Sep 08

erledigt…done…hecho

Es ist Sonntag und von der Versicherung hab ich noch nichts gehört. Morgen fahre ich nun nach Chetumal, an der Grenze zu Belize. Das Land will ich nur durchqueren um in Guatemala nach Tikal zu gelangen. Die erste Welterbestätte dort. Ich hoffe, die Versicherung erreicht mich nun bald.
Ich bin auf der Sabacche Ranch untergekommen, einer Ökoeinrichtung. Und so, wie es sich anhört ist es auch. Die Hühner laufen bei Fuß, sie denken es gibt was zu essen. Kleine Yucatan Schweine laufen hier frei rum. Die sind so klein, das reicht grad fürs Frühstück. Ich hab eine Cabana, eine Hütte mit Dusche und Moskitonetz übern Bett. Aber ein Ventilator spendet Luft und die Lehmwände halten die größte Hitze fern.
Die Zufahrt auf einer Nebenstraße war magisch. Ich fahre durch Regenwald, die Bäume bilden ein lichtes Blätterdach, schlecht um Schlaglöcher zu sehen, aber ganz zauberhaft die vielen Schmetterlinge in dem Blättertunnel. Das schwirrt vor dem Auto, ich hab das schon mal im Vorspann eines 3 D Filmes gesehen. Da ich wegen der Schlaglöcher nicht schnell fahren kann, drückt die Druckwelle des Busses die meisten zur Seite und sie müssen nicht in meinem Kühlergrill sterben.
Die beiden letzten Welterbestätten in Mexiko haben mir doch noch Verdruss bereitet. Wie ich schon in Palenque feststellte, werden die Stätten immer kleiner und die Nähe zur Touristenhochburg Mexikos in Cancun lassen hier die Preise in unverschämte Höhe steigen. Uxmal und Chichen Itza liegen im Bundesstaat Yucatan und dieser erhebt eine Sonderabgabe von sage und schreibe 413 Pesos für Chichen Itza und 338 Pesos für Uxmal. Hinzu kommt der „normale“, staatliche Preis von 75 Pesos, den ich in allen anderen Stätten bezahlt habe. Satt 3,50 Euro also knapp 23 Euro für Chichen Itza und 19,20 Euro für Uxmal. Hinzu kommt in Chichen Itza eine regelrechte Besetzung der Stätte durch fliegende Händler, die den Charme der Stätte völlig zerstören.
Uxmal ist der Prototyp der reinen Maya Stadt. Viele Gebäude sind reich mit Reliefs und Skulpturen geschmückt. Die Pyramide des Wahrsagers, der Gouverneurspalast oder das Viereck der Nonnen sind die wichtigsten Gebäude. Uxmal wurde um 700 n.Chr. besiedelt, ab ca. 800 wurden die großen Bauten errichtet und um 1000 herum wieder verlassen.
Nach Chichen Itza musste ich ein ganzes Stück fahren, aber wenn die Klimaanlage läuft, kann man es aushalten. Auf der Rücktour hat mich dann ein Polizist angehalten, der mit mir nun gar nichts anfangen konnte. Er hat nach meinem Nummernschild gefragt, wo ich wohne und was ich hier mache. Ich passte überhaupt nicht in sein Weltbild. Am Ende hatte er alle meine Papiere, hat die alle fotografiert und dann einen „Pepe“ angerufen, der ihm dann wohl alles erklärt hat. Wir sind dann recht freundlich auseinander und ein Bild auf seiner Polizei Harley war dann auch noch drin.
Chichen Itza hingegen steht für die Verschmelzung der Maya mit der Tolteken Kultur, die um das Jahr 1000 aus Zentralmexiko einwanderten. Im 5. Jahrhundert entstanden, wurde es ab 1440 relativ schnell wieder verlassen. Die Pyramide des Wahrsagers, das Viereck der Nonnen oder die Venusplattform sind herausragende Bauten, die mit Reliefs reich verziert waren.

Das waren nun die Welterbestätten Mexikos. Was bleibt sind noch 10 Stätten in Mittelamerika…………..

Sep 06

Yucatan und die letzten Stätten Mexikos………….

Tlacotalpan war die nächste Station. Ca. 80 km südlich von Veracruz an der Karibikküste im Golf von Mexiko an einem Fluss gelegen. Es besitzt einen Flusshafen und die Gebäude stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts. Da brannte die Stadt nieder und wurde in Stein wieder aufgebaut. Kolonaden haben die Häuser, manche mit schön verzierten Säulen. Kribbelbunt alles, wie man es von der Karibik erwartet.

Geschlafen hab ich auf einem öffentlichen Parkplatz. Und was soll ich sagen, die Polizei stand in der nächsten Einfahrt mit einem Einsatzfahrzeug. Sie haben mich in Ruhe gelassen, ich hatte eher den Eindruck, sie standen da, wegen mir. Das kann aber auch täuschen. Die Einfahrt war die zum Hafenkapitän. Insgesamt hab ich eher den Eindruck, „gnädig“ von der Polizei behandelt zu werden. 2 Mal ist es mir jetzt schon passiert, dass das Navi mich von der falschen Seite in eine Einbahnstraße geschickt hat. 2 mal war auch prompt ein Polizist zur Stelle. Beide schimpften erst mit mir, haben mich dann mit Händedruck laufen lassen. Die wissen, glaub ich, auch manchmal nicht, wie sie sich verhalten sollen. Jedenfalls hab ich mich auf dem Parkplatz gut behütet gefühlt.

Anschließend bin ich dann nach Palenque gefahren. Ein Camping mitten im Wald, ich war im Regenwald angekommen. Nachts weckten mich Brüllaffen, an den Bäumen Epiphyten und natürlich Schlingpflanzen. Das Klima: um 35 -38 Grad bei entsprechender Luftfeuchte. Nur sitzen und dir spritzt der Schweiß von der Stirn. Die Stätten der Vorspanischen Kulturen werden immer kleiner und so wars auch hier. Da ich entsprechend vorbereitet ankomme, war ich in 3 Stunden mit fotografieren fertig und konnte mich wieder auf dem Camping ruhig hinsetzen und scheiben. Abends waren es 21:00 immer noch 31 Grad. Was tut man nicht alles für sein Hobby. Aber ob ichs nochmal mache, bezweifle ich stark.

Und heute bin ich weiter nach Campeche. Das ist schon auf der Halbinsel Yucatan und mit Uxmal und Chichen- Itza hab ich die letzten 2 Welterbestätten Mexikos vor mir.

Campeche war die Stelle, an der Spanier 1517 das erste Mal in Yucatan gelandet sind und am 22 März 1517 wurde hier der erste christliche Gottesdienst in Amerika gefeiert. Die Stadt entwickelte sich schnell und im 17. Jahrhundert gab es immer wieder Piratenüberfälle. Man befestigte die Stadt deshalb und diese Befestigungen sind jetzt Welterbe. Gleichzeitig hab ich den Palast des Gouverneurs im Stil der Moderne vorgefunden. Es gibt halt immer wieder Lichtblicke.

Nun hoff ich mal, das die Autoversicherung für die meisten Staaten Mittelamerikas morgen per Mail eintrudelt. Erst dann kann ich mich aufmachen um weiter zu fahren……………

Sep 01

in den Süden Mexikos……….

Eine letzte Konzentration von 2 Welterbestätten gab es in Oaxaca zu erleben. Es liegt bereits im Süden Mexikos. So hab ich mich nach einem Campingplatz umgesehen um dort auch gleich noch einen Rasttag einzulegen. Nach einer etwas holprigen Anfahrt bin ich dann auf dem besten Platz in ganz Mexiko gelandet. Eine sehr gepflegte Anlage, topsaubere Toiletten und Duschen, ein Pool und ein kurz gehaltener Rasen auf den Standplätzen, die ab Nachmittag im Schatten liegen. Besser geht es nicht. Und zur Begrüßung gab’s auch noch ein Bier.

Oaxaca selbst ist mit der Altstadt Welterbe. Die Häuser hier sind nicht hoch und die Mauern umso dicker. Die Gegend ist erdbebengefährdet. 1528 gegründet entwickelte sie sich schnell, da sie am Weg Veracruz – Mexiko liegt. Ein Erzbistum gibt es hier und viele Häuser aus vergangenen Jahrhunderten. Ein zweiter Teil der Welterbestätte sind die Ruinen von Monte Alban.  Auf einem Berg gelegen, war der Ort fast 1300 Jahre Hauptstadt der Olmeken, Zapoteken und auch noch der Mixteken. Ein Observatorium auf dem Hauptplatz gibt es hier, Stelen aus vorchristlicher Zeit  und eine Totenresidenz.

Die Stadt selbst glänzt mit chaotischem Verkehr. Die Fahrbahnen der Durchgangsstraße sind dermaßen verschlungen, das man sich plötzlich auf der anderen Fahrbahnseite wiederfindet. Sehr ungewöhnlich, aber die Leute hier wissen sicher, was sie gemacht haben.

Die zweite Welterbestätte war eine unsichtbare.
Die Prähistorischen Höhlen von Yagul und Mitla sind Höhlen, in denen uralte Samen und Essensreste gefunden wurden. Sie dokumentieren den Übergang des Menschen vom Jagen und Sammeln zur sesshaften Spezies. Das ich aber so gar nichts zu dieser Welterbestätte gefunden habe ist schon erstaunlich. Kein Museum oder ein Visitorcenter, noch nicht mal ein Hinweis in der örtlichen Touristinfo.

Nun geht’s noch an die Atlantikküste und in Palenque bin ich dann schon halb in Yukatan um die letzten Welterbestätten Mexikos zu besuchen………….

Aug 29

Rast bei, nicht auf Kakteen………………….

Ich denke mal, in Mexiko bin ich jetzt das letzte Mal Richtung Osten gefahren.  Xochicalco, eine Stadt, die in der sog. Zwischenzeit entstand, war das Ziel. Die Stadt liegt auf einem Berg in 3 Ebenen, besitzt mehrere beeindruckende Bauten und ein Observatorium um den Jahreslauf und die Erntetermine zu bestimmen. Leider war es nicht zugänglich. Die Pyramide der gefiederten Schlange auf dem Hauptplatz war die größte Attraktion. Auf dem Rückweg begegneten mir noch auf der Straße die heutigen Bewohner.

Der Campingplatz lag etwas abseits und so hatte ich eine längere Anreise und Anderntags bin ich auch abseits der großen Straßen unterwegs gewesen. Dabei eröffnet sich jedoch ein schwerwiegendes Problem: überall wo es sinnvoll erscheint und manchmal auch nicht werden Bodenwellen, Topes genannt, in den Asphalt eingelassen. In Ortschaften ist das regelmäßig der Fall. Man bremst ab bis auf vielleicht 15 – 20 km/h und rollt darüber. Oft sind sie gekennzeichnet, manchmal auch nicht, man sieht sie meistens trotzdem weil der Vordermann bremst, auf alle Fälle muss man höllisch aufpassen um nicht die ganze Ladung zu ruinieren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt jedoch rapide und die ständige Konzentration fordert auch ihren Tribut.

Das ist etwas, was hier absolut keinen Spaß macht.

Klöster von Franziskanern, Dominikanern und Augustinern standen danach auf dem Programm. Allesamt am Fuße des Popocatepetl, dem höchsten Berg Mexikos und aus der Anfangszeit der Missionierung um 1530. Schon das erste Kloster in Tepotzlan hat mich einigermaßen entsetzt. Das Gebäude, ein beeindruckender Bau, ruinös, nicht zu betreten, die Glocken abgenommen. Ein Schleppdach im Klostergelände unter freiem Himmel mit Altar und Kirchengestühl musste die Kirche ersetzten. 5 Klöster von 14 eingetragenen hab ich besucht. Nicht eine Kirche konnte ich betreten. Das Gute: an allen Kirchen wurde gebaut. Irgendwann kann man sie sicher wieder besuchen. Die Kirchen erinnern an Burgen, zinnenbewehrt, hoch gebaut mit schmalen Fenstern. Das Gelände ist mit einer Mauer umsäumt, innerhalb sind auch die anderen Gebäude des Klosters zu finden.

Am Ende blieb mir noch der Weg auf der Autobahn nach Puebla, südöstlich von Mexiko City. Eine Stadt, die sich für mich deutlich von anderen mexikanischen Städten abhebt. Eine grandiose Architektur, viele moderne Bauten, breite Straßen. Wohlstand ist allerorten zu sehen. VW hat hier ein Werk und natürlich werden die ganzen Zulieferer nicht weit sein. Die Stadt selbst hat ein historisches Zentrum als Welterbe. Früher lag sie auf dem Weg von Mexiko City nach Veracruz und war Etappenort. Schneller Wohlstand brachte viele Barockbauten hervor. Die Spezialität: die Fassaden sind mit türkiesen und blauen Kacheln, sog. Azulejos, verziert, ähnlich dem Mudejahrstil in Spanien. Die zweitgrößte Kathedrale, schöne Kirchen, ein Teatro Pricipal und die erste Bibliothek Amerikas, die von Bischof Juan de Palafox, gibt es hier.

Auf der Weiterfahrt nach Tehuacan bin ich in einem Botanischen Garten zum Übernachten gelandet, in einer Landschaft mit „Kakteenwäldern“. Die größte Biodiversität für Kakteen weltweit gibt es hier. Ich war also schon in der nächsten Welterbestätte, im Tehuacán-Cuicatlán Tal angekommen. In einer Welterbestätte habe ich das letzte Mal im Schloss von Njaswisch, in Weißrussland geschlafen. Zusätzlich gibt es hier noch landwirtschaftliche Anlagen und Salinen zu bestaunen…………..

Aug 24

mitten im Moloch…………

Mexiko City – ich bin mit dem öffentlichen Bus und dann mit der Metro reingefahren gefahren. Von weitem schon sieht man die Dunstglocke, die kaum einen Blick auf die City erlaubt. Zeiten für den Bus gab’s nicht. Man geht in Teotihuacan hin, kauft am Schalter eine Fahrkarte und stellt sich in die Reihe. Aller paar Minuten kommt ein Reisebus und sammelt die Reisenden ein. Ein Polizist überwacht alles permanent. Bei meiner 2. Fahrt hat er mich wie einen alten Freund begrüßt. Ein Angestellter der Buslinie geht mit der Videokamera an der Reihe lang und filmt die Gesichter. Die Busse sind permanent voll, 41 Pesos = 1,80 € für eine Stunde Fahrt. Die Metro dann, mit unglaublichen 25 Cent kann man den ganzen Tag da fahren. Lang sind die Züge, sehr schnell, immer voll. Manchmal Frauen und Männer separat, zumindest aber Frauen mit Kindern. Alle Stationen haben eigene Piktogramme, das hilft Analphabeten. Und, mit Kiew gemeinsam, an den Stationen gibt es freies Internet. Hab ich bisher nur in diesen beiden Städten erlebt. Interessant für mich als Mann; wenn man mit der Metro etwas länger fährt, kann man detailliert bestaunen wie das „Kunstwerk“ Frau entsteht. Oft schminken sich Frauen ganz ungeniert während der Fahrt und zwar von Anfang bis Ende, nicht bloß mal einen Lidstrich nachziehen.

Die Rückfahrt war die größte Hürde für mich. Das Busterminal del Norde. Ein riesiger Komplex. Unzählige Fahrkartenschalter der verschiedenen Buslinien, Imbisse dazwischen und Reisende ohne Ende. Irgendwann hab ich Teotihuacan gelesen und mich dort angestellt. Es war auch richtig, denn es fährt nur die eine Buslinie in die Stadt. Dann Sicherheitscheck wie am Flughafen, Gepäckröntgen, Leibesvisitation. Am Abfahrtsterminal wieder anstellen. Wenn ein Bus voll ist fährt er, der nächste kommt wenige Minuten später. Unmengen von Bussen gibt es da, für mich eine unübersehbare Anzahl an Linien. Und dann fahren noch die Kollektivos, Sammeltaxen mit fester Linie. Die Fahrzeuge alle von Nissan. Die Chefetage von denen muss doch angesichts des Umsatzes schon krumme Rücken vom Geldschleppen haben.

Teotihuacan, das Machtzentrum einer voraztekischen Kultur mit den größten Pyramiden Amerikas, die Wasserleitungen das Paters Tembleque, mit Aquädukten nach römischen Vorbild mit den höchsten einstufigen Bögen weltweit, die Altstadt Mexiko Citys, errichtet auf dem ehemaligen Palast Moctezumas II, des letzten Aztekenherrschers, die UNAM, Universidad Nacional Autonoma de Mexico mit ihren Gebäuden aus den frühen fünfziger Jahren, von Juan O Gordmann und Kollegen im Stil der Moderne errichtet und bis heute „die“ lateinamerikanische Ikone dieser Stilrichtung und schlussendlich die Casa Barragan, von Luis Barragan als Wohnhaus entworfen. Auch diese Casa ein hervorragendes Werk der lateinamerikanischen Moderne. Luis Barragan hat da europäische, lateinamerikanische und marokkanische Elemente zusammengeführt. Leider kann das Haus nur mit Registrierung über die Internetseite besichtigt werden. Hatte ich schon in Brno bei der Villa Tugendhat. Hier wie da hab ich mich also mit dem Garten begnügt.

Alle diese Stätten oder Gebäude sind in und um Mexiko City Weltkulturerbe. Ich hatte zu tun, dass ich mit schreiben nachkomme. Nun ist es fast geschafft, den Rest mach ich heute noch und dann geht’s wieder auf Tour…………………………..

Aug 21

der Osten…………

Von Querétaro gings wieder in die Berge Richtung Osten. 2 Welterbestätten bis fast zum Atlantik erwarteten mich. In dieser Gegend ist die Sierra Gorda zu finden. Ein Gebirge, bei dem man so um 1500 bis 2000 Höhenmeter fährt und die Berge entsprechend höher sind. Ehe ich aber so richtig drin war, lag am meinem Weg der Pena de Bernal, quasi als Kollateralschaden. Es ist ein riesiger Monolith, der da aus der Erde ragt und soll der drittgrößte der Welt sein. Die Berge wurden immer höher, die Temperaturen auch und mit jedem Meter Richtung Atlantik stieg auch die Luftfeuchtigkeit. Ein Klima so gar nicht nach meinem Geschmack. Und mitten in den Bergen die Missionen der Franziskaner, Jalpan, Matamoros und Tilaco die Orte. Sie waren die letzten Missionen, die die Franziskaner um 1750 errichteten bevor sie ihre Missionstätigkeit einstellten. Alle in etwa gleich gestaltet mit reich verziertem Westwerk, nur ein Turm, großem ummauertem Hof, innen mit Kalk, außen mit Gips verputzt. Die Angaben auf der UNESCO Website waren sehr ungenau und so bin ich erstmal in die Pampa gefahren, was hier unbefestigte Straße und Unmengen von Staub heißt. Auf einem Campingplatz war ich dann alleine und konnte die Nacht bei 27 Grad mit offenen Türen ganz gut überstehen.

Und immer weiter Richtung Osten, um El Tajin zu erreichen. Die Vegetation änderte sich sehr. Bananestauden, Palmen, und viele der bei uns mühsam in Töpfen gezogenen Gewächse, Yucca und wie sie alle heißen, wachsen hier in schier unglaublicher Größe.

El Tajin hatte vom 7. – 9. Jahrhundert seine Blüte. In der Zeit, als Teotihuacan unterging und bevor das Aztekenreich erstarkte. Wichtigster Bau da ist die Nischenpyramide, 25 m hoch, mit 365 Nischen entsprechend dem Sonnenjahr und einer Grundfläche von 1225 qm. Berühmt ist die Stadt durch seine Ballspielplätze, 17 Stück an der Zahl. Ballspiele dienten wohl damals auch rituellen Zwecken.

Von El Tajin bin ich nach Mexiko City, oder besser nach Teotihuacan gefahren. Ein Campingplatz hier mit guter Infrastruktur wird nun für ein paar Tage meine „Heimat“ werden und morgen geht’s erst mit dem Bus und dann mit der Metro in den größten Siedlungsmoloch der Welt. Mal sehen, ob ich da heil wieder zurück komme………….

Aug 17

nochmal das Deutsche…………

Hier in Mexiko erlebe ich es immer wieder, wie freundlich und begeistert die Mexikaner von Deutschen sind. Da klebt schon mal einer schwarz, rot, goldene Streifen an sein Auto, die Polizei kontrolliert Amerikaner und winkt Deutsche durch, ein Mann im Lokal sprach mich auf Englisch an und war dann ganz begeistert, dass ich Deutscher bin. Was er allerdings nicht verstand ist, dass ich auch noch Englisch sprach. Und so passieren fast täglich solche Sachen. Von deutschen Autos schwärmen sie auch wie verrückt. Kurz: eine Begeisterung fürs Deutsche, die ich manchmal in Deutschland bei den eigenen Leuten vermisse.

Ich bin noch mal in den Norden gefahren, nach Zacatecas. Die Stadt war durch Silberfunde einst die reichste Stadt Mexicos. Die Stadt hat noch einen geschlossenen Stadtkern aus dem 17. Jahrhundert mit barocker Architektur, die europäische und einheimische Elemente vereinigt.
1730 – 1760 entstand die Kathedrale, deren überaus prächtiges Westwerk christliche und indigene Elemente miteinander vereint. Auch andere Kirchen aus dieser Zeit zeigen eine solche Ausstattung. Im 19. Jahrhundert, 1834, entstand das Calderon Theater. Im Industriedesign aus dem Jahr  1886 findet man den Gonzales Markt. Eine Markthalle, deren Basis eine Eisenguss Konstruktion ist.
Viel Polizei patrouilliert im Pick Up durch die Stadt, 2 Polizisten hinten drauf, stehend, vermummt, mit Gewehr im Anschlag. Ich hab mich aber sicher gefühlt.

Auf der Rücktour hab ich dann nochmal bei Matthias reingeschaut. Ingrid und Bernd standen immer noch da, aber die Stoßdämpfer aus Mexiko City waren wenigstens da und so geht deren Leidenszeit in der Werkstatt langsam dem Ende entgegen. Das neue Sorgenkind bei ihnen ist Knuffi, der Reisehund. Ein alter Herr, dessen Augen nachlassen und bei dem eine Leberentzündung diagnostiziert wurde. Nun gibt’s für ihn Spritzen, Tropfen für die Augen. Nächste Woche fliegen sie für 3 Monate nach Deutschland. Da wird hoffentlich alles gut.

Querétaro südlich von San Miguel war die nächste Station. Einen barocken Stadtkern gibt’s auch hier, nur sind hier die Gebiete für die Spanier, mit Schachbrettgrundriss, und die Indios, unregelmäßiger Grundriss, getrennt. Weitere Besonderheit findet man in den Häusern. Die haben im Innenhof Arkaden mit Bogengewölben. Findet man wohl nur hier. Geschichte ist hier viel passiert. König Maximilian ist hier hingerichtet worden. Die letzte Schlacht der Revolution fand hier statt, die Verfassung wurde hier ausgearbeitet usw.
Die Stadt hat ein fast mediterranes Flair, einen wahnsinnigen Verkehr und, weltweit einmalig, ein Heidelberg Institut. Überall verbreitet die deutsche Sprache das Goethe Institut, nur hier nicht. Da es hier viele deutsche Firmen gibt, haben die gut zu tun. Sie hatten im Büro eine kleine deutsche Bibliothek und Michael Schmid, der Leiter hier hat meine Bücher gern genommen. Da sind sie noch zu einem guten Zweck über den großen Teich gereist……………..

Aug 13

wieder unterwegs…………

Um San Miguel herum sind eine ganze Reihe von Welterbestätten und mit Morelia habe ich mal angefangen. Es liegt südwestlich von San Miguel. Die Fahrt war nicht so spektakulär. Ich bin auf einer Hochebene um die 2000 m und sanft gewellte Berge gibt es immer wieder. Die Vegetation grün, nichts mehr von Wüste. Die Regenzeit beschert mir jeden Tag einen Guss, das hält aber nie lange an. Sodass man gut fahren kann. Der Bus fährt auch wieder ganz geschmeidig, es ist eine Pracht.
Morelia ist eine Stadt mit einem geschlossenen Stadtzentrum im Barock Stil. Die Straßen im Schachbrettmuster nach Renaissanceideal. Im 18. Jahrhundert entstand das meiste, da erblühte die Stadt.
Ich war am Sonntag da. Unmengen Menschen in der Stadt, nicht nur Touristen. Jede Kreuzung mit mindestens einem Polizisten besetzt, der halbwegs versuchte das Chaos des Verkehres zu steuern. An vielen Orten wird gesungen oder getanzt. Essen sowieso. Die Läden sind geöffnet und gut gefüllt mit Interessenten. Gefühlt gibt es hier auf jede 2. Frau Morelias einen Schuhladen und für die Herren einen Handyladen. Wie die alle existieren können………

Nächste Stadion: Guanajuato, die einst reichste Stadt Mexicos. Die Silberfunde machten es möglich. Auch hier eine reiche Barockarchitektur, Kirchen, manche Vorbild für ganz Mittelamerika. Die Gebäude für die Minen gibt es noch, auch den Stadtkern. Am Rande: einen Friedhof der viele Tote konservierte und so gibt es hier ein Mumienmuseum mit über 100 Mumien. Der Bergbau hat in der Stadt eine eigenartige Infrastruktur entstehen lassen. Unter der Erde in ehemaligen Schächten gibt es ein Straßensystem das den Stadtverkehr merklich entlastet. Der Matthias hatte mich gewarnt, das Navi geht da nicht aber die Straßenführung ist so intuitiv und bei der Einfahrt in die Stadt gibt es überall Stände mit Stadtplänen. So kommt man schon zurecht.

Zuguterletzt:
Ein Freund hat sich mal beklagt, dass er meine Runde nicht so recht nachvollziehen kann. So hab ich mich mal hingesetzt und hab in einer Karte alle Übernachtungsstellen markiert. Unter Reisekarte findet Ihr nun auch diesen Link.
Und noch etwas: so gut wie der Bus jetzt auch läuft. Der Staub kommt schon ganz schön durch die kaputte Tür hinein. Ich werde deshalb vielleicht noch Mittelamerika fahren aber dann nach Deutschland zurückkehren und Südamerika zu einem späteren Zeitpunkt bereisen………..

Aug 10

in der Werkstatt………………

In San Miguel de Allende ist die Altstadt Welterbe.

1542 wurde die Stadt als San Miguel el Grande gegründet. Ihren heutigen Namenszusatz erhielt sie 1826 nach dem General der mexikanischen Revolution Ignacio Allende.

Reisende auf den Weg von Mexiko Stadt zu den Silberstädten im Norden rasteten hier. Zum Schutz der Silbertransporte wurde die Stadt befestigt. Im 18. Jahrhundert erblühte die Stadt, die wichtigsten Bauten entstanden im mexikanischen Barock. Die Kathedrale San Miguel Arcangelo, die Kirchen San Francisco oder San Felipe Neri. An der Plaza Prinzipal stehen Villen und Häuser im selben Stil.

Zum Welterbe gehört noch das Heiligtum des Jesus von Nazareth in Atotonilco. Es stellt das am besten erhaltene Bauwerk des mexikanischen Barock überhaupt dar. Am 20 Juli 1748 von Luis Felipe Neri de Alfaro gestiftet, ist insbesondere die Innendekoration einzigartig für die Entstehungszeit.

Ich hatte mir ein Hotel mitten in der Altstadt gesucht, musste den Bus woanders lassen, konnte dafür aber zu Fuß in die Stadt. Und das hat sich wirklich gelohnt. Die Kathedrale und andere Bauten wurden abends angestrahlt und Männermusikgruppen in diesen traditionellen mexikanischen Anzügen spielten überall vor Lokalen und sangen dazu. Unmengen von Leuten unterwegs, darunter viele Touristen. Ein ganz tolles Flair.

Und noch etwas gabs in San Miguel::

Die Ingrid und der Bernd, die beiden Schwabentrotter, die ich am Grand Canyon getroffen hatte, waren auch hier. Sie hatten Probleme mit den Bremsen und waren deshalb zu Matthias Heyer, einem Deutschen, der hier eine KFZ Werkstatt betreibt, gefahren. Standen fast schon eine Woche bei ihm auf dem Hof, die Stoßdämpfer ausgebaut und campierten da. Die Stoßdämpfer waren zur Reparatur in Mexiko Stadt. Das dauert natürlich. Und weil ich nun einmal da war, hat der Matthias auch gleich den Bus gecheckt. Ergebnis: auf der Fahrerseite war die Spurstange ausgeschlagen und einige Schrauben mussten nachgezogen werden. Ein Geschäft, das der Matthias betreibt zwischen Mexico, einer Niederlassung in den USA und einer Firma in Deutschland. Autos werden repariert, manchmal auch restauriert und Globetrotter bringen immer den Ablauf durcheinander weil sie weiterwollen. Alle werden überaus freundlich bedient und Internet, die private Dusche, Wasser für den Tank – alles ist verfügbar. Das Globetrotterrundrumwohlfühlpaket schlechthin. Nun werde ich wohl hier noch die Nacht verbringen und morgen starte ich wieder, die Arbeit ruft………

Aug 08

bei den Welterbestätten……………

Bis Tepic bin ich nur gefahren, 3 Tage um die 600 – 700 km. Nun bin ich aber  in Mittelmexico angekommen,  und kann mich den Welterbestätten widmen. Hier in Inland bin ich auf ca. 1500 bis 2000 m Höhe. Die Sonne scheint bei 20 bis 25 Grad, hin und wieder geht ein Gewitter nieder, manchmal ganz schön heftig. Es ist halt Regenzeit. Dafür hat man die Sehenswürdigkeiten für sich. Während der Fahr sieht man hier immer mal wieder skurrile Dinge, die leider oft für mich alleine schwer festzuhalten sind. So ist mir unterwegs aufgefallen, ich wollte es gar nicht recht glauben, das hier wirklich noch Ziegel im Feldbrand hergestellt werden. Eine Technologie, die unseren Altvorderen vor über 100 Jahren abgelegt haben. Die Ziegel werden im Freien aufgestapelt und in den Stapeln ein Feuer für ein, zwei Tage unterhalten. Durch Gänge in den Stapeln gelangt die Hitze an alle Ziegel.

Die erste Welterbestätte war die von Tequila. Ja, die Destillerien und das Anbaugebiet, so ca. 35.000 ha um die Stadt sind seit 2006 eingetragen. Die Landschaft voller Felder der blauen Agave. In der Stadt selbst buchstäblich alles auf den Tequila ausgerichtet, sogar die Besichtigungsautos.  Im 16. Jahrhundert wurde der Anbau von den Indianern übernommen und seitdem, besonders im ausgehenden 19. Jahrhundert intensiviert.

Zweite Welterbestätte war die von Guadalajara. Ein Hospicio, errichtet nach damals modernsten Erkenntnissen der Medizin ab 1805 für bedürftige Menschen. Ein neoklassizistischer Bau, der mehrmals militärisch als Kaserne zweckentfremdet wurde, seit 1912 bis 1980 als Schule Verwendung fand und seitdem das Kunst – und Kulturzentrum der Stadt ist. Gleich nebenan: der Wochenmarkt. Ein modernes Gebäude, das gleichsam vor Waren und Menschen überquillt. Gänge, höchstens 50 cm breit, sodass man sich aneinander vorbei quetschen muss und ein tolles Flair. Dort hab ich Salvator getroffen und natürlich seine Tortas gegessen. Bisschen englisch, meine 3 Worte spanisch und viel Körpersprache haben uns eine lustige halbe Stunde beschert. Jetzt bin ich in San Miguel de Allende und werde morgen die hiesige Altstadt unsicher machen……….

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