die Vega Inseln……………

Einer Atlantikstraße, nur weiter südlich, bin ich vergangenes Jahr schon einmal gefolgt und die diesjährige war ähnlich spektakulär. Man umrundet einen Fjord nach dem Anderen und die Bergmassive bieten jedes Mal einen grandiosen Anblick. Das Svartiesenmassiv mit seinem Gletscher, die sieben Schwestern, kurz vor Tjötta oder die Gipfel auf der Vegainsel. Dazu kommen noch die Blicke übers Wasser oder zu den Inselgruppen – einfach toll.

Die ganze Gegend hier nennt man auch  Sklupturenlandschaft. In großen Abständen, meistens unverhofft, tauchen am Wegesrand Skulpturen namhafter Künstlern auf, oft ganz skurrile Dinge zeigen. Immer aber sind sie mit Parkplatz und einem tollen Landschaftsblick ausgestattet.

Die Fähren auf die Vega Inseln fahren nicht so oft, und so steht man eine Weile, bis es losgeht. Toilette, Wasser auffüllen oder lesen, manchmal auch einkaufen ist dann angesagt oder auch ausgiebig mit Mitreisenden quatschen.

Von Vega war ich vor 5 Jahren sehr angetan, da ich damals am Ende der Insel völlig einsam, mit der unbewohnten Insel Söla im Norden gegenüber, eine schöne Nacht verbracht habe. Die Enttäuschung war groß, als ich dieses Jahr einen Campingplatz und mehrere große Parkplätze vorfand. Klar, die Zeit bleibt nicht stehen. Aber man hat hier in das Felsmassiv eine Holztreppe bis an den Gipfel hineingebaut, sodass nun eigentlich jeder das Massiv erklimmen kann. Und das wird entsprechend beworben und der Ort ist stark frequentiert und nicht mehr schön.

Von Vega stammen die Daunen der Eiderente. In Deutschland fast unbezahlbar, führte das dazu, dass Vega in die Weltkulturerbeliste eingetragen wurde. Das habe ich dieses Mal aber außer Acht gelassen.

Bei einer Strandwanderung hab ich dann gesehen welch große Kloake im Grunde das Meer ist. Zwar ist das meiste Holz was angeschwemmt wird, aber Plastik, selbst ein Kühlschrank, ist eben auch mit dazwischen. Wenigstens bemühen sich Wanderer, aus vorgefundenem Müll der See noch etwas Schönes herzustellen.

Da südlich von Vega das mir schon bekannte Gebiet Norwegens beginnt, werde ich die Grenze nach Schweden wieder überqueren und langsam den Inlands vagen, die E 45 Richtung Süden fahren……………

südwärts…….

Tromsö, die letzte große Stadt vor dem Nordkap hier im Norden. Als Verwaltungszentrum des Nordens sind viele Dienstleister hier, Lebensmittelverarbeitung auch, die Hurtigruten stoppt hier. Einen Flughafen gibt es, sogar mit einer Verbindung auch nach München. 77.000 Einwohner. Schöne alte, ausschließlich Holzhäuser, auch eine Kathedrale aus Holz. 1965 wurde die Eismeerkathedrale mit den größten Glasmosaikfenstern Europas eingeweiht. Darauf sind die Einwohner besonders stolz.

Tromsö war für mich der Wendepunkt der diesjährigen Reise hier oben. Von nun an ging es wieder südwärts. Und da erstmal keine Sehenswürdigkeiten zu erwarten waren, war es die Natur, die im Vordergrund stand. Wandern oder einfach nur an schönen Punkten rasten und fotografieren. Dabei auch schon mal im eiskalten Wasser von kleinen Gebirgsbächen baden oder Wasserfälle bestaunen.

Die Siedlungen erinnern mich doch sehr an Nordamerika. Holzhäuser hier wie dort, auch mit ähnlichem Aussehen. Riesige Grundstücke oft und der Rasen komplett gemäht. Und manch einer schiebt auch hier seine alten Autos einfach unter freiem Himmel in die Ecke und lässt sie stehen. Traktoren oder bau- und landwirtschaftliches Gerät ergänzen den Schrottplatz.

Auf der Höhe Bodo war dann auf der A17, die Atlantikpanoramastraße, als erstes der Saltstraumen zu bewundern. Europas heftigster Gezeitenstrom. Mit bis zu 40 km/h strömt das Wasser unter einer Brücke in den Sund hinein oder heraus. Das lässt auch das Angeln in dieser Gegend sehr erfolgreich sein. Direkt am Meer, oft von den Gezeiten verborgen, finden sich noch sog. Strudeltöpfe. Das sind von Steinen ausgeschlagene runde Felsgebilde, die auf strudelartige, abfließende Schmelzwässer während der Eiszeit zurückgehen.

Und dieser A 17 werde ich jetzt bis zur Fähre auf das Vega Archipel folgen…………

im Norden…………..

Bodo: Hurtigruten- und Fischereihafen, unzählige Jachten liegen im Hafen, NATO Flughafen und eine aufstrebende Stadt hier im Norden. Einen Bunker der Wehrmacht gibt es noch. Die Touristinformation ist gut bestückt. Die Wartespuren der Lofotenfähre waren übervoll, sodass ich auf die Überfahrt verzichtete. Mitreisende hatten schon auf die überfüllten Standplätze auf den Lofoten hingewiesen.

Ist überhaupt so einiges los hier oben. Die E6, die Hauptschlagader des Verkehrs quillt förmlich vor Campern über. Nirgends steht man alleine. Alles strebt offensichtlich Richtung Nordkap. Das Wetter ist seit Tagen das Kontrastprogramm zu Deutschland. 10 – höchstens 15 Grad, stürmisch, Schauer und nach meiner Wetterapp ändert sich das auf absehbare Zeit nicht.

Abseits der E6 ist wenigstens der Verkehr etwas ruhiger und man kann schöne Wanderungen machen, auch wenn’s immer erstmal steil nach oben in die Berge geht.

Und dann, ich habe schon nicht mehr daran geglaubt:

Völlig unverhofft stand er vor mir auf einer Wiese und graste friedlich. Das Geweih noch am wachsen und bastüberzogen – ein Elch!!

Solange ich im Bus saß, war alles gut. Als ich ausstieg um besser fotografieren zu können gab er leider Fersengeld. Der Ausschnitt aus dem Foto lässt deshalb mehr erahnen als erkennen. Aber immerhin………

Später dann: Narvik – Eine Kleinstadt halbwegs zwischen  Bodo und Tromsö. Solarzellen werden hier, am nördlichsten Standort weltweit, produziert. Durch den Golfstrom ist der Hafen das ganze Jahr eisfrei. Und so wird von hier das Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna verschifft. Das war auch schon in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts so und deswegen wurde Narvik von der Wehrmacht besetzt. Die Erinnerung an die Schlacht um Narvik, vom Frühjahr bis Anfang Juni 1940, wird durch Denkmäler und ein Museum wach gehalten. Dabei wird auch der anschließenden Besetzung und der russischen Kriegsgefangenen gedacht, die dabei Zwangsarbeit leisten mussten.

Weiter im Norden dann die größte Insel Norwegens: Senja – Hier gibt es an der Nordmeerküste einen Panoramaweg mit grandiosen Aussichten, die leider aber auf Grund des Wetters ziemlich düster wirkten. Schroffe, steile Felsen, bestenfalls ein paar nordische Birken oder Gras, Wasserfälle allenthalben, oben aber alles kahl und die Fjorde von diesem Szenario eingerahmt.

Am Ende führte mich dieser Weg jedoch nach Tromsö, der letzten größeren Stadt hier oben……….

Norwegen………………..

Der Grenzübergang  war einfacher als gedacht.

Den schwedischen Coronatest und auch die elektronische Anmeldung für die Einreise in Norwegen wollte keiner der Grenzer sehen. Wichtig war ausschließlich der norwegische, kostenlose Coronatest. Also testen lassen, 15 min warten und, weil negativ, weiterfahren. Ich hab mir dann gleich einen Stellplatz gesucht und mich von den 500 km nonstop von Umea herauf erholt. Anderntags in Mo I Rana traf ich eine überaus freundliche Touristinformation die mich auch gleich auf 2 Attraktionen in der Gegend aufmerksam machten. Die Gronli- und die Setergrotta, 2 Höhlen im überaus brüchigem Gestein des hiesigen Gebirges und das sog. Marmorslottet, das Marmorschloss. Das ist eine, durch einen reißenden Gebirgsfluss ausgewaschene, Marmorader im Gestein. Die dabei entstandenen Gebilde kann sich kein noch so begabter Künstler ausdenken. Der Zugang war sehr mühsam. Nach 3 km Marsch war erst ein Stück nach oben zu klettern und danach musste man sich mit einem Seil vielleicht 10 m abseilen. Ein gewagtes Unternehmen.

Und heute will ich über den Polarkreis Richtung Norden nach Bodo fahren. Der Polarkreis jedoch, bei 66 Grad 33 Minuten nördlicher Breite, war näher als ich vermutete und so fahre ich jetzt in das Land der Mitternachtssonne……………………………

Vildmarksvägen………

Der Vildmarksvägen, eine Runde in einer der höchsten Regionen Schwedens um den Berg Borgafjällen herum. Im Süden wird sie begrenzt von der E 45 zwischen Strömsund, Dorotea und dem heimlichen Hauptort der Runde, Vilhelmina.  Hier kaufen die Meisten nochmal ein, tanken und holen sich im Touristbüro noch letzte Informationen. Wenn es von hier aus in die Berge geht, dann ist die nächste Möglichkeit, zu der es Lebensmittel oder Treibstoff zu vernünftigen Preisen gibt erst wieder in Gäddede, 250 km weiter an der norwegischen Grenze.

Die Straße führt dann hinein in die Berge. Die lichten Baumbestände nordischer Wälder werden immer dünner, die Bäume immer kleiner, bis dann die Kiefer ganz verschwindet und nur noch die nordische Birke bleibt. Diese verschwindet auch noch und als letztes gibt es noch kniehohe Büsche  ehe Gras und Moose übrigbleiben. Die Gegend erinnerte mich an die Hardanger Vidda, die Hochebene in Norwegen, nur nicht so ausgedehnt. Man hat einen phantastischen Blick über die Berge, die über das ca. 870 m hohe Plateau aufragen. Auf einem riesigen Parkplatz stand man wie in einer Arena vor diesem Blick. Es ist schon Samen Gebiet, die ihre Rentierherden dort weiden lassen. Und sie waren wohl auch grad mit den Tieren in der Gegend. Alles abgesperrt und eingezäunt. Nur mal grad der Parkplatz war offen.

Wasser gibt’s dort oben überall. Die letzten Schneefelder tauen und das glasklare Wasser schießt in Massen zu Tal. Gelegenheit, auch mal baden zu gehen, auch wenn’s doch frisch ist, das Wasser.

Um die Wanderer wird sich sehr gesorgt. Überall an der Straße finden sich Hinweise auf Routen. Diese sind extrem gut ausgebaut. Moorabschnitte sind mit Laufplanken gesichert. Markierungen sind immer in Sichtweite angebracht. Ein Fehllaufen damit unmöglich. Und fast an allen Startpunkten finden sich Parkplätze meistens auch zumindest mit Trockenklo.

Das alles trägt natürlich zur Attraktivität der Strecke bei und entsprechend viele Camper sind unterwegs hier. Beim Stellplatzsuchen ist also Glück und Schnelligkeit angesagt.

Ein bisschen Glück benötige ich vielleicht auch beim Projekt Norwegen. Den Grenzübertritt will ich nun am Montag versuchen………………..

der Kunstwerkeweg………

Vor drei Tagen habe ich den Kunstwerkeweg Sju Älvar nun in Angriff genommen. Von Umea an der Ostsee führte er bis in die Berge beim Borgafjällen, der mit 1426 m der höchste Berg ist, fast an der norwegischen Grenze.

Zunächst bleibt die Route bei ca. 130 Höhenmetern lange Zeit flach bis sanft gewellt, ehe sie nach dem Ort Dorothea in die letzte ursprüngliche Wildnis Schwedens führt. Nordische Wälder bestimmen das Bild. Die Berge nun höher, aber nicht schroff.  Lichte Kiefernwälder mit nordischer Birke versetzt, viel Moos, die Moosbeere, Heidelbeere und andere niederen Büsche bestimmen das Bild über viele Kilometer. Komisch für mich war, dass die Straßen in solchen weitläufigen Waldgebieten überall auf der Welt wohl gleichen Bauprinzipien folgen. Ob nun in Karelien, Russland oder in Westkanada, überall die Straßen auf einem hohen Damm der nach beiden Seiten sanft ausläuft und 10 m rechts und links zum Ausrollen bietet, sodass keine Leitplanken notwendig sind.

Und immer wieder Seen mit glasklarem Wasser. Gut zum Baden, Kanu fahren oder einfach nur übers Wasser blicken. Und eine wunderbare Ruhe. Einziger Wermutstropfen sind hier die Mücken, die in großen Schwärmen auftreten und das Leben zur Hölle, jedenfalls für mich, machen. Nach Ansicht von Landsleuten soll das wohl mit zunehmender Höhe noch schlimmer werden.

Mittlerweile sind Ferien in Schweden und die Camperdichte ist entsprechend hoch und hinzu kommen Camper aus aller Herren Euroländer, die immer größer wird. Und auch die Norweger sind seit vergangenem Montag mit im Rennen.

Deutsche trifft man allenthalben. Vergangene Nacht erst stand ich mit Landsleuten, Sachsen aus Dippoldiswalde. Früh haben wir dann ein ausführliches Schwätzchen gehalten. Jetzt traf ich ein Pärchen mit Hunden aus Magdeburg und mal sehen, was sich sonst noch findet.

So, nun werde ich mal sehen, ob ich Internet zum posten finde und werde mich dann der wildernessroad.eu, dem Vildmarksvägen zuwenden ………………………

Richtung Lappland………………

So, nun ist die Katze aus dem Sack für mich:

Ein einen negativen Corona Test, nicht älter als 24 Stunden, muss man an der Grenze vorweisen und man muss sich nochmals einem Test unterziehen und schon kann man nach Norwegen einreisen. Geimpft geht es noch einfacher: nur den Code vorweisen.

Das behalte ich mal im Hinterkopf.

Von Galtström aus folgte ich weiter der E4, eine Route die immer an Schwedens Südküste gegen Norden strebt. Bei Härnösand erreicht die Straße eine Höga Kusten genannte Landschaft. Diese ist Weltnaturerbe, weil sich hier seit mehreren tausend Jahren die Erdkruste immer noch hebt, da das darüber liegende ca.3 km dicke Eis abgeschmolzen ist. Man nimmt an, dass eines Tages der Bottnische  Meerbusen verschwunden sein wird. Nördlich von Härnösand überquert die E4 den Fluss  Angermanälven auf einer der längsten Hängebrücke weltweit. Die freie Spannweite zwischen den Stützen beträgt 1210 m, während es bei der Golden Gate in San Franzisco 1280 m sind.

Immer weiter nordwärts, in Nordmaling bin ich auf ein historisches Eisenwerk, Olofsforsbruk, gestoßen. Die Anlage ist Mitglied im Verband der Europäischen Route der Industriekultur. Dort Mitglied sind z.B. auch 5 Einrichtungen, u.a. das Industriemuseum, das Eisenbahnmuseum, aus Chemnitz oder auch das Kupferbergwerk in Falun. In Olofsforsbruk wurde kein Eisen geschmolzen, sondern nur verarbeitet. Spezialität waren wohl Ketten in verschiedenen Abmessungen. Seit dem 17. Jahrhundert wurde hier Eisen verarbeitet. Die Anlage ist schön restauriert und gut besucht.

Bei Umea hatte ich einen schönen Übernachtungsort: Felszeichnungen aus der Steinzeit waren zu sehen, die nördlichsten in Schweden. Die gibt es im Norden als Weltkulturerbestätten in Alta, Nordnorwegen und in Tanum, Südschweden.

Umea ist der Hauptort der Norrlandprovinz. Verwaltung und Dienstleistungen sind hier zu Hause. Nur 15 % der Leute arbeiten in der Industrie. Die Stadt hat touristisch wenig zu bieten, ist jedoch Kreuzungs- und Ausgangspunkt mehrerer touristischer Routen.

Der Bla Vägen, eine Route von Nesna am Nordmeer in Norwegen über Storuman und Lycksele in Schweden endet erstmal hier um mit der Fähre nach Finnland in Vaasa fortgesetzt zu werden. Nach der Durchquerung Finnlands endet die Route in Petrosawodsk in Russland.

Der Kunstwerkeweg Sju Älvar beginnt hier und führt über 350 km bis in die Bergwelt Lapplands.

Diesem Weg, an dem in unregelmäßigen Abständen Kunstwerke aufgestellt sind, werde ich wohl erstmal folgen……………….

mitten in Schweden………

Mittlerweile bin ich in Sundvall, in Mittelschweden angekommen. In der Innenstadt finden sich, für schwedische Maßstäbe, erstaunlich viele Steinbauten. Sogar ein Haus im Jugendstil habe ich gesehen, ziemlich ungewöhnlich für die sonst eher vorherrschende triste Gebrauchsarchitektur in Schwedens Städten.

Nach Falun bin ich quasi über Alfta gestolpert. Das ist der Ort in dem sich das Informationscenter der Welterbestätte „Bauernhäuser im Hälsigland“ befindet. Ich war 2016 im September hier und da ist in Schweden die touristische Saison vorbei. Das Center hatte deswegen schon geschlossen. Auch die Bauernhäuser, berühmt für die Ausmalung der Wände in den Zimmern, konnte ich nicht mehr besichtigen. In diesem Jahr habe ich das nun nachholen und zumindest in dem dortigen Hof den Festraum fotografieren können.

Ebenfalls eine historische Stätte, eine Eisenhütte, befindet sich in Galtström an der Ostseeküste. Diverse Nebengebäude und ein Schmelzofen sind zu sehen. Ein örtlicher Verein kümmert sich um die Erhaltung und den weiteren Ausbau der Stätte. Gleichermaßen haben sie ein Herz für das fahrende Volk. Duschen, Wasser auffüllen, Abwasser entsorgen und natürlich für die Nacht stehen, alles ist möglich.

Hier in Schweden, wie auch andernorts z.B. in Lettland oder Finnland, begegnet mir immer wieder das Phänomen der unbefestigten Straßen. Diese Schotterpisten sind hier zum Gutteil besser instand, als bei uns manche Asphaltstraße. Führt aber bei trockenem Wetter unweigerlich zu mausgrauen Autos durch den aufgewirbelten Staub.

Noch etwas macht mir z.Z. zu schaffen: die zunehmende Helligkeit auch in der Nacht! Ich bin zwar erst auf 62 Grad nördlicher Breite und die Sonne geht bei knapp 67 Grad, am Polarkreis dann gar nicht mehr unter, aber die Nächte sind trotzdem schon durchgehend hell. Das hat meine innere Uhr vor 5 Jahren schon mal mächtig durcheinander gebracht und ich will jetzt mal im Baumarkt stöbern, ob ich da nicht Abhilfe schaffen kann………………..

in Schweden……….

Nun bin ich also in Schweden gelandet. Die LKW sind höher als bei uns. In den Innenstädten wird rücksichtsvoller gefahren. Auf den Landstraßen bummelt man gerne in großen Konvois hintereinander her, bloß um nach vielleicht 10 km dann doch mal zu überholen. Masken wegen Corona sind die ganz große Ausnahme. Außer Lidl und Deichmann hab ich nur noch die Baumarktkette Bauhaus hier gesehen. Und IKEA natürlich, aber die sind ja von hier.

Die Bedeutung der Infrastruktur musste ich erst lernen aber Haferflocken und Butter kann ich nun schon in verschiedenen Supermärkten zielsicher kaufen. Trinkwasser gibt es allenthalben, Toiletten an allen Ecken. Das Bemühen um Hygiene ist überdeutlich. In Gaststätten, Läden oder anderen öffentliche Orten wuselt man ständig umher und desinfiziert.

Mein Plan, raus aus der Hitze, hat nicht lange gehalten. Die über 30 Grad waren schnell auch in Schweden angekommen. Ich bin zügig in den Norden gefahren, um der Hitze zu entkommen.

Ystadt, noch am Meer und Hafen für Fähren aus Polen, lag am Weg, genauso wie Kristianstad, einem pittoresken Kleinstädtchen mit einer gut bestückten Einkaufszone.

In Växjö, einer Universitätsstadt, habe ich länger Station gemacht. Ein Dom aus dem 14. Jahrhundert ist hier zu bestaunen, dahinter ein Runenstein aus dem Jahre 1000 n.Chr.,  ein Schloss in Neoklassizistik von 1900, heute der Universität zugehörig  und Carl von Linne, der Naturforscher, besuchte hier das Gymnasium.

Jönköping, eine Industriestadt, habe ich links liegen gelassen und bin nach Vadstena, einem kleinen Ort am riesigen Vättern See, gefahren. Eine Klostergründung im 14. Jahrhundert begründete den Ort. Große Bedeutung erlangte er im 16. Jahrhundert, als eine der Burgen für den schwedischen König Gustaf Wasa hier erbaut wurden. Diese Burg, gut restauriert, gibt es heute noch.

An Medevi Brunn vorbei, einem Ort, an dem alte schwedische Bauernhäuser versammelt sind bin ich nun am Ösjön See kurz vor Falun, dem Wintersportort und Schauplatz von jahrhundertelangem Kupferbergbau angekommen. Vielleicht 100 km nordwärts beginnt die erste von 12 Panoramastraßen in die nordische Bergwelt Schwedens………………..

raus aus Deutschland……….

Am kommenden Wochenende hat der Wetterdienst bis zu 35 Grad für Deutschland angesagt. Zeit für mich die Segel zu streichen. Den Sommer will ich wieder im Norden verbringen und da Norwegen seine Grenzen noch für Deutsche geschlossen hält, will ich von Rostock aus mit der Fähre nach Schweden und dann von Trelleborg aus in den Norden fahren.

Auf der Fähre ging die Nachlässigkeiten schon los – kaum noch einer mit Maske! Nur Einige mussten noch zeigen, wie gut sie erzogen sind.

Und in Trelleborg war es dann ganz vorbei mit der Herrlichkeit. Wir sind mit der üblichen Hektik, vielen ging es nicht schnell genug, vom Schiff gefahren. Da blieb keine Zeit für irgendwelche Kontrolle. Geht eigentlich auch nicht. Die wollen das Schiff leer bekommen um wieder mit neuer Ladung abzulegen – logisch. Laut schwedischer Website ist der Bürgertest ausreichend für die Einreise, aber der war eben auch nicht gefragt. An Landgrenzen sieht es möglicherweise anders aus.

Jetzt sitze ich in Malmö bei IKEA wegen des Internets und mach mir für die nächste Zeit erstmal einen Plan. 20 Grad sind hier, Sonne und alles läuft ganz entspannt. Köttbullar gab es auch und meine IKEA Family Card beschert mir auch hier Kaffee bis zum Umfallen.

Mein erstes Ziel, raus aus der Hitze hab ich also schon erreicht……………..

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen