte und dessen Palast im Zentrum des heutigen Mexiko City stand. Die Existenz der vielen anderen Staaten oder Stadtstaaten, die letztlich an der Ernährungsgrundlage scheiterten, war mir bisher nicht bekannt gewesen. Eindrucksvoll die Kulturleistung dieser Völker beim Bau der großen Gebäude, der Schriftzeichen und künstlerischen Leistungen.

Letztendlich die erstaunlichen handwerklichen Leistungen einzelner isolierter Gruppen, die z.B. Steinkugeln von großem Durchmesser ohne Metallwerkzeuge schufen oder Schmuck aus Goldguss herstellten. Technologische Vorbilder dazu waren tausende Kilometer bei anderen Kulturen entfernt.

Und zum Schluss natürlich die vielen Menschen, die ich treffen durfte und über deren ganz eigenen Lebensauffassungen ich manchmal staunte, nichts ahnend was es da so alles für Facetten gibt.

Nun werde ich erstmal in Deutschland überwintern, einen anderen Bus ausbauen, meinen jetzigen musste ich leider in Mexiko zurücklassen. All die Eindrücke verarbeiten, vielleicht wieder einen Vortrag vorbereiten, einen Kalender mit den schönsten Bildern will ich machen und nächstes Jahr? mal sehen………………………………..

Sep 27

die letzten Stätten………………..

Auf dem Weg in  den Süden bin ich nochmal abgebogen um die fast am Managua See gelegene Ruinenstadt Leon Viejo zu besuchen. 1524 gegründet, war sie seit 1531 Bischofssitz. Ein Ausbruch des Momotombo 1578 brachte erste Zerstörungen und ein Erdbeben machte 1610 die Stadt dem Erdboden gleich. Der Ort wurde daraufhin aufgegeben und die Stadt an der jetzigen Stelle neu errichtet. Dann holte sich der Urwald alles zurück. Die Ausgrabungen zeigen eine spanische Stadt, wie sie damals erbaut wurde ohne spätere Überbauungen. Das ist die Stärke dieser Stätte. Fundamente verschiedener Bauten sind zu sehen, so die Kathedrale, ein Kloster, Wohngebäude und der Gouverneurspalast.

Nicaragua hat genauso gute Straßen wie Honduras, jedoch ist auch hier der Verkehr sehr bescheiden. Auch fahren die Leute hier sehr diszipliniert und halten sich an die Vorschriften. Fast ein wenig wie bei uns. Der Weg Richtung Costa Rica führte mich am Nicaragua See vorbei. 2 Vulkane sind als Inseln in ihm und die Chinesen verfolgen wohl dort ein Projekt für einen 2. Kanal zwischen Atlantik und Pazifik.

In Costa Rica dann der Schreck, ich hatte meine 2 Kreditkarten verschusselt und bekam kein Geld mehr. Das hab ich kurz vor Chacara, schon ganz im Süden Costa Ricas gemerkt. Die einzige Welterbestätte Costa Ricas war nicht weit und so hab ich eine präkolumbianische Siedlung mit Steinkugeln der Diquis besucht. Die Diquis haben von 500 v.Chr. bis ca. 1500 n. Chr. hier gelebt. Eisen kannten sie nicht, haben aber Kugeln aus Stein bis 2,50 m im Durchmesser hergestellt um ihre Hauseigänge zu markieren. Gefunden hat man außerdem Figuren aus Stein und Goldguss. Vorbilder für die Herstellung dieser Dinge  in der unmittelbaren Umgebung hatten sie keine. Umso erstaunlicher die Leistung.

Hier setzten dann wiedermal „Deutschen Tage“ ein. An der Welterbestätte ein Ehepaar aus Wiesbaden, meine nächste Übernachtungsstätte von einem Ehepaar geführt. Der Mann Schweizer, sie Costa Ricanerin, die aber gut deutsch sprach und am nächsten Tag traf ich auf dem Camping Landsleute aus Erfurt, die auch mit einem T5 unterwegs waren.

Das war alles schon Rücktour. Ich hatte mich dann entschlossen, Panama nicht zu besuchen um mit meinem Geld auch wieder nach Mexiko zu kommen.

Ja, jetzt ist es nun so weit:  und zack ist die Reise vorbei………………….

 

Sep 17

Nicaragua……….

……….Die salvadorianische Stätte hatte zu. Sonntag wars aber auch Independent Day. Da steppte der Bär anderswo mit Umzügen und Volksfesten und so bin ich dann durchs Land gefahren um kurz vor der honduranischen Grenze zu übernachten. Eigenartige, steile, nicht zu hohe Berge haben die hier. Immer bewaldet, manchmal ein Stück Grün rausgeschnitten für Felder, die bis an die Gipfel reichen, Mais meistens. Der Bus des kleinen Mannes hier ist der Kleinlaster, vollgestopft, manche hängen hinten dran. Die Straßen leidlich, es sind halt die Reifengeräusche und das Klappern im Schrank. Müll in mehr oder weniger großen Mengen an den Straßenrändern aber auch in unmittelbarer Wohnumgebung. Gefahren wird sehr kreativ, dazwischen immer wieder TuckTucks in großen Mengen. Die Grenzübergänge oft nach gleichem Muster, erst Passtempel, dann Zoll mit dem Auto. Jeder hat seine eigenen Preise, es geht aber.  Alle Beamten überaus freundlich, man wird mit Handschlag verabschiedet.
Honduras war für mich nur Transitland. Statistisch gesehen ist es das ärmste Land Mittelamerikas. Einen Unterschied zu den anderen Ländern hab ich nicht gemerkt. Ich bin ja auch nur die Panamerikana gefahren und nicht ins Hinterland. Die Straße jedoch hat mich sehr überrascht. Meist geteert, manchmal Beton hatte sie einen tadellosen Zustand und man konnte zügig fahren. Etwas sauberer wie El Salvador war es auch. Das sie hier Werbung für Grippemittel machen, befremdete mich schon.
In Nicaragua waren die ersten 100 km nach der Grenze praktisch autofrei bis auf einige Laster. Vor Leon, in dem ich jetzt bin, kam dann doch wieder das gewohnte Bild mit dem chaotischen Verkehr. Und einem übervollen Mc Donald bin ich begegnet. Komisch, die Leute haben wenig Geld, das tragen sie aber dann auch noch dorthin. Lange Zeit bin ich um einen Nationalpark herumgefahren, der auch einen Vulkan aufweist. Ein imposantes Bild. Die Kathedrale von Leon ist Welterbe. Ein wunderschönes Gotteshaus, da verschieben sich wieder meine Prioritäten. Es ist die 6. Kirche an diesem Platz. Groß, mit dicken Mauern und niedrigen Türmen weils erdbebengefährdet ist. Das Dach ist begehbar und man sieht die Laternen, die den Raum innen in ein großartiges, helles Licht tauchen, ganz nah. Jetzt sitz ich in einem Hostel, bin satt von Pizza und die Jugend geht gleich noch aus. Mehrere Deutsche auch dabei. Morgen geht’s zur zweiten Welterbestätte Nicaraguas und dann fahre ich straff nach Costa Rica. – und es ist wie immer: ehe man sichs versieht, ist es vorbei – nein noch gibt es 3 Welterbestätten, aber viel ist es nicht mehr…………………..

 

Sep 15

Abstecher nach Honduras…………….

Nun hab ich einen gewaltigen Satz gemacht. Nach der Marina lagen die Ruinen von Quirigua direkt am Weg. Eine Stätte, die ich nicht kannte, aber die durch ihre Stelen und Inschriften gewaltig zum Verständnis der Maya Welt beitrugen. Da sie bei Touristen nicht so bekannt ist, hat man sie fast für sich alleine. Ihre Bedeutung war auch nur für kurze Zeit so überragend. Die meiste Zeit war Quirigua ein Vasallenstaat von Copan, heute in Honduras gelegen, das eigentlich nur ca. 50 km entfernt ist. Auf einer Pferderanch hab ich gut geschlafen und konnte sogar ein bisschen schwimmen dort. Der Pool war klasse. Und wenn ich schon mal da war, hab ich die einzige Welterbestätte von Honduras gleich mit besucht. Da die Preise für die Einreise mit dem Auto in Honduras ziemlich hoch sind, hab ich gedacht, die 10 km von der Grenze bis zur Stätte fährst du mit dem Minibus. Gesagt getan. Bei uns wäre das Fahrzeug, ein Nissan Urvan, bestimmt für 8 Personen zugelassen. Wir waren ohne Fahrer 18. Die Ideen um Leute unterzubringen sind unerschöpflich. Ich hab mich trotzdem nicht zu sehr bedrängt gefühlt.

Die Stätte selbst ist unheimlich von Urwald überwachsen. Selbst aus den Ruinen wachsen Riesenbäume. Viele Skulpturen sind zu finden, anders als bei anderen Stätten. Der längste Hieroglyphentext der Maya ist hier auf einer Treppe zu finden, wieder viele Stelen auch. Das Besondere an Copan ist, einige Guides sprechen deutsch, das hätte ich nicht erwartet. Einer, der beschäftigt war und den ich deshalb nicht angesprochen habe, schien mir sogar ein Deutscher zu sein. Mit schwäbischem Dialekt, das lernt doch keiner sonst.

Damit konnte ich Honduras auf meiner Liste schon abhaken, es gibt dort keine Welterbestätte weiter. Letztes Gimmick war der honduranische Grenzbeamte. Er hatte mich auf der Hintour schon abgefertigt und als ich zurückkam, begrüßte er mich wie ein alter Bekannter. Die sind mit sowas hier ganz schnell.

Und ums komplett zu machen war ich auch noch in Antigua, Guatemalas alter Hauptstadt und für mich die letzte Welterbestätte im Land. 3 mal wurde es nach Erdbeben oder Schlammlawinen wieder aufgebaut bis man die Hauptstadt verlegte. Viele blieben jedoch und so ist Antigua heute eine Stadt mit vielen Baudenkmälern. Manche aufgebaut, andere Ruinen, aber auch welche, wo die Fassade noch stand und man dahinter was Neues gebaut hat. Die Kathedrale zum Beispiel. Vorn eine prächtige Fassade und statt längs, ist quer eine Kirche dahinter.

Die Besichtigung der Stadt geriet zu einem Volksfest. Morgen ist Unabhängikeitstag in Guatemala. Und so zogen die Schulen mit ihren Orchestern und Bands und traditioneller Bekleidung durch die Straßen. Mich erinnerte das an die Umzüge zum 1. Mai zu DDR Zeiten. Die Begeisterung hier war aber weitaus höher.

Jetzt bin ich schon in El Salvador und will morgen die Welterbestätte besuchen und dann zur honduranischen Grenze weiterfahren………………..

Sep 12

Drei Länder Tag………….

Mexiko hat sich mit vielen Mücken verabschiedet. Der Campingplatz in Chetumal an einem See war deswegen nicht so optimal. Aber sonst wars schon o.k. Die Grenze war ja dort nicht weit. Und so hatte ich gestern meinen 3 Länder Tag. In Mexiko los, durch Belize nach Guatemala.

An der Grenze alles ganz geschmeidig. Ohne viel fragen. Aber bissel was verdienen wollen sie alle. Na gut. Die Versicherung für Belize gibt es tatsächlich nur für einen Tag, das schließt man gleich nach der Grenze ab. Belize kam mir deutlich sauberer als Mexiko vor. Die Straße durchweg geteert. Infrastruktur wird durch die EU gefördert, das hängt wohl mit England zusammen. Komisch ist das schon, die Schilder dort zu sehen. Ich hab eigentlich nur einen Abstecher nach Belmopan gemacht, die Hauptstadt. Eigentlich ein großes Dorf, die Ministerien größere Einfamilienhäuser. Bei 370.000 Einwohnern kein Wunder. Auch die Grenze nach Guatemala war unproblematisch. Der guatemaltekische Grenzbeamte hat mich nicht mal angeguckt als er den Einreisestempel in den Pass drückte.

In Tikal hatte ich einen Campingplatz direkt an der Stätte gemeinsam mit Nasenbären. Tikal war die größte Maya Stadt, die es je gab. Auch die höchsten Tempel Amerikas stehen hier. Tikal hat von allen Mayastätten am längsten bestanden. Es ist ein ständiger Kampf gegen den Regenwald, der alles immer wieder überwuchert.

Heute bin ich in Livingstone. Auf einer Marina an der See. Der Verkehr hierher war chaotisch. Auch Schwerverkehr durch die Innenstadt. Man konnte nicht mal die Autotür öffnen. Aber sonst ist alles gut…………………….

 

 

Sep 08

erledigt…done…hecho

Es ist Sonntag und von der Versicherung hab ich noch nichts gehört. Morgen fahre ich nun nach Chetumal, an der Grenze zu Belize. Das Land will ich nur durchqueren um in Guatemala nach Tikal zu gelangen. Die erste Welterbestätte dort. Ich hoffe, die Versicherung erreicht mich nun bald.
Ich bin auf der Sabacche Ranch untergekommen, einer Ökoeinrichtung. Und so, wie es sich anhört ist es auch. Die Hühner laufen bei Fuß, sie denken es gibt was zu essen. Kleine Yucatan Schweine laufen hier frei rum. Die sind so klein, das reicht grad fürs Frühstück. Ich hab eine Cabana, eine Hütte mit Dusche und Moskitonetz übern Bett. Aber ein Ventilator spendet Luft und die Lehmwände halten die größte Hitze fern.
Die Zufahrt auf einer Nebenstraße war magisch. Ich fahre durch Regenwald, die Bäume bilden ein lichtes Blätterdach, schlecht um Schlaglöcher zu sehen, aber ganz zauberhaft die vielen Schmetterlinge in dem Blättertunnel. Das schwirrt vor dem Auto, ich hab das schon mal im Vorspann eines 3 D Filmes gesehen. Da ich wegen der Schlaglöcher nicht schnell fahren kann, drückt die Druckwelle des Busses die meisten zur Seite und sie müssen nicht in meinem Kühlergrill sterben.
Die beiden letzten Welterbestätten in Mexiko haben mir doch noch Verdruss bereitet. Wie ich schon in Palenque feststellte, werden die Stätten immer kleiner und die Nähe zur Touristenhochburg Mexikos in Cancun lassen hier die Preise in unverschämte Höhe steigen. Uxmal und Chichen Itza liegen im Bundesstaat Yucatan und dieser erhebt eine Sonderabgabe von sage und schreibe 413 Pesos für Chichen Itza und 338 Pesos für Uxmal. Hinzu kommt der „normale“, staatliche Preis von 75 Pesos, den ich in allen anderen Stätten bezahlt habe. Satt 3,50 Euro also knapp 23 Euro für Chichen Itza und 19,20 Euro für Uxmal. Hinzu kommt in Chichen Itza eine regelrechte Besetzung der Stätte durch fliegende Händler, die den Charme der Stätte völlig zerstören.
Uxmal ist der Prototyp der reinen Maya Stadt. Viele Gebäude sind reich mit Reliefs und Skulpturen geschmückt. Die Pyramide des Wahrsagers, der Gouverneurspalast oder das Viereck der Nonnen sind die wichtigsten Gebäude. Uxmal wurde um 700 n.Chr. besiedelt, ab ca. 800 wurden die großen Bauten errichtet und um 1000 herum wieder verlassen.
Nach Chichen Itza musste ich ein ganzes Stück fahren, aber wenn die Klimaanlage läuft, kann man es aushalten. Auf der Rücktour hat mich dann ein Polizist angehalten, der mit mir nun gar nichts anfangen konnte. Er hat nach meinem Nummernschild gefragt, wo ich wohne und was ich hier mache. Ich passte überhaupt nicht in sein Weltbild. Am Ende hatte er alle meine Papiere, hat die alle fotografiert und dann einen „Pepe“ angerufen, der ihm dann wohl alles erklärt hat. Wir sind dann recht freundlich auseinander und ein Bild auf seiner Polizei Harley war dann auch noch drin.
Chichen Itza hingegen steht für die Verschmelzung der Maya mit der Tolteken Kultur, die um das Jahr 1000 aus Zentralmexiko einwanderten. Im 5. Jahrhundert entstanden, wurde es ab 1440 relativ schnell wieder verlassen. Die Pyramide des Wahrsagers, das Viereck der Nonnen oder die Venusplattform sind herausragende Bauten, die mit Reliefs reich verziert waren.

Das waren nun die Welterbestätten Mexikos. Was bleibt sind noch 10 Stätten in Mittelamerika…………..

Sep 06

Yucatan und die letzten Stätten Mexikos………….

Tlacotalpan war die nächste Station. Ca. 80 km südlich von Veracruz an der Karibikküste im Golf von Mexiko an einem Fluss gelegen. Es besitzt einen Flusshafen und die Gebäude stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts. Da brannte die Stadt nieder und wurde in Stein wieder aufgebaut. Kolonaden haben die Häuser, manche mit schön verzierten Säulen. Kribbelbunt alles, wie man es von der Karibik erwartet.

Geschlafen hab ich auf einem öffentlichen Parkplatz. Und was soll ich sagen, die Polizei stand in der nächsten Einfahrt mit einem Einsatzfahrzeug. Sie haben mich in Ruhe gelassen, ich hatte eher den Eindruck, sie standen da, wegen mir. Das kann aber auch täuschen. Die Einfahrt war die zum Hafenkapitän. Insgesamt hab ich eher den Eindruck, „gnädig“ von der Polizei behandelt zu werden. 2 Mal ist es mir jetzt schon passiert, dass das Navi mich von der falschen Seite in eine Einbahnstraße geschickt hat. 2 mal war auch prompt ein Polizist zur Stelle. Beide schimpften erst mit mir, haben mich dann mit Händedruck laufen lassen. Die wissen, glaub ich, auch manchmal nicht, wie sie sich verhalten sollen. Jedenfalls hab ich mich auf dem Parkplatz gut behütet gefühlt.

Anschließend bin ich dann nach Palenque gefahren. Ein Camping mitten im Wald, ich war im Regenwald angekommen. Nachts weckten mich Brüllaffen, an den Bäumen Epiphyten und natürlich Schlingpflanzen. Das Klima: um 35 -38 Grad bei entsprechender Luftfeuchte. Nur sitzen und dir spritzt der Schweiß von der Stirn. Die Stätten der Vorspanischen Kulturen werden immer kleiner und so wars auch hier. Da ich entsprechend vorbereitet ankomme, war ich in 3 Stunden mit fotografieren fertig und konnte mich wieder auf dem Camping ruhig hinsetzen und scheiben. Abends waren es 21:00 immer noch 31 Grad. Was tut man nicht alles für sein Hobby. Aber ob ichs nochmal mache, bezweifle ich stark.

Und heute bin ich weiter nach Campeche. Das ist schon auf der Halbinsel Yucatan und mit Uxmal und Chichen- Itza hab ich die letzten 2 Welterbestätten Mexikos vor mir.

Campeche war die Stelle, an der Spanier 1517 das erste Mal in Yucatan gelandet sind und am 22 März 1517 wurde hier der erste christliche Gottesdienst in Amerika gefeiert. Die Stadt entwickelte sich schnell und im 17. Jahrhundert gab es immer wieder Piratenüberfälle. Man befestigte die Stadt deshalb und diese Befestigungen sind jetzt Welterbe. Gleichzeitig hab ich den Palast des Gouverneurs im Stil der Moderne vorgefunden. Es gibt halt immer wieder Lichtblicke.

Nun hoff ich mal, das die Autoversicherung für die meisten Staaten Mittelamerikas morgen per Mail eintrudelt. Erst dann kann ich mich aufmachen um weiter zu fahren……………

Sep 01

in den Süden Mexikos……….

Eine letzte Konzentration von 2 Welterbestätten gab es in Oaxaca zu erleben. Es liegt bereits im Süden Mexikos. So hab ich mich nach einem Campingplatz umgesehen um dort auch gleich noch einen Rasttag einzulegen. Nach einer etwas holprigen Anfahrt bin ich dann auf dem besten Platz in ganz Mexiko gelandet. Eine sehr gepflegte Anlage, topsaubere Toiletten und Duschen, ein Pool und ein kurz gehaltener Rasen auf den Standplätzen, die ab Nachmittag im Schatten liegen. Besser geht es nicht. Und zur Begrüßung gab’s auch noch ein Bier.

Oaxaca selbst ist mit der Altstadt Welterbe. Die Häuser hier sind nicht hoch und die Mauern umso dicker. Die Gegend ist erdbebengefährdet. 1528 gegründet entwickelte sie sich schnell, da sie am Weg Veracruz – Mexiko liegt. Ein Erzbistum gibt es hier und viele Häuser aus vergangenen Jahrhunderten. Ein zweiter Teil der Welterbestätte sind die Ruinen von Monte Alban.  Auf einem Berg gelegen, war der Ort fast 1300 Jahre Hauptstadt der Olmeken, Zapoteken und auch noch der Mixteken. Ein Observatorium auf dem Hauptplatz gibt es hier, Stelen aus vorchristlicher Zeit  und eine Totenresidenz.

Die Stadt selbst glänzt mit chaotischem Verkehr. Die Fahrbahnen der Durchgangsstraße sind dermaßen verschlungen, das man sich plötzlich auf der anderen Fahrbahnseite wiederfindet. Sehr ungewöhnlich, aber die Leute hier wissen sicher, was sie gemacht haben.

Die zweite Welterbestätte war eine unsichtbare.
Die Prähistorischen Höhlen von Yagul und Mitla sind Höhlen, in denen uralte Samen und Essensreste gefunden wurden. Sie dokumentieren den Übergang des Menschen vom Jagen und Sammeln zur sesshaften Spezies. Das ich aber so gar nichts zu dieser Welterbestätte gefunden habe ist schon erstaunlich. Kein Museum oder ein Visitorcenter, noch nicht mal ein Hinweis in der örtlichen Touristinfo.

Nun geht’s noch an die Atlantikküste und in Palenque bin ich dann schon halb in Yukatan um die letzten Welterbestätten Mexikos zu besuchen………….

Aug 29

Rast bei, nicht auf Kakteen………………….

Ich denke mal, in Mexiko bin ich jetzt das letzte Mal Richtung Osten gefahren.  Xochicalco, eine Stadt, die in der sog. Zwischenzeit entstand, war das Ziel. Die Stadt liegt auf einem Berg in 3 Ebenen, besitzt mehrere beeindruckende Bauten und ein Observatorium um den Jahreslauf und die Erntetermine zu bestimmen. Leider war es nicht zugänglich. Die Pyramide der gefiederten Schlange auf dem Hauptplatz war die größte Attraktion. Auf dem Rückweg begegneten mir noch auf der Straße die heutigen Bewohner.

Der Campingplatz lag etwas abseits und so hatte ich eine längere Anreise und Anderntags bin ich auch abseits der großen Straßen unterwegs gewesen. Dabei eröffnet sich jedoch ein schwerwiegendes Problem: überall wo es sinnvoll erscheint und manchmal auch nicht werden Bodenwellen, Topes genannt, in den Asphalt eingelassen. In Ortschaften ist das regelmäßig der Fall. Man bremst ab bis auf vielleicht 15 – 20 km/h und rollt darüber. Oft sind sie gekennzeichnet, manchmal auch nicht, man sieht sie meistens trotzdem weil der Vordermann bremst, auf alle Fälle muss man höllisch aufpassen um nicht die ganze Ladung zu ruinieren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt jedoch rapide und die ständige Konzentration fordert auch ihren Tribut.

Das ist etwas, was hier absolut keinen Spaß macht.

Klöster von Franziskanern, Dominikanern und Augustinern standen danach auf dem Programm. Allesamt am Fuße des Popocatepetl, dem höchsten Berg Mexikos und aus der Anfangszeit der Missionierung um 1530. Schon das erste Kloster in Tepotzlan hat mich einigermaßen entsetzt. Das Gebäude, ein beeindruckender Bau, ruinös, nicht zu betreten, die Glocken abgenommen. Ein Schleppdach im Klostergelände unter freiem Himmel mit Altar und Kirchengestühl musste die Kirche ersetzten. 5 Klöster von 14 eingetragenen hab ich besucht. Nicht eine Kirche konnte ich betreten. Das Gute: an allen Kirchen wurde gebaut. Irgendwann kann man sie sicher wieder besuchen. Die Kirchen erinnern an Burgen, zinnenbewehrt, hoch gebaut mit schmalen Fenstern. Das Gelände ist mit einer Mauer umsäumt, innerhalb sind auch die anderen Gebäude des Klosters zu finden.

Am Ende blieb mir noch der Weg auf der Autobahn nach Puebla, südöstlich von Mexiko City. Eine Stadt, die sich für mich deutlich von anderen mexikanischen Städten abhebt. Eine grandiose Architektur, viele moderne Bauten, breite Straßen. Wohlstand ist allerorten zu sehen. VW hat hier ein Werk und natürlich werden die ganzen Zulieferer nicht weit sein. Die Stadt selbst hat ein historisches Zentrum als Welterbe. Früher lag sie auf dem Weg von Mexiko City nach Veracruz und war Etappenort. Schneller Wohlstand brachte viele Barockbauten hervor. Die Spezialität: die Fassaden sind mit türkiesen und blauen Kacheln, sog. Azulejos, verziert, ähnlich dem Mudejahrstil in Spanien. Die zweitgrößte Kathedrale, schöne Kirchen, ein Teatro Pricipal und die erste Bibliothek Amerikas, die von Bischof Juan de Palafox, gibt es hier.

Auf der Weiterfahrt nach Tehuacan bin ich in einem Botanischen Garten zum Übernachten gelandet, in einer Landschaft mit „Kakteenwäldern“. Die größte Biodiversität für Kakteen weltweit gibt es hier. Ich war also schon in der nächsten Welterbestätte, im Tehuacán-Cuicatlán Tal angekommen. In einer Welterbestätte habe ich das letzte Mal im Schloss von Njaswisch, in Weißrussland geschlafen. Zusätzlich gibt es hier noch landwirtschaftliche Anlagen und Salinen zu bestaunen…………..

Aug 24

mitten im Moloch…………

Mexiko City – ich bin mit dem öffentlichen Bus und dann mit der Metro reingefahren gefahren. Von weitem schon sieht man die Dunstglocke, die kaum einen Blick auf die City erlaubt. Zeiten für den Bus gab’s nicht. Man geht in Teotihuacan hin, kauft am Schalter eine Fahrkarte und stellt sich in die Reihe. Aller paar Minuten kommt ein Reisebus und sammelt die Reisenden ein. Ein Polizist überwacht alles permanent. Bei meiner 2. Fahrt hat er mich wie einen alten Freund begrüßt. Ein Angestellter der Buslinie geht mit der Videokamera an der Reihe lang und filmt die Gesichter. Die Busse sind permanent voll, 41 Pesos = 1,80 € für eine Stunde Fahrt. Die Metro dann, mit unglaublichen 25 Cent kann man den ganzen Tag da fahren. Lang sind die Züge, sehr schnell, immer voll. Manchmal Frauen und Männer separat, zumindest aber Frauen mit Kindern. Alle Stationen haben eigene Piktogramme, das hilft Analphabeten. Und, mit Kiew gemeinsam, an den Stationen gibt es freies Internet. Hab ich bisher nur in diesen beiden Städten erlebt. Interessant für mich als Mann; wenn man mit der Metro etwas länger fährt, kann man detailliert bestaunen wie das „Kunstwerk“ Frau entsteht. Oft schminken sich Frauen ganz ungeniert während der Fahrt und zwar von Anfang bis Ende, nicht bloß mal einen Lidstrich nachziehen.

Die Rückfahrt war die größte Hürde für mich. Das Busterminal del Norde. Ein riesiger Komplex. Unzählige Fahrkartenschalter der verschiedenen Buslinien, Imbisse dazwischen und Reisende ohne Ende. Irgendwann hab ich Teotihuacan gelesen und mich dort angestellt. Es war auch richtig, denn es fährt nur die eine Buslinie in die Stadt. Dann Sicherheitscheck wie am Flughafen, Gepäckröntgen, Leibesvisitation. Am Abfahrtsterminal wieder anstellen. Wenn ein Bus voll ist fährt er, der nächste kommt wenige Minuten später. Unmengen von Bussen gibt es da, für mich eine unübersehbare Anzahl an Linien. Und dann fahren noch die Kollektivos, Sammeltaxen mit fester Linie. Die Fahrzeuge alle von Nissan. Die Chefetage von denen muss doch angesichts des Umsatzes schon krumme Rücken vom Geldschleppen haben.

Teotihuacan, das Machtzentrum einer voraztekischen Kultur mit den größten Pyramiden Amerikas, die Wasserleitungen das Paters Tembleque, mit Aquädukten nach römischen Vorbild mit den höchsten einstufigen Bögen weltweit, die Altstadt Mexiko Citys, errichtet auf dem ehemaligen Palast Moctezumas II, des letzten Aztekenherrschers, die UNAM, Universidad Nacional Autonoma de Mexico mit ihren Gebäuden aus den frühen fünfziger Jahren, von Juan O Gordmann und Kollegen im Stil der Moderne errichtet und bis heute „die“ lateinamerikanische Ikone dieser Stilrichtung und schlussendlich die Casa Barragan, von Luis Barragan als Wohnhaus entworfen. Auch diese Casa ein hervorragendes Werk der lateinamerikanischen Moderne. Luis Barragan hat da europäische, lateinamerikanische und marokkanische Elemente zusammengeführt. Leider kann das Haus nur mit Registrierung über die Internetseite besichtigt werden. Hatte ich schon in Brno bei der Villa Tugendhat. Hier wie da hab ich mich also mit dem Garten begnügt.

Alle diese Stätten oder Gebäude sind in und um Mexiko City Weltkulturerbe. Ich hatte zu tun, dass ich mit schreiben nachkomme. Nun ist es fast geschafft, den Rest mach ich heute noch und dann geht’s wieder auf Tour…………………………..

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