Die Neue Moderne in der Lausitz……….

Seit vorgestern bin ich nun wieder unterwegs. Ich habe mir vorgenommen, Orte die Bauten im Stil der Moderne aufwiesen und die ein Projekt (www.topomomo.eu) der Stiftung Haus Schminke aus Löbau in Deutschland und Tschechien auflistete, zu besuchen.

Bautzen war das erste Ziel. Aber auf dem Weg lagen schon 2 Orte, die ich also davor noch besuchte. Das Kugelhaus in Cölln und die Pfarrkirche St. Simon und Juda in Crostwitz.

Letztere war dann schon eine Enttäuschung, da die Kirche im barocken Baustil errichtet wurde und vom Berliner Expressionisten Conrad Felixmüller in einigen seiner Arbeiten als Motiv verwendet wurde. Dieser war nach dem WW II viele Jahre hier ansässig. Und das war es schon mt der Neuen Moderne!

Auch das 2. Objekt, das Kugelhaus, ist nicht unbedingt der Neuen Moderne zuzurechnen. Vielmehr ist es einer der skurrilsten Bauten, die ich je gesehen habe. Der in Cölln ansässige Curt Domschke, ein Mitarbeiter Heinrich Tessenows in dessen Berliner Büro, projektierte und baute es in den Jahren 1932 – 1938. Eine Baugenehmigung gab es nicht, nur einen Strafbefehl  und so blieb der Bau bis Anfang 1980 unvollendet. Erst dann konnte ein Neffe des Architekten das Haus fertigstellen und bewohnt es bis heute.

Und Bautzen selbst? Es besitzt einen Anbau an sein, im Jugendstil errichtetes, Stadtmuseum. Dieser war wurde in den Jahren 1930/ 31 vom Dresdener Architekten Otto Schubert realisiert und beherbergt Räume des Museums und auch der Sparkasse.

Tags drauf bin ich in das Kernland der Oberlausitz gefahren. Löbau und Oppach waren die nächsten Ziele.

In Löbau befindet sich die Villa des Nudelfabrikanten Schminke. 1933 von Hans Scharoun errichtet. Er betrieb ein Architekturbüro in Berlin, baute mit diesem Büro die Philharmonie und die Staatsbibliothek in Berlin, war Mitglied des Deutschen Werkbundes und lehrte an der Kunstakademie in Breslau. Die Villa wurde nach 1945 enteignet. War russische Offiziersunterkunft, FDJ Heim und zuletzt ein Haus der Jungen Pioniere. Eine Stiftung verwaltet es jetzt.

In Oppach, nahe Löbau,  findet man ein Stück frühe Industriegeschichte. Die Weberei war in der Gegend schon lange etabliert und nach mehreren Zwischenschritten über nahm die GEG, die Großeinkaufsgenossenschaft Deutscher Konsumvereine, das Werk und baute neu im Sinne der neuen Moderne. Der Komplex ist erhalten, wenn auch z.T. leider ruinös, aber immer noch imposant anzusehen.

Und die Lausitz selbst? Viel Neues ist entstanden, aber selbst in den Innenstädten findet man noch viele Ruinen, auch viele bewohnte Häuser warten noch auf eine Außengestaltung. Die vielen Kirchen scheinen mit gegenüber der Ortschaftsgröße oft überdimensioniert. Eine Fahrt in diesen Zeiten ist kaum mit den gewohnten Maßstäben zu vergleichen. Innenstädte sind nur mit Maske zu betreten, viele Museen oder andere Einrichtungen sind geschlossen. Überproportional viele Camper sind unterwegs. Noch nicht einmal einen Kaffee kann man im Sitzen genießen, aber das ist nicht nur das Problem der Lausitz……….

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