und – zack – ist es vorbei……………

Nun ist es fast zu Ende.

Vorgestern war ich auf den Spuren des Welterbes Niedergermanischer Limes. Das Ergebnis ernüchternd: nur eine einzige Seite, roemer.nrw, widmet sich dem Thema und zeigt zumindest mal 24 Stätten in dem Bundesland auf. Nur: keine genauen Ortsangaben, auch in den Beschreibungen bleibt es vage und die Mitarbeiter der Tourist Informationen wissen, wenn überhaupt, nur eher von eigenen Erfahrungen und von keinen direkten Bestandteilen der Stätte zu berichten. Dafür erfährt man von Menschen vor Ort in Gesprächen immer noch das Meiste. In Bonn gibt es den Stadtteil Bonn – Castell, der vom Namen her schon auf römische Ursprünge weist und in einem Wohnhof zumindest ein Modell des wohl größten Kastells der Römer in der Gegend hat. Gleich daneben sind die Grundrisse einer Frühchristlichen Kirche in 3 Ausbaustufen zu sehen und ein Stück weiter der Nachbau eines römischen Kranes. Das ist also eher nur der südliche Beginn des Limes bis zur Nordsee. Die anderen Standorte sind also einem späteren Besuch vorbehalten.

Heute fahre ich noch bis kurz vor Hamburg um morgen die Elbestadt und einen Reisefreund zu besuchen. Am Sonnabend werde ich über Neubrandenburg die Rückreise antreten.

Was bleibt:

Fast 20.000 gefahrene Kilometer dieses Jahr, viele schöne Begegnungen mit Reisenden aber auch mit Einheimischen, tolle Naturerlebnisse, vor allem in Skandinavien, das Entsetzen über die unbeschreibliche Lärmbelastung im Rheintal oder im Ruhrpott entlang der Autobahnen, das Unverständnis über die Preisexplosion an den Tanksäulen (mit 1,23 für Diesel im Tank bin ich gestartet, heute bin ich froh mit 1,45 davonzukommen!) und immer wieder die Freude des freien und ungebundenen Umherziehens.

Für dieses Jahr soll es das hier gewesen sein und so wünsche ich schon mal ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr…………………

im Rheintal………

Nach Darmstadt wollte ich die jüdischen SchUM Städte in Deutschland mit Mainz abschließen. Leider hat man dort vergessen das Procedere zum Besuch des historischen Friedhofes „auf dem Hohen Sand“ mal irgendwo zu veröffentlichen. Ich habe vor dem Tor gestanden, an dem noch ein Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ befestigt war, jedoch war dieses zu. Erst nach aufwendigem Telefonieren war klar: ich hätte mich vorher anmelden müssen. An einen Spontanbesuch war also nicht zu denken.

Gut, bin ich weiter nach Bad Ems. Es war eine schöne Landstraße an Wiesbaden vorbei in den Odenwald hinein. Der Ort liegt an der Lahn, die wenig später in den Rhein mündet. Zentrum von Bad Ems ist eine riesige barocke Schlossanlage, die Trinkhalle, ein mondänes Hotel und die Spielbank beherbergt. Bedingt durch die Enge des Tales ist die Anlage längst nicht so groß wie die anderen beiden Bäder. Zaren hatten hier ihren Sommersitz Kaiser Wilhelm war auch da und eigenartiger Weise hat sich Bismarck, auf den sich auch die anderen beiden Bäder berufen, auch hier aufgehalten.

Heute aber, nach einer ausgiebigen Rast am Rhein mit Schiffe gucken und viel Sonne war ich gestern  in der Eiffel auf einer Vulkanstraße hoch über den umliegenden Bergen zum Schlafen gelandet.

Heute habe ich nun in Remagen die ersten Spuren der Römer am Niedergermanischen Limes gefunden. Ein paar wenige Reste einer Kastellbefestigung und ein nachgebildetes Tor.

Die Reste der Brücke von Remagen, berühmt durch die Vorgänge im WWII hab ich mir auch angesehen………

und zwischendurch: Luther………………

In Worms gab es die meisten sichtbaren Zeugnisse jüdischer Kultur von diesen 3 Städten. Während in Speyer nur archäologische Reste zu sehen waren, sind die Gebäude in Worms nach dem Krieg wieder aufgebaut worden. Auch gibt es wieder eine jüdische Gemeinde, der sich die Juden aus Speyer angeschlossen haben. Leider, wie schon so oft, waren die wichtigsten Gebäude in der Rekonstruktion. Aber Synagoge, Frauenschul und Jeschiwa, der Anbau in dem die Thorarolle aufbewahrt wird, sind noch intakt. Da Raschi Haus ist ein moderner Bau der sich auf den Grundmauern des alten Baues erhebt.  Hier soll dieser Gelehrte Raschi gewirkt haben. Etwas außerhalb befindet sich der älteste Jüdische Friedhof Europas von 1104. Leichenhaus, ritueller Brunnen und das Rabbi Tal, eine Senke in der nur Rabbiner bestattet wurden findet sich hier.

Quasi als Kollateralschaden befand ich mich mitten in der Würdigung des 500. Jahrestages des Wormser Reichstages auf dem Luther seine Lehren abschwören sollte. Einen Lutherweg durch die Stadt gab es und auch das größte Lutherdenkmal weltweit. Zusätzlich fiel mir auf, dass viele Jugendliche mit schwarzen medizinischen Masken die Stadt bevölkerten. Ob das unachtsam oder bewusst war, weiß ich nicht.

Und heute die Mathildenhöhe. Jugendstil bis zum Abwinken. 1899 gründete Herzog Ernst Ludwig von Hessen die Künstlerkolonie und veranstaltete insgesamt 4 Ausstellungen bis 1914, die große internationale Aufmerksamkeit erregten. Sichtbares Zeichen: der Hochzeitsturm von 1908, das Wahrzeichen von Darmstadt. Daneben viele Künstlerhäuser, Plastiken, ein Platanenhain. Eine sehenswerte Ausstellung gibt es. Leider auch hier, vieles in Rekonstruktion………..

nun wieder nordwärts………

Heute ist Tag der Deutschen Einheit. Für mich immer noch ein denkwürdiger Tag, egal was bis jetzt passiert ist.

Ich bin mittlerweile in Worms gelandet. Nach Bad Kissingen fuhr ich weiter südwärts. Stuttgart war die nächste Station. Meine beiden Mexikaner, Ingrid und Bernd, waren von ihrer Sommertour zurück. Zeit zum quatschen und Pläne austauschen. Sie wollen in den Norden, sogar über Weihnachten. Weihnachten nicht zu Hause ist aber nichts für mich.
Und weiter gings nach Baden Baden, der 2. der Kurorte Europas. Auch hier alles sehr mondän, viele Bauten aus der Gründerzeit. Das Publikum war, nach den Nummernschildern der Autos zu urteilen, deutlich osteuropäischer geprägt als in Bad Kissingen.
Und nun geht es bis Hamburg nur noch nordwärts.
Unterwegs bin ich auf ein großes Industriegebiet in Waghäusel gestoßen. Hier gab es eine Schlossanlage, Eremitage, der Kölner Fürstbischöfe. Diese wurde nach dem Krieg von dem Betrieb Südzucker gekauft und darauf die erste große Zuckerfabrik gebaut. Durch Zufall, so geht die Mär, ist die alte Wegestruktur des Parks die ganzen Jahre erhalten geblieben. Und so wurde, da auch die Bauten noch existieren, die ganze Anlage rekonstruiert und ist, gemeinsam mit einem daneben befindlichen Kloster, heute sehr sehenswert. Das große Zuckersilo ist wohl erst vergangenes Jahr abgerissen worden.
Speyer mit seinem Dom war das nächste Ziel. Sie haben seit diesem Jahr eine 2. Welterbestätte. Die Stadt gehört zu den sog. SchUM Städten neben Worms und Mainz. SchUM bezeichnet dabei die Anfangsbuchstaben der 3 Städte in hebräischer Sprache. Vom 11. bis zum 16. Jahrhundert gab es in diesen Städten eine sehr aktive jüdische Tradition die von, in Europa, wegweisenden Bauten der Religionsausübung bis zu Kommentaren der hebräischen Bibel reichen, die heute noch gedruckt werden.

In Speyer sind mit dem ehemaligen Judenhof beachtliche, ruinöse Überreste aus dieser Zeit erhalten.
Dazu zählt die erste, in Europa nachweisbare, Mikwe (religiöses Bad), die Synagoge und die Judenschul (Frauenbetraum).

Nun bin ich mal gespannt, was mich morgen in Worms erwartet…………

die erste Welterbestätte……….

Weimar und Erfurt ist es geworden, in Gotha habe ich Freunde besucht und die Bauten der Moderne sind zu kurz gekommen.

Weimar als die Geburtsstätte des Bauhauses schlechthin, hat so viele Bauten des Baustiles nicht. Im Grunde „nur“ das Haus am Horn als Experimentalbau, das ich schon im Rahmen der Welterbestätte Bauhaus besuchte. Das Direktorenzimmer in der Bauhausuniversität wird noch erwähnt, welches aber der Innenarchitektur zuzuordnen ist. Walter Gropius hat darüber hinaus ein Denkmal der Märzgefallenen auf dem alten Friedhof gestaltet, das der Gefallenen des Kapp Putsches in Weimar 1920 gedenkt. Und unmittelbar neben Weimar in Gelmeroda steht das Experimentalhaus von Erich Neufert. Ein Holzhaus, welches in 10 Tagen errichtet wurde um standardisiertes, preiswertes Bauen zu demonstrieren.

Erfurt hingegen hat eine große Zahl an Bauten der neuen Moderne. Insbesondere in der Kämpfervorstadt sind einige Wohnblocks in diesem Stil entstanden. Darüber hinaus lies die AOK 1928/ 29 von Theo Kellner in der Augustiner Straße ein modernes Verwaltungsgebäude errichten.

Nun habe ich auf dem Weg nach Baden Baden schon fast Stuttgart erreicht und habe unterwegs Bad Kissingen besucht. Beide Orte sind, neben Bad Ems, Bestandteil der 11 Orte umfassenden Welterbestätte „Die großen Kurorte Europas“. Damit sollen die großen Traditionen der europäischen Kur Kultur ab dem 18. Jahrhundert gewürdigt werden. Immer sind es Orte, in denen geschlossene bauliche Ensembles um Mineralquellen herum entstanden sind. Das tschechische Bäderdreieck gehört noch dazu, Spa in Belgien oder Bath in England……………….

nun nochmal in Deutschland……..

Ich bin, wie geplant, nochmal losgezogen. Deutschland mit Bauhaus- oder Stätten der neuen Moderne in Thüringen zuerst.

Gera hat mich da sehr überrascht. Thilo Schoder, Meisterschüler Henry van de Veldes, hat hier sehr segensreich gewirkt, aber auch der Meister selbst mit seiner Villa Schulenburg. Jedoch nicht nur die Beiden, auch andere wirkten hier und so kann man an den richtigen Stellen eine Menge architektonische Leckerbissen erleben. Leider ist daneben aber auch eine Menge Verfall zu sehen, sodass der Eindruck Geras doch leider zwiespältig bleibt.

In Jena gibt es einige schöne Beispiele des neuen Bauens. Walter Gropius hat hier gewirkt, Ernst Neufert und andere. Die Studentenmensa am Philosophenweg und das Abbeanum sind wegweisende Bauten des Bauhauses in der Stadt, gebaut von Ernst Neufert.

Gropius hat unter Anwendung des in Weimar entwickelten Baukastenprinzips 2 Villen in der Stadt beigesteuert. Und Bauhausgründervater Henry van de Velde schuf hier das Ernst Abbe Denkmal. Genug zu tun also, aber bei halbwegs schönem Wetter war es ein ausgiebiger Stadtspaziergang.

Etwas abseits der Route nach Weimar lag noch Apolda. Hier hat Egon Eiermann für das Feuerlöschgerätewerk 1938/39 einen Fabrikanbau mit Bürokomplex realisiert. Leider steht der rekonstruierte Komplex leer, aber man bemüht sich um eine Nachnutzung.

Nun steht noch Erfurt und Gotha auf dem Programm und dann will ich mich mal den Welterbestätten widmen……………………

und los gehts wieder ……………

Vergangene Woche auf der Fahrt in den Allgäu sind mir auf der Autobahn die vielen Camper aufgefallen………..  Die Gemeinde kommt noch lange nicht zur Ruhe – toll

Und so will auch ich wieder aufbrechen. Bauhaus und Neue Moderne in Thüringen zunächst und dann zumindest einiges an Weltkulturerbestätten in Deutschland. Die Auswahl der Stätten wird nach meiner Auffassung immer skurriler. Schon die Welterbestätte Montanregion Erzgebirge ist ja kaum noch fassbar als „die“ Stätte mir ihren vielen Standorten. Das setzt sich jedoch weiter fort. Es gibt jetzt eine Stätte: „Römischer Limes – Niederdeutscher Limes“ mit unfassbaren 107 Einzelstandorten in Deutschland und den Niederlanden. Der „Donaulimes – westlicher Teil“ hingegen hat „nur“ 77 Standorte, zieht sich aber über Deutschland, Österreich und der Slowakei. Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist der einzige Singlestandort – eine Rarität. Dazwischen: Bäderkultur in Europa mit 11 Standorten in 7 Ländern und Orte jüdischer Kultur mit 3 Standorten in Deutschland.

Ich bin der Meinung, Deutschland würde eine Selbstbeschränkung auf die jetzt benannten Stätten gut zu Gesicht stehen. Das sehen die Protagonisten potentieller Neubewerber natürlich ganz anders.

Nun will ich mal losziehen und sehen, was mich so unterwegs erwartet…………………..

nach Hause………..

In Häverud, auf dem Weg nach Hause lag noch der Dalsland Kanal. Ein Industriedenkmal aus dem Jahre 1866. Die Kanalbrücke über einen Fluss führt Schiffe zu einer in den Fels gehauenen Schleuse und verbindet damit 2 Seen. Das Ganze wird noch von einer Straßenbrücke und einer Eisenbahnbrücke überspannt. Mehr auf so kleinem Raum geht nicht.

Dann aber ist nicht mehr viel zu berichten. Göteborg hab ich links liegen gelassen und bin dann nach Trelleborg um nach der Fähre direkt bis Chemnitz durchzufahren.

Seit Donnerstag bin ich nun wieder in Deutschland und die Maske hat mich wieder……………..

Ab Mitte September will ich mich aber nochmal 4 Wochen in Deutschland tummeln. 3 neue Welterbestätten gibt es, noch einiges an Bauten der neuen Moderne und zuletzt das große Taikotrommeltreffen in Hamburg mit Leuten aus ganz Europa………………

im Süden………

Östersund hat ein Samen Museum, einen der größten Marktplätze Schwedens und ist sehr weitläufig. Die Innenstadt hat eine bunte Einkaufszone voller Kunstwerke und zum Glück hatte der Regen während der Besichtigung mal ein bisschen nachgelassen.

Über Sveg, Orsa und Mora bin ich dann bis Karlstad, die erste größere Stadt seit langem, gekommen. 300 km fast ständig durch Wald, kahle sumpfige Hochmoorflächen und Seen. Kleine Ortschaften, hin und wieder mal eine größere Häuseransammlung, das war alles. Auf jeden Fall waren die Nächte ruhig und einsam. Viele Camper sind mir entgegengekommen, fast alles Deutsche. Bayern zumeist, Sachsen- Anhalter, ein paar Thüringer. Dazu erstaunlich viele Belgier, ein paar Schweizer, hin und wieder auch Osteuropäer.

Hier in Karlstad meine ich auch wieder in bewohnten Gebieten, wie ich es kenne, zu sein. Ampeln hab ich z.B. lange nicht gesehen, Ortseingangsschilder auch nicht.

Unterwegs hab ich in einem kleinen Ort, Älvros, eine reizende alte Holzkirche mit einer interessanten Architektur gefunden, die im Inneren ein Holzgewölbe aufwies.

Ebenfalls auf dem Weg, schon ziemlich weit im Süden: Morfors Bruk – Eine Eisenhütte aus dem 18. Jahrhundert, die noch relativ gut erhalten ist. Diese Hütte gehört zu einigen gut erhaltenen Stätten der Metallurgie in Mittelschweden zu der auch die Welterbestätten Engelsburg und Falun gehören. Und während immer mehr Bäume zumindest ein paar gelbe oder gar rote Blätter zeigen werde ich nun meine letzten Kilometer in Schweden zurücklegen um nächsten Donnerstag hoffentlich unbeschadet nach Deutschland zurückzukehren………………………..

Richtung Süden…………..

Nach ewig langer Zeit sitze ich wieder mal in einem MC Donalds in Östersund zum Posten. Die norwegische Grenze liegt nun schon eine Weile hinter mir. Der Torghatten, Norwegens Nationalberg, mit seinem Loch in der Mitte, hatte mich nach der Fähre von der Vega Insel aus Norwegen verabschiedet. Zur Einreise nach Schweden von Norwegen aus benötigt man keinerlei Nachweise. Es ist angenehm, mal wieder so ohne alles über eine Grenze fahren zu können. Das geschah bei Tärnaby  und ich traf auf die E 12, der ich schon Richtung Norden folgte.

Nicht weit von Vilhelmina, der Hauptstadt der Wildnis Route, gab’s mit großem Hallo ein Wiedersehen mit Gabi und Manfred, die Reisefreunde aus Kanada.

Mittleiweile fahre ich die A 45, den Inlands vagen, Richtung Süden. Und so langsam und ganz leise verändert sich hier die Umgebung: Erste Markierungen der Straßen für den Schneepflug später sind zu sehen oder hier und da färben sich die ersten Blätter gelb. Vorboten der sich ändernden Jahreszeit. Hier oben sicher noch viel eher als bei uns.

Zurzeit regnet es ununterbrochen. Mal sehen, ob ich von der Studenten- und Verwaltungsstadt noch etwas sehe…………………

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