Nach Nara war die nächste Station Ikaruga, eine weitere Stadt in dem riesigen Konglomerat um Osaka. Hier sind die ersten buddhistischen Klöster auf japanischen Boden entstanden. Einmal das Kloster Horyu-ji und das Kloster Hokki-ji. Letzteres ist ziemlich klein und erinnert an die Anfänge im 7. Jahrhundert. Idyllisch gelegen, ein schöner Garten dazu und noch garnicht monumental.
Horyu-ji ist wesentlich größer, gliedert sich in einen West- und in einen Ostteil. Der Westteil ist zuerst entstanden und beherbergt mit der siebenstöckigen Pagode das älteste, noch vollständig erhaltene Holzgebäude der Welt. Der Ostteil beinhaltet Gebäude, die einem wesentlichen Förderer des Klosters, Prinz Shotokus geweiht sind. Kloster Horyu-ji wird stark touristisch frequentiert, während Hokki-ji eher verträumt daherkommt.
Der Rundgang in Horyu-ji ist stark reglementiert. Es gibt einen Plan, auch auf deutsch, in dem der Rundgang eingezeichnet ist und die allenthalben präsente Aufsicht achtet sehr auf die Einhaltung. Beim studieren des Planes bin ich mehrfach aufgefordert worden, doch nun endlich mit dem Rundgang zu beginnen. Das hat genervt……. Es war auch sehr warm, die Sonne hat es gut gemeint und ich war froh, mich abends ein bisschen im Schatten verkriechen zu können.
Am Tag habe ich mal Bauarbeiter beobachtet. Die liefen in der prallen Sonne mit einer Art Wattejacken rum. Ich dachte, die sind ja hart im Nehmen. Bei genauerer Betrachtung war da aber ein Lüfter eingebaut. Sachen gibt’s…..
Andern Tags, vorgestern, sollte es mit der Hitze noch verrückter werden…..
In Sakai, ebenfalls eine Stadt im Osaka Konglomerat, wurden beispielhaft Kofun aus über 160.000 solche Anlagen in ganz Japan ausgewählt. Kofun sind einfach Grabhügel, meist für hohe Persönlichkeiten aus der Zeit vom 3. bis zum 6. Jahrhundert. Erst rund entwickelten sie sich über quadratisch hin zu schlüssellochförmigen Anlagen. Der größte ist der Daisenryo Kofun von Kaiser Nintoku, mit 320.000 qm Fläche das größte Einzelgrab der Welt.
Leider hat man keine Vorstellung von der Anlage, wenn man sie nur vom Boden aus sieht und betreten darf man sie auch nicht. Im Welterbezentrum sind deshalb Luftaufnahmen zu sehen.
Ich hatte das große Glück, dass in der Nähe dieser Kofun eine Firma einen Ballon betreibt, der vielleicht 50m hoch über den Boden ein Bild von dem Kofun bietet – und so bin ich noch zum Ballonfahrer geworden, hätte ich mir auch nicht vorstellen können……..
Dafür vermitteln die Bilder nun doch einen Eindruck von einem Kofun.
Die Hitze an diesem Tag war mit 32 Grad dann doch beträchtlich und so hab ich den nächsten Tag mit wenig machen verbracht. Lediglich die Texte zu den beiden Welterbestätten hab ich geschrieben und gepostet, ach ja, geregnet hat es mal in Strömen, sodass es nicht ganz so warm war, eine Wohltat……
Heute ging´s dann früh raus, Himeji-jo lag am Weg, eine Burg, im wesentlichen Anfang des 7. Jahrhunderts erbaut. Sie war bis 1868 Zentrum eines regionalen Fürstentums und verlor danach ihre Bedeutung. Heute ist sie die schönste Burg Japans und hat den Titel „Weißer Reiher Burg“ auf Grund ihres Aussehens. Das hat die Stadtverwaltung aufgegriffen und hat ihre Gullydeckel mit weißen Reihern geschmückt.
Was gibt es noch zu berichten? Gewaschen hab ich das erste Mal. In öffentlichen Waschsalons ist das denkbar einfach: Programm auswählen – ich hab geraten! Wäsche rein und Geld einwerfen und dann geht’s schon los. Waschmittel ist schon drin und trocknen tut die Maschine auch noch. Nach einer Stunde ist alles fertig.
Einkaufen ist auch bisschen anders. Die Kassiererin scannt, legt die Sachen in einen neuen Korb und stellt diesen zu einer Bezahlmaschine. Dort wählt man aus, wie man bezahlen möchte, die haben hier tausend verschiedene Karten, oder eben bar. Nach dem bezahlen bekommt man seinen Bon und kann alles einpacken. Bisschen anders aber es geht schneller.
Nun hab ich Hiroshima vor der Brust, das wird eine ernste Angelegenheit……….









1 Kommentar
Hallo Lothar, so eine Lüfterjacke könnte ich hier auch gebrauchen… bei den Temperaturen hier und auf deiner Reise besteht im Moment kein wesentlicher Unterschied. Wie gestaltest du denn deinen täglichen Speiseplan? Ich nehme mal an, dass die großen Handelsketten auch in Japan auf dem sprichwörtlichen Markt sind…
Viele Grüße bis zum nächsten Mal sendet dir Wolfgang 🙏🙋♂️