Die ersten Stätten im Erzgebirge…………….

Am vergangenen Sonntag hats mich nach Schwarzenberg verschlagen. Nach dem Besuch der Experten der UNESCO hatte ja deren Empfehlung zu einer Änderung in der Struktur des Antrages geführt. 7 Bergbaugebiete auf sächsischer Seite sind es, die 57 Standorte umfassen. In Schwarzenberg sind das die Standorte Bergbaulandschaft Eibenstock und Bergbaulandschaft Rother Berg. Die Stadt Schwarzenberg besitzt auf dem Berg ein Schloss und eine pittoreske Altstadt. Die Stadt wurde wohl im 12. Jahrhundert gegründet und 1282 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Bergbaulandschaft bei Eibenstock entstand ebenfalls ab dem 12. Jahrhundert. Übertägiger Zinnabbau durch Ausbeutung der vorhandenen Seifen wurde dort vor allem betrieben, aber auch vereinzelt Schächte sind nachweisbar. Seifen sind Mineralanreicherungen in Sedimenten wie Kies oder Sand, die über Jahrhunderte entstehen. Durch unterschiedliche Dichte können die Mineralien dann aus dem Sand wieder ausgewaschen werden. Das erfordert viel Wasser zum Waschen und die Landschaft wurde um und um gegraben. Im Kerngebiet sieht man eine Halde neben der anderen meterhoch aufgetürmt. Das einstige Geländeprofil ist nicht mehr zu erkennen.

Schon im September habe ich die zum Bergbaugebiet Marienberg gehörende Saigerhütte in Grünthal bei Olbernhau besucht. Hier wurde das sog. Saigerverfahren betrieben. Es stammt aus der Nähe von Nürnberg, wo es auf Veranlassung Nürnberger Kaufleute entwickelt wurde. Rohkupfer konnte auf Grund seines Silbergehaltes schlecht verarbeitet werden, es war zu hart. Die Kupferblöcke wurden im Saigerofen in Gegenwart von Blei noch einmal erhitzt. Das Silber verbindet sich in der Schmelze eher mit Blei als mit Kupfer und wird so diesem entzogen. Wirtschaftlich war das für die Kaufleute interessant, weil mit dem Kupferpfennig schon die Steuer bezahlt war und das Silber den Besitzern der Hütte frei zur Verfügung stand im Gegensatz zu aus Erz gewonnenem Silber, das zu Festpreisen der herzoglichen Münze verkauft werden musste. Der technologische Prozess erforderte viel Erfahrung und so finden sich auf dem Gelände auch Arbeiterwohnhäuser um diese Erfahrung an die Hütte zu binden. Das Kupfer wurde in der Hütte weiterverarbeitet. Kupferbleche aus Grünthal wurden viel als Dachdeckung eingesetzt und finden sich auch auf der Alexander Newski Kathedrale in Sofia. Das Hüttengelände ist gut restauriert, nur von der Saigerhütte selbst gibt es nur noch die Grundmauern………….

 

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