Landschaft von Gran Pré

Gelegen an der Süd – Westküste Neu Schottlands in Marschgebiet, belegt die Landschaft die landwirtschaftliche Erschließung des Gebietes mittels Polder und hält die Erinnerung an das Schicksal der Arkadier, welche diese Landschaft erschlossen und dann vertrieben wurden, wach. Sie wurde deshalb 2012 in die Welterbeliste eingetragen.

Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Besiedlung des Gebietes mit der Errichtung des Handelspostens Port Royal durch französische Siedler und in der Folge auch im Gebiet von Gran Pré. In den darauffolgenden Jahren wechselten sich Franzosen und Briten in der Herrschaft über das Gebiet immer wieder ab, wobei Interessen der Beteiligten in Europa, nicht in Amerika, im Vordergrund standen. 1635 bis 1654 entstehen unter französischer Herrschaft eine ganze Reihe von Siedlungen. 1713 im Frieden von Utrecht kommt Neu Schottland endgültig an Großbritannien. 1720 gründen Arkadier und Franzosen auf Prince Edward Island die erste dauerhafte Siedlung, die schnell auf ca. 5000 Einwohner anwächst, da viele Arkadier Zuflucht suchen.

1755 bis 1762 werden alle Arkadier, die keinen Eid auf die britische Krone leisten, vertrieben. Grund war der 7- jährige Krieg in Europa. 1763, nach verlorenem Krieg verliert Frankreich alle nordamerikanische Besitzungen.

Im Oktober 1755 begann auch die Deportation der Arkadier aus Grand Pré.  Über 700 Siedler wurden auf Schiffe geladen und deportiert. Gleichzeitig kamen englische Siedler an, um die geschaffenen Siedlungen zu übernehmen.

Das Marschgebiet wurde durch Polder gesichert und mit Gräben entwässert, die zu einem Schleusensystem verbunden waren. Musste doch gleichzeitig das ganze Entwässerungssystem mit einem Tidenhub von ca. 11 m in den Gezeiten zurechtkommen um das Wasser zuverlässig abzuleiten. Die Felder sind in Streifen aufgeteilt und wurden innerhalb der Gemeinschaft der Siedler bewirtschaftet. Entstanden sind im Laufe der Zeit ca. 1.300 ha landwirtschaftliche Nutzfläche.

Die Welterbestätte bewahrt gleichzeitig das Andenken an die Deportation der Arkadier. Erst 1847 wurde durch das Gedicht „Evangeline“ des Amerikaners Henry W. Longfellow diese Geschehnisse wieder publik gemacht und seit 1994 gibt es einen Weltkongress der Arkadier.

Ein Visitorcenter, geöffnet ab Mitte Mai gibt Informationen und oberhalb davon ist ein Aussichtspunkt, von dem man einen Überblick über die Landschaft hat.

19. April 2019

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