Bergbaugebiet Annaberg

Um das Zentrum des Revieres, der Bergstadt Annaberg- Buchholz gruppieren sich die Bergbaulandschaft Frohnau, in der Silbererz; aber hauptsächlich auch Kobalt-, Wismut- und Nickelerz gefördert wurde. Die Bergbaulandschaft am Pöhlberg mit ihren Silber- und Kupfererzen  sowie die Bergbaulandschaft Buchholz mit Zinnerzen und später dem Uranerzabbau gehören ebenfalls dazu.

Bereits im 15. Jahrhundert begann man Erz (Silber zunächst) hier zu gewinnen. Im Laufe der Jahrhunderte lieferte das Revier insgesamt ca. 350t Silber, 8.700t Kobalt, 2.600t Kupfer, rund 200t Zinn und 496t Uran. Eine gewaltige Menge, die zum Reichtum der Region beitrug. Annaberg war zudem in dieser Zeit Handels- und Produktionszentrum der Region, deren Produkte von hier ihren Weg in die Welt fanden. Adam Ries, der Rechenmeister, war hier Bergbeamter, die Familie Uthmann wirkte hier. Christoph Uthmann, der Bergherr und Kaufmann und seine Frau Barbara, die das Verlagswesen der Klöppelei aufbaute und so vielen Familien ein bescheidenes zusätzliches Einkommen sicherte. Der Silberbergbau erlosch auch im Annaberger Revier Ende des 19. Jahrhunderts. Die Förderung anderer Erze verschob sich räumlich ebenfalls und hatte im Erzgebirge wirtschaftlich kaum noch Bedeutung. Nach dem WW II erlangte der Uranerzbergbau für ein Jahrzehnt noch einmal wirtschaftliche Relevanz.

Der erste Bestandteil des Bergbaugebietes ist die Bergstadt Annaberg Buchholz selbst. 1470 gab es erste bergbauliche Aktivitäten mit denen die Silbererze am Schneckenberg erschlossen wurden. Herzog Georg der Bärtige ließ daraufhin am 21. September 1496 im Gebiet eine Stadt gründen – das heutige Annaberg.  Die Planungen schreibt man, ohne Beleg, Ulrich Rülein von Calw zu, der später auch den Bauplan von Marienberg entwarf. Markantestes Bauwerk der Stadt ist die St. Annenkirche (1499 – 1525 gebaut). Sie ist eine der größten spätgotischen Kirchen Sachsens und heute im Bestand des 16. Jahrhunderts erhalten. Hier findet sich der Bergaltar von Hans Hesse.

Die Bergkirche St. Marien ist die einzige Kirche im Erzgebirge, die von Bergleuten selbst mit dem sog. Büchsenpfennig der Annaberger Knappschaft bezahlt wurde. Die Gottesdienste und andere Feste richteten sich hier ausschließlich nach den Bedürfnissen der Bergleute. In der Stadt finden sich eine ganze Reihe von Profanbauten und Bürgerhäusern, die in ihrem Kern oft auf Bebauung aus historischer Zeit zurückgehen. Am Marktplatz das Rathaus, das Hotel Erzhammer oder in der oberen Kirchgasse das Bergamt. Das Bergmagazin, das Adam Ries Haus oder das Wohnhaus der Familie Uthmann sind weitere Beispiele.

Zweiter Bestandteil ist die Bergbaulandschaft Frohnau im Tal der Sehma. Hier gibt es seit dem 15. Jahrhundert Bergbau auf Silber. Es finden sich in der Landschaft viele Halden, manchmal nur Hügel, die den Erzgängen folgen. Fast alle Gruben sind verschüttet und nicht mehr lokalisierbar. Die Gruben Malwine und Markus Röhling sind noch erhalten. Die Grube Markus Röhling ist Besucherbergwerk. Hier kann man die verschiedenen Abbaumethoden im Laufe der Jahrhunderte erleben. Die Grube hat eine Untertageausdehnung von fast 9 km und zeigt auch den späteren Abbau von Nickel, Wismut und Kobalt. Letztlich ist auch der Uranerzbergbau zu sehen.

Aus einer Kornmühle in Frohnau entwickelte sich ab 1621 der Frohnauer Hammer. Er war bis 1904 in Betrieb und versorgte das Gebiet mit Werkzeugen und anderen Eisenartikeln. Ab 1907 war er das erste technische Denkmal Deutschlands und ab 1910 Schmiedemuseum. Noch heute kann der Hammer in Funktion vorgeführt werden.

Dritter Bestandteil ist die Bergbaulandschaft am Osthang des Pöhlberges. Hier gibt es eine Vielzahl von Stollen, die in mühevoller Arbeit des Vereines Gewerkschaft „St. Briccius“  seit den 1980er Jahren wieder aufgewältigt, dabei gesichert und zum Teil wieder zugänglich gemacht wurden. Ab Anfang des 14. Jahrhunderts wurde offensichtlich Erze hier abgebaut. Das Bergamt Geyer bestätigte 1442 die Grube „St. Briccius“ und beurkundete das 1462. Die Fundgrube „St. Briccius“ mit Oberen, Mittlerem und Tiefen Stollen, der Freudenstollen und der Tiefe Freudenstollen sowie der Dreifaltigkeitsstollen sind erhalten. Der Tiefe St. Briccius Stollen hatte die größte wirtschaftliche Bedeutung für den Kupferbergbau der Region.

Vierter und letzter Bestandteil ist die Bergbaulandschaft Buchholz. Ab dem 15. Jahrhundert beutete man Zinnseifen aus und ab dem 16. Jahrhundert förderte man auch das Zinnerz aus der Tiefe. Zahlreiche Pingen und Raithalden zeugen heute noch davon. Das Grubengebiet der Flachen- und der Alten Thiele, nach der Familie der Hauptbesitzer genannt, waren die wichtigsten Fördergebiete.

Auch der Richtplatz der Stadt Buchholz aus dieser Zeit befand sich hier.

Aus der Zeit des Uranerzbergbaues sind, landschaftsprägend, 2 Terrakonikhalden (Spitzkegelhalden) auf Buchholzer Flur zu sehen. Sie stammen aus dem Uranerzbergbau der hier zwischen 1948 und 1957 betrieben wurde. Sie sind die einzigen in ihrer ursprünglichen Form erhaltenen Halden aus dieser Zeit.


18. November 2018

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