das letzte aus Deutschland…………….

Nach München waren die Enkel an der Reihe, sie wollten zu Pfingsten mal eine andere Nase sehen.

Und danach habe ich noch einen Schlenker nach Stuttgart gemacht. Dort wohnen Ingrid und Bernd, die beiden Tramps, die ich in Mexiko kennen gelernt hatte. Sie warten händeringend darauf, dass sie losfahren können, aber auch mit Italien ist es nicht so einfach. Bevor ich die Beiden traf und ausgiebig mit ihnen geschwatzt habe, war ich noch in Bad Urach, ein Ort südlich von Stuttgart. Dort errichtete die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime (was es alles gab!) 1929/1930 das „Haus auf der Alb“. Später war es dann DAF Heim, nach dem Krieg Lazarett, dann wieder Erholungsheim. Heute beherbergt es die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württembergs. Leider wurde grad die Vorderfront renoviert, sodass ein Foto der Rückfront reichen muss.

Von Stuttgart selbst bin ich zwiespältig weitergefahren. Die dortige Liederhalle, 1956 errichtet, geht ja vielleicht mal noch, aber den Anbau der Staatsgalerie von James Stirling aus den 80iger Jahren, so avantgardistisch wie er ist, würde ich nicht der Neuen Moderne im engeren Sinne zuordnen.

Der Tagblattturm, von Ernst Otto Oßwald 1924 bis 1928 errichtet, passt da schon besser. Es ist weltweit das erste Hochhaus, welches in Sichtbeton errichtet wurde. Noch dazu zeigt jede Seite eine eigene, unverwechselbare Gestaltung.

Auch der 2. Bauabschnitt  der sog. Wallmer Siedlung in Untertürkheim ist ein seltenes Beispiel konsequenter Umsetzung der Neuen Moderne in Stuttgart. Richard Döcker konnte hier die Vorgaben des Bauherren, die Stadtverwaltung, mit entsprechenden Vorschlägen korrigieren. Noch heute ist das Quartier durch die damals schon mitgeplanten Versorgungseinrichtungen eine beliebte Wohnadresse.

Anzumerken bleibt vielleicht noch, dass man in Stuttgart ziemlich weit Richtung Innenstadt noch Übernachtungsplätze mitten im Grünen oder gar im Wald auf einem Wanderparkplatz findet. Das ist nicht bei vielen Großstädten Deutschlands so.

Letzte Station war Karlsruhe, die Stadt des Bundesverfassungsgerichtes. 1715 als letzte Planstadt in Europa gegründet, gehen 32 Straßen oder Alleen sternförmig vom Schloss aus und lassen den Grundriss wie einen Fächer erscheinen. Die Bebauung erfolgte fast ausschließlich in barocker Architektur.

Die Dammerstocksiedlung und die Schwarzwaldhalle sind hier Beispiele der Neuen Moderne.

1928 schreibt der Stadtrat einen Architektenwettbewerb zur Errichtung bezahlbarer Wohnungen im sog. Dammerstock aus. Walter Gropius, Otto Haesler gewinnen ihn und errichten in der Folge die ersten 228 Wohnungen. Die Gaststätte als Gemeinschaftseinrichtung baut Otto Haesler. Nach 1933 wird die Bebauung in traditioneller Weise fortgesetzt. 1949 wird wieder nach den Prinzipien des Neuen Bauens gebaut.

Die Schwarzwaldhalle entsteht 1953 in nur 6 Monaten und wird von Erich Schelling und Ulrich Finsterwalder errichtet. Das freitragende Hallendach aus Beton überspannt ca. 2600 qm Grundfläche. Eine zur Bauzeit einmalige Größe, die Aufmerksamkeit in weltweiten Fachkreisen erregte. Heute steht die Halle unter Denkmalschutz und wird aber rege genutzt.

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