Die Seidenfabrik Tomioka ist ein Komplex um die Rohseidenproduktion von der Seidenraupenzucht bis zur Rohseide zu verwirklichen. Er war ein Modellprojekt um die Seidenproduktion in Japan zu verbessern und gleichzeitig Fachkräfte auszubilden. Deshalb wurde die Fabrik 2014 in die Welterbeliste eingetragen.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts setzte Japans Seidenindustrie auf Masse statt auf Qualität. Der Ruf Japans als führender Seidenproduzent stand auf dem Spiel. Die Regierung beauftragte den Franzosen Paul Brunat mit der Errichtung einer Modellfabrik, die alle Komponenten der Seidenproduktion enthielt. Die Fabrik besteht aus der Seidenhaspelanlage, deren Maschinen aus Frankreich stammten, eine Versuchsfarm zur Kokonproduktion, ein Kühlhaus für Seidenraupeneier und einer Schule zur Ausbildung von Fachkräften. Die Modellfabrik hatte in der Folge entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Rohseidenfabrikation in Japan. Sie wurde damit zu einer Schlüsselposition auf dem weg Japans ins industrielle Zeitalter.
1871/72 wurde die Fabrik erbaut und beschäftigte Anfangs ca. 400 Arbeiterinnen. Erst im Mätz 1987 wurde sie geschlossen und ist seitdem Museum. Außerhalb der Fabrik existiert noch die Schule, eine Kühlanlage für Seidenraupeneier in den Bergen, sowie die Versuchsfarm.
08.Juli 2026





