Jun 24

Pazifikküste…………

 

Nun bin ich gestern in Prince Rupert eingetroffen. Zuvor waren wir, Gabi, Manfred und ich, in Prince George noch im dortigen Eisenbahnmuseum und sind dann langsam hier hoch getrödelt. Bei N55 14 48 hab ich die nördlichste Position der Reise in Amerika erreicht. Das ist auf der Höhe von Hadersleben in Dänemark, nicht weit weg von Flensburg. Es wird hier hoch immer einsamer, die Waldstrecken immer länger. Leicht gewellt die Landschaft bei 400 – 700 m Höhe und überall Wald. Ich komme mir wie in Karelien, Russland, vor. Unangenehm, mit jedem Kilometer steigt die Anzahl der Mücken exponentiell. Die fliegen Dir ungeniert vor dem Gesicht rum – schrecklich. Vor Prince Rupert werden die Berge wieder höher und schroffer. Schnee sieht man auf den Gipfeln und nebel – und wolkenverhangen kommen die Berge daher. Die Straße folgt viele Kilometer dem Skeena River. Es ist der zweitlängste Fluss, der nur in Britisch Columbia fließt und wohl einer der letzten weltweit, der von Anfang bis Ende vom Menschen unberührt ist.

Auch Meister Petz hat sich nun doch noch zu einem Fotoshooting hinreißen lassen. Direkt neben der Straße.

Und jetzt will ich sehen, wie ich auf die Inseln hier komme…………….

Jun 20

Leute unterwegs……………..

Sind mir in Jasper schon 3 deutsche Autos über den Weg gefahren, so wurde es an meiner nächsten Übernachtungsstelle ganz verrückt. Plötzlich stand der Franz da, er hatte dort im Zelt übernachtet, und sagte zu mir „Guten Morgen“. Ich dachte erst ich hab mich verhört, aber er sprach tatsächlich deutsch. Naja, was soll man sagen, ein Tramp der sich schon ein paar Jahre in der Welt rumtreibt. Landsmann, aus dem Osten und Zella – Mehlis stammend und per Anhalter unterwegs nach Alaska um den Denali, den höchsten Berg Nordamerikas zu erreichen. Und so hatte ich für die Fahrt nach Prince George einen angenehmen Weggefährten.

Und auf dem Walmart hatte ich kaum den Blinker gesetzt um reinzufahren, da stand Manfred vorm Wohnmobil und winkte wie verrückt. Nach ca. 15.000 km war es ein stürmisches Wiedersehen. Nun wollen wir nach Prince Rupert, mein Ziel, ein Stück gemeinsam fahren und sie biegen unterwegs in die Einsamkeit Kanadas nach Norden ab. Zuvor wollen wir aber noch Standplätze tauschen. Für mich an der Westküste und für sie die Standplätze um Banff………………..

Jun 19

Icefield………………..

Heute war es nun soweit, der legendäre „Icefield Parkway“ stand auf dem Plan. Wenn man von Banff den Bow Valley Parkway folgt, kommt man bei Lake Louise auf den Icefield Parkway. Dieser führt weiter in die Berge und trifft auf den Jasper NP, das zweite Kronjuwel. Kern dieses Parks ist das Columbia Icefield mit dem Athabaska Gletscher als dem Größten von insgesamt 6 Gletschern. Der Parkway ist 230 km lang und verlangt schon einiges an Kondition. Rausfahren, aussteigen, schauen, vielleicht fotografieren, wieder rein und weiterfahren. Und das über Stunden. Man fährt also los und die Kulisse baut sich nach und nach auf. Die Berge immer höher, auch mal kleine Gletscher schon, baumlos und immer wieder Schnee. Die Straßenhöhe beträgt über weite Strecken ca. 2.000 m, die Berge erreichen 3.500 m. Und immer wieder traumhafte Ausblicke, mal ins Tal, meistens aber auf die Berge. Der Aththabaska Gletscher zieht natürlich die meisten Besucher an und ein Visitor Center tut sein Übriges. Auf den Gletscher kann man mit dem Bus, erst natürlich mit dem Zubringer. Einen Skywalk gibt es, auch mit Glasboden, aber der ist abseits und muss auch mit dem Bus angefahren werden. Am Fuß des Gletschers gibt es aber einen Parkplatz und man kann direkt bis ran laufen. Da wars schon ziemlich kalt durch den Fallwind vom Gletscher. 2 Jacken hab ich da wiedermal gebraucht, so kalt war es. Es war grad wie am Anfang in Halifax: immer 2 Jacken wegen der Kälte, den Anfang des Trans Kanada Hwy hab ich dort auf Neufundland erlebt, hier jetzt das Ende. Im Visitor Center sind mir die Butterpackungen aus dem Hotel das erste Mal seit damals wieder über den Weg gelaufen. Und morgen nun treffe ich Gabi und Manfred, die Tramps aus Hamburg. Wir haben es also geschafft uns in Prince George zu verabreden, die Welt ist ein Dorf……………….

Jun 18

Banff……………

Der Banff Nationalpark, einer der kanadischen „NP Kronjuwelen“ beginnt in Banff, einem kleinen Städtchen unweit von Calgary. Ein bisschen kommt man sich wie in den Alpen vor, die hohen Berge ringsum und idyllisch das Städtchen dazwischen. Durch den Nationalpark führt eine Autobahn, auch Züge fahren und es gibt den Parkway. Gut ausgebaut, höchstens 60 km/h schnell, viele Parkbuchten auch hier und Unmengen Besucher. Auf der Straße ist man oft allein, aber bei Sehenswürdigkeiten staut es sich. Grandiose Ausblicke gibt es jede Menge, man kann nicht alles fotografieren. Auf die Squirrels muss man achten, die balgen sich schon mal auf der Straße. Ich meine, einen Elch fotografiert zu haben, da es im Parkführer eine etwas andere Beschreibung gibt, als ich sie kenne, will ich das erst im Netz überprüfen. Meister Petz, einSchwarzbär wars, hat sich gezeigt, aber ehe ich die Kamera fit hatte war nur noch ein Hinterteil zu sehen.

Am Lake Louise, dem Highlight des Banff, ging dann nichts mehr. Alle Parkplätze voll. Also zurück zu einem Park + Ride und dann mit dem Bus. Auch hier Massen. Ich hab eine Stunde bis in den Bus gebraucht, dann gings aber doch ganz schnell. 15 min bis zum See, aber auch dort war der Teufel los. Der Vergleich mit dem Königssee in Berchtesgaden ist, glaub ich, sehr treffend, nur die Insel fehlt. Zumindest hab ich es so empfunden. Auch das Wasser ist das Gleiche – türkis vom Kalkstein. Neben den Eindrücken war für mich das eigentlich Interessante die Fahrt mit dem Schulbus. So archaisch die aussehen, so ist auch die Fahrt. Man denkt man ist in den 60iger Jahren zurück. Keine Gurte, die Bänke bestimmt schon zig mal gepolstert und überall, wo sich ein Kind stoßen könnte, ist ein Polster draufgepappt. Und heute will ich nun den Icefield Parkway durch den Jasper NP, das zweite „Kronjuwel“ fahren……………

Jun 16

Kanada………………..

Die letzten Tage war viel Fahrerei. Erst vom Yellostone zur Grenze und dann bis hier her nach Calgary. Ehe ich nach Calgary gekommen bin, hab ich die Welterbestätte „ Head Smashed In Buffalo Jump“ besucht. 6000 Jahre lang haben Indianer Büffel über eine Felskante getrieben und sie damit getötet. Eine über 3 m starke Schicht aus Büffelknochen ist dabei entstanden, die immer wieder zu Ausgrabungen anregt. Insgesamt ist jedoch nur die Felskante zu sehen. Es ist wohl eher der ideelle Wert für die Indianer, warum diese Stätte Welterbe ist.

Calgary ist nur Zwischenstation, denn morgen geht’s nach Banff, wo ich hoffentlich einen Stellplatz auf einem Campingplatz bekomme.

Calgary ist in den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu dem geworden, was es heute ist. Es gab einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und das heutige moderne Stadtbild entstand. Zudem wurden, als Krönung dieser Entwicklung, die Olympischen Winterspiele 1988 hier ausgerichtet.

 

Jun 12

Stau im Nationalpark!!

Salt Lake City war für mich nicht der große Renner, ich hatte mir das alles pompöser und größer vorgestellt. Die Einrichtungen der Mormonen liegen in der Innenstadt, im sog. Tempelsquare. Ein eigener Bezirk, in dem die Gebäude zusammengefasst sind. Die Verwaltung, Bibliothek, gleich 2 Visitorcenter, ein Kongresszentrum, das größte der Welt mit 21.000 Sitzplätzen und im Tabernakel, eine Art Konzertsaal, die größte Orgel der Welt mit 11.600 Pfeifen befinden sich hier. Die Orgel wird auch vorgeführt. Zuvor lässt die Orgelspielerin aber auf der Bühne eine Stecknadel fallen, die man ganz hinten hört, als wäre sie nebenan gefallen. Eine unwahrscheinliche Akustik. Viele junge Leute, die die Besucher in allen möglichen Sprachen ansprechen. Freundlich aber nicht aufdringlich. Kein Mann von den Mormonen ohne Schlips. Die Stadt selbst, kaum Straßennamen, nur Nummern, moderne Gebäude, großzügig, die Straßenbahnen von Siemens, ein weitläufiges Unigelände. Schöner war da schon die Fahrt auf Antelope Island, ein Tipp von Dietmar, auch einem Weitgereisten, auf Facebook. Die große Insel liegt im Salz See. Man kann baden, wandern und vor allem Tiere sehen. Die dortigen Antilopen und auch Büffel hab ich nicht nur gesehen, sondern auch fotografieren können.

Nach SLC änderte sich schlagartig die Landschaft. Grün wars nun, Nadel- und Laubbäume, die Landwirtschaft muss noch bewässern, aber es sieht mal wieder wie zu Hause aus.

Der Yellostone Nationalpark begann mit einem Schock: 10 km Stau bei der Einfahrt und nur ca. 11 km in fast zwei Stunden. Nicht unbedingt die Massen, sondern eine Büffelherde war es. Alle wollten Fotos und nichts ging mehr. Erst als ein Ranger die Leute weiterwinkte lief es wieder. Ansonsten Yellostone, der größte Park der USA, 60 % aller Geysire weltweit gibt es hier, Bären, Wölfe, Elche, Bisons und jede Menge anderes Getier. Natürlich spektakuläre Landschaften, den Lake Yellostone, grandiose Kulisse die Rocky Mountains dahinter, die unberührteste Natur der USA ist in einigen Ecken zu finden. Geangelt wird wie verrückt, campen kann man hier, wandern sowieso, mit Pfefferspray gegen Bären ausgerüstet.

Einen Wolf hab ich gesehen, Bisons laufen überall rum, da hat man keine Not, ein Tier das ich kurzzeitig für eine Elchkuh hielt aber das war bestimmt eine Hirschart.

Fahren muss man in diesem Park auch viele Kilometer. Überall sind Parkbuchten, Picknickplätze, Aussichtspunkte, da sucht sich dann jeder sein Refugium.

Ein Tag ist für einen Besuch eigentlich zu wenig, aber ich hab einen Eindruck bekommen. Und nun hält mich eigentlich nichts mehr um wieder nach Kanada zu wechseln, gleich nach der Grenze gibt es eine Welterbestätte der Indianer………………

 

Jun 08

Wüste und bizarre Berge………..

Nach einem Schlag nach Westen, mitten durch die Halbwüste des Navajo Reservates, der Boden wieder braun, vereinzelt Bäume, Büsche, die Straßen endlos immer geradeaus, mal rechts oder links ein Schild von einer Ranch, sonst nichts, bin ich in der Gegend des Grand Canyons angelangt. So grob muss ich jetzt bloß noch in den Norden fahren und komm in Calgary raus. Die Gegend hier ist irre, alles Sandstein, verschieden hohe Plateaus, heiß wieder in den Canyons, sonst geht’s und eben, ewig einfach – nichts. Mal eine Tankstelle mit Store, dazu ein RV Park, also ein Wohnmobilstellplatz. Der RV Park: Wasser-, Strom- und Abwasseranschluss, alles geschottert, kein Grün, mehr braucht’s nicht. Die setzen sich da gemütlich in die pralle Sonne auf dem Schotter – schon ist Urlaub. Ich weiß nicht??

Der Grand Canyon ist vom Süden und Norden zugänglich. Der Süden, wohl die „bessere“ Seite, ist touristisch voll ausgebaut und entsprechend überlaufen. Und Zeugs bieten die da an, das würde mich im Leben nicht interessieren: Rundflüge, mit dem Esel in den Canyon, alle möglichen Wanderungen, bis zu Mehrtagestrips. „Keines“ ist spontan nutzbar, alles mit Vorbuchung!

So bin ich also zum Nordzugang, dem sog. Nordrim gefahren. Hier ist es ruhiger. Eine Lodge, Parkplatz, Visitorcenter – fertig.  Eintritt 35,-$, man gönnt sich ja sonst nichts. Die großen staatlichen Parks haben aber einen Pass für 80,- $, der ist ein Jahr gültig und man kann überall rein. 3 Parks hab ich schon, bin also auf der Habenseite. Ein Reiseführer schrieb: “man kann noch so viele Bilder vom Grand Canyon sehen, die Wirklichkeit toppt alles“, und so war es auch. Ewig tief, dass man kaum den Colorado River sieht und atemberaubend der Ausblick. Das Gestein am gegenwärtigen Grund soll 2 Mrd. Jahre alt sein, halb so alt wie die Erde. Trotz der Leute ringsum herrscht eine unheimliche Stille. Bisschen der Wind, aber keine Tiere oder so. Und deutsch wurde es wieder: Ingrid und Bernd, im Vergleich zu mir schon ewig unterwegs, fuhren mit ihrem deutschen Camper nochmal rückwärts und wir haben lange gequatscht. War schön…………

Nächstes Ziel war das Tal der Kobolde. Jetzt geht’s so langsam Nordwärts. Zwischen Grand Canyon und dem Tal viele Parks unterschiedlicher Träger mit Landschaften, die kann man nicht alle fotografieren, sind aber oft genau so spektakulär  wie der Grand Canyon. Und richtiges amerikanisches Hinterland, mal ein paar Häuser, noch im Stil den man aus den klassischen Western kennt, bisschen Landwirtschaft, Viehzucht halt. RV Parks, Tankstellen, Foodmarket, die etablierten Imbissketten, MCD und so fehlen komplett.

Das Tal, schon in Utah jetzt, Lehmschichten wechseln sich mit Gesteinsbrocken ab, der Regen wäscht den Lehm aus und zurück bleiben mehr oder weniger bizarre Gebilde. Der Park ist nicht zu groß, in 2 Stunden hat man das meiste gesehen. An ihm fahren viele vorbei, aber ein Stopp lohnt sich wirklich.

Und nun geht’s straff nach Salt Lake City, mal sehen ob mich die Mormonen bekehren………………

 

Jun 05

die letzte Welterbestätte in den USA…………..

Der Weg zum Chaco Canyon hat dann dem Bus alles abverlangt: 27 km Schotterpiste!!!! Mit allen Schikanen, Waschbrettpiste(das allerschlimmste), Schotter und auch ausgewaschene Lehmstrecken – steinhart. Da hab ich ja in den USA im Traum nicht damit gerechnet. Also 20 km/h und viele Lenkarbeit, irgendwann kommt man schon an. Trocken und heiß war es wieder und komisch, extrem wird es nur strichweise, mal 28 Grad, mal 35 Grad und dann eben auch neuer persönlicher Rekord 40,5 Grad. Immer hin und her. Zum Glück funktioniert die Klimaanlage gut. Kurz vor der Welterbestätte dann wieder Asphalt. Ein Visitorcenter, Toiletten, WLAN, Museum mit obligatorischem Shop. Man fährt die einzelnen Fundstätten mit dem Auto ab. Die frühe Anasazi Kultur hat hier zwischen 600 und 1250 n.Chr. gesiedelt und Türkis aus dem nahen Santa Fe verarbeitet. Die waren hochspezialisiert und die Produkte sind in ganz Nordamerika nachgewiesen. Die Siedlungen mit einer großen Plaza, einigen Großhäusern und sog. Kivas unterirdische Zeremonienräume, oben mit Stämmen und Lehm abgedeckt. Die Mauern der Häuser in einer arbeitsaufwändigen Technik: im Kern mit Mörtel vermauerte Steine und außen schmale, glatte Steine in einer Art Trockenmauer in den Mörtel gesteckt.

Auf dem Weg zu meiner nächsten Station, Mesa Verde, ist es dann passiert. Mir gings wie in Spanien. Plötzlich war das Land wieder grün. Laubbäume, Gras, bestellte Felder – eine Augenweide. Und nach einer Kurve in der Ferne die ersten Ausläufer der Rocky Mountains. New Mexiko hatte ich verlassen und bin in Colorado angekommen.

Mesa Verde ist eine Ansammlung von ca. 4.400 archäologischen Artefakten der Anasazi Kultur aus dem 6. bis zum 13. Jahrhundert. Sie siedelten auf einem Hochplateau, das sich 600 m über der Umgebung abhebt und eine Höhe von 2.600 m erreicht. Sie töpferten, flochten Körbe und betrieben Landwirtschaft. Die Siedlungen errichteten sie in den Canyons in Felsspalten hoch über dem Grund. Clip Häuser werden sie genannt, da sie nahe an den Felskanten stehen. Auch hier alles gut erschlossen, man muss aber sehr weit fahren.

Mit Mesa Verde hab ich im Grunde meinen Job in den USA beendet, die Welterbestätten besucht. Was jetzt noch kommt ist das mehr oder weniger übliche Besuchsprogramm: Grand Canyon, das Tal der Kobolde, Salt Lake City und Yellostone Nationalpark. Alles auf meinem Weg nach Norden, nach Callgary………………..

Jun 02

Leute unterwegs………

Auf dem Weg nach Chaco Kulture, die vorletzte Weltkulturerbestätte der USA, die ich besuchen werde, bin ich heute wieder auf einem Campingplatz in einem Nationalpark gelandet. 28 Grad, stürmischer Wind, da kann man gut in der Sonne stehen und schreiben.

In den Bergen um Santa Fe, nahe Albuquerque, gings zuvor zum Schlafen auf eine Höhe von ca. 3000 m. Ein Parkway führte in die Berge und im Winter zu einem Skigebiet. Große Parkplätze laden da zum Übernachten ein und man ist garantiert nicht allein. So aus dem Stand aber auf diese Höhe gefahren, da merkt man schon, das was anders ist. Aber es war am Ende alles in Ordnung.

Bei der Abfahrt am nächsten früh schälten sich 2 Leute aus einem SUV. Die hatten zu zweit drin geschlafen. Es stellte sich heraus, dass es Willy und Gilles aus Frankreich waren. Der SUV war ein Mietwagen und mit dem gondeln sie 2 Monate durch die Gegend von Los Angeles her. Den Bus haben sie ausführlich inspiziert und sich für alles interessiert. Willy hat in Frankreich ein ähnliches Auto mit dem er durch die Gegend fährt und da wars natürlich für ihn besonders interessant. Ist immer wieder schön, Gleichgesinnte zu treffen.

Die Welterbestätte bei Santa Fe, das Taos Pueblo, ist eine Siedlung der Pueblo Indianer. Sie existiert in ihren ältesten Teilen aus der Zeit um das Jahr 1000 n.Chr. Es ist damit der älteste Platz in den USA, der durchgehend besiedelt ist. Angelegt wurde die Siedlung von Angehörigen der Anasazi Kultur, die jedoch im 13. Jahrhundert abgewandert ist. Die Pueblo haben den Siedlungsplatz dann übernommen. Die Häuser sind ausschließlich in Lehmbauweise errichtet und die Wohnungen aneinander und übereinander gebaut. Auf diese Weise erreichten sie eine Höhe von 5 Stockwerken. In die oberen Wohnungen gelangte man ausschließlich über Leitern und mit diesen auch in die Wohnungen von oben. Sie hatten 2 Zimmer und waren nicht miteinander verbunden.

Mit Begegnungen gings dann fröhlich weiter. Freund Stefan aus Chemnitz hat einen Schulfreund, den Rainer, der schon in den 50iger Jahren nach Amerika ausgewandert ist und den es in die Nähe von Albuquerque verschlagen hat. Ihn hab ich aufgesucht und Grüße aus der Heimat überbracht. Er hat sich sehr gefreut und wir haben über Gott und die Welt geredet. Es ist schon mal was ganz anderes, so Einblick in die Lebensumstände zu bekommen und im Herzen ist bei Rainer wohl immer noch einiges vom Deutschen vorhanden. Es war über dem Reden so spät geworden, dass ich bei Rainer gleich noch geschlafen habe, ja und heute früh gings wieder auf Tour………………….

Mai 30

in den Norden…….

Vorgestern war Ruhetag in Junction, Texas. An einem Fluss gibt’s da einen großen Park, Kinderspielplatz, überdachte Picknickplätze, Planschbecken, Toiletten, Grills. Manche zelten da, andere mit Camper, kostenlos für 3 Tage, von der Gemeinde unterhalten, ruhig und viel Schatten. Da lassen sich bei heftigem Wind auch mal 30 Grad ohne Klimaanlage aushalten.

Tags davor war es ein hartes Stück Arbeit in San Antonio. Bei ca. 34 Grad bin ich die spanischen Missionen abgefahren. Das alles ist gut erschlossen und Parkplätze gab’s überall, nur keinen Schatten! Die 4 Missionen liegen entlang des San Antonio River in der Stadt auf einer Strecke von 12 km.

Sie stammen von Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Grenzgebiet von Neu Spanien sollte erschlossen und verteidigt werden, vor allem gegen die aus Louisiana vordringenden französischen Siedler. Die Franziskaner bauten sie und lebten mit den Coahuileteken praktisch in Kommunen zusammen. Die Coahuileteken wurden zum christlichen Glauben bekehrt, lernten einen Beruf und im Gegenzug lebten sie in den Mauern der Mission sicher vor Überfällen. Auf diese Weise gelang es ihnen, innerhalb einer Generation zu sesshaften, erfolgreichen Landwirten zu werden. In den Missionen vereinigten sich die spanische und die Kultur der Coahuileteken zu einer neuen Identität. Eine bemerkenswerte Kulturleistung. Vieles ist ruinös, die Kirchen jedoch sind gut in Schuss und werden auch genutzt.

Dann nur 2 Tage fahren, bis Albuquerque ist es ja ein ganzes Stück in den Norden. Dort erwarten mich noch einmal 3 Welterbestätten ziemlich dicht beisammen. Carlsbad war die erste Station. Ein Ort, schon in New Mexico, nicht in Tschechien. Von Junction aus wurde es zunächst bergig, Tafelberge aus Kalkstein, die Landschaft karg, niedrige Bäume und Sträucher, kaum Gras, keine Landwirtschaft, 34 Grad. In einem Monat ist hier das ganze Gras verbrannt und die Landschaft braun mit den grünen Bäumen, wie in Zentralspanien.

Nach Fort Stockton die Landschaft flach wie ein Brett. 200 km nur Erdölfelder. Gebaut wird wie verrückt neue Infrastruktur. Kleine Ölquellen sind offenbar nicht an die Pipeline angeschlossen, also Unmassen Tanklaster auf der Straße die das Öl von den Pumpen holen. Immer mal wieder Siedlungen aus transportablen Häusern für die Arbeiter mitten in der Halbwüste, kein Schatten, nichts. Die Klimaanlage muss es richten. Staubfahnen kilometerweit und die Straßen endlos immer gerade aus. Hin und wieder Tankstellen und ein paar Shops dazu. Das wars dann auch schon mit der Versorgung.

Heute ging das so weiter: flach, endlos lange Straßen. Den ganzen Tag aber nur 20 Grad, New Mexico meinte es gut mit mir. Was ich später dann merkte, so langsam war ich auf 2000 Höhenmeter geklettert. Da ist die Temperatur kein Wunder. Kollateralschaden unterwegs: ich hab die Route 66 gekreuzt und auch noch Clines Corners, ein Restaurant seit 1937 an der Route gesehen……………..

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