Ausgrabungsstätte Kernave

Die Stätte wurde 2004 in die Welterbeliste eingetragen. Es war die Hauptstadt Litauen vor der Christianisierung der Balten, eine Stadt mit auf 5 Hügeln erbauten Befestigungen, die bis 1390 bestand. Während des Angriffes des Deutschen Ordens auf die Stadt, ergriffen die Verteidiger die Flucht, brannten die weitestgehend hölzerne Stadt samt Befestigungen nieder und verließen für immer das Tal des Flusses Neris. Die Hauptstadt Litauens wurde Anfang des 14. Jahrhunderts vom Großherzog Gediminas daraufhin nach Trakai und später dann nach Vilnius verlegt. Die ersten Siedlungsspuren sind für 9000 v.Chr. belegt, Jäger, die Rentierherden folgten, lagerten hier. 5000 bis 3000 v.Chr. gibt es erste feste Siedlungen hier. Der Platz war in der Folgezeit ständig besiedelt. Siedlungsreste aus der Steinzeit, der Bronzezeit, noch unbefestigt, wurden gefunden. Eine Begräbnisstätte aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit konnte ergraben werden. Eine Siedlung aus der römischen Zeit zeigt das „goldene Zeitalter“ der baltischen Kultur in dieser Zeit. Urkundlich wurde Kernave erstmals 1279 in der livländischen Chronik erwähnt, es wurde ein Kriegszug des Deutschen Ordens auf die Stadt beschrieben. Unter Herzog Mindaugas (1236 – 1263) kam es zur Bildung des litauischen Staates, des größten heidnischen in Europa, und unter Herzog Traidenis (1269 – 1282) wurde Kernave das wichtigste wirtschaftliche und politische Zentrum des Großfürstentums Litauen.  In diese Zeit fällt auch die gewaltsame Bekehrung der Balten zum Christentum. Kernave war ein Zentrum handwerklichen Schaffens. Holz, Leder und andere landwirtschaftliche Produkte wurden weiterverarbeitet, auch Gold und Silber. Heute gibt es neben der Stätte ein Dorf mit ca. 400 Einwohnern. Die Stätte selbst besteht nur mehr aus Grashügeln mit einigen Ausgrabungsstätten und ist sehr gut erschlossen.

11. Juni 2016

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