Bellfrieds, Beginen und anderes……………

Nachdem ich mich 3 Tage um Mons herum aufgehalten hatte, gings mit der Fahrerei doch mal ein bisschen los. Tournai war das Ziel. Von Mons aus Richtung Norden immer an der französischen Grenze lang. Man wills gar nicht glauben, aber die Stadt war im 5. Jahrhundert unter König Chlodwig die erste Hauptstadt des entstehenden Frankenreiches ehe dieser Paris als Hauptstadt wählte. Hier entstand um 1110 ein Kathedralneubau als Ersatz für eine im 9. Jahrhundert abgebrannte Kirche. Man baute das Langhaus romanisch und das Querhaus hat zeigt erste Elemente der aufkommenden Gotik. Der romanische Chor wurde im 13. Jahrhundert abgerissen und gotisch wieder aufgebaut. Auch den Rest der Kathedrale gotisch neu zu bauen unterließ man aber. So haben wir heute einen dreigeteilten Bau: das Langhaus romanisch, der Chor gotisch und das Querhaus mit 5 ! Türmen im unteren Teil romanisch und im Abschluss gotische Elemente. Die 5 Türme sind auch das Wahrzeichen der Kathedrale und der Stadt. 4 Türme in den Ecken zum Chor und zum Langhaus und der Vierungsturm sind es.

Von Tournai bin ich Richtung Brügge gefahren bis Kortrijk. Hier habe ich einen Bellfried fotografieren können und eine zweite Welterbestätte begann mich ab hier zu beschäftigen, die flämischen Beginenhöfe.

Zuvor jedoch hatte ich ein ziemlich krasses Erlebnis: irgendwo auf meiner Fahrt überschritt ich die Grenze zwischen Wallonien und Flandern. Einen derart abrupten Wechsel der Lebensverhältnisse hab ich noch nicht erlebt. Während in Wallonien, dem Gebiet aus dem ich kam, nicht nur in den Ortschaften, sondern auch die Landstraßen in einem jämmerlichen Zustand waren und auch die Bausubstanz sehr zu wünschen übrig ließ änderte sich das in Flandern schlagartig als wäre man in ein anderes Land gefahren. Ich dachte erst, es liegt an der Lage als Grenzregion. Offensichtlich verdient man in Flandern anders.

Der Bellfried stand mir quasi im Weg, ich musste nicht mal suchen und der Beginenhof war gleich um die Ecke, alles also kein Problem und so konnte ich die Stadt bald wieder verlassen.

In Brügge haben mich wieder mehrere Stätten beschäftigt. Der Bellfried ist Teil der Tuchhallen direkt am Marktplatz, hier wickelten die Tuchhändler ihre Geschäfte ab und wurde das Tuch gelagert. Der Beginenhof ist größer als in Kortrijk und liegt etwas abseits. Und schließlich ist die Altstadt Welterbe. Im 2. Jahrhundert gab es schon eine Siedlung hier. Die Einwohner handelten bis England. Im 9. Jahrhundert bekommt Brügge eine Burg um die Überfälle der Wikinger abzuwehren. Und 1134 schließlich lässt eine Sturmflut einen Nordseearm entstehen, der mit dem Fluss Reie zusammen Brügge mit der Nordsee verbindet. Die Voraussetzungen für den Fernhandel zur See sind damit gegeben. Um 1200 hält man die erste Messe ab und ab 1246 trifft man sich im Hause der Familie Van der Beurze um Termingeschäfte abzuwickeln. Vom Familiennamen leitet sich später der Begriff Börse ab. Im 15. Jahrhundert beginnt das goldene Zeitalter Brügges. Die Stadt wird unter der Herrschaft der Herzöge von Burgund zu einer der reichsten Städte Europas. Die nordische Backsteingotik prägt die Stadt und sie ist ebenfalls im 15. Jahrhundert Heimstatt der flämischen Primitiven, einer Richtung der Malerei.

Heute nun in Gent stand wieder ein Bellfried auf dem Programm und zwei weitere Beginenhöfe von denen einer nicht so gut für mich als Beginenhof erkennbar war da er doch größere Ausmaße hatte als ich es bisher gesehen habe. Morgen wird mich nun für 3 Tage Brüssel beschäftigen mit seinen Stätten…………………….

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