Kyushu, die Südinsel……..

Ganz im Süden wollte ich anfangen und so bin ich, mit einer Übernachtung, bis zur Burg Nara gefahren. Sie war die letzte Bastion aufständischer Bauern Mitte des 17. Jahrhunderts. Der Aufstand begann wegen der hohen Abgaben, wandelte sich aber schnell zu einer christlichen Rebellion. Samurai Heere schlugen hier die Aufständischen und Masuda Tokisada der Führer der Aufständischen ist auch hier begraben.

An der Burg hatte ich dann meinen südlichsten Punkt der diesjährigen Reise bei 32.6289 Nord und 130.2530 Ost.

In Oura hat es eine Kathedrale, die Einzige in Japan, in Shitsun Village ein Nonnenkloster und in Ono eine katholische Kirche, alle samt Bestandteile der Welterbestätte „Versteckte christliche Stätten“. Es gibt noch einige andere Orte, die dazugehören. Diese befinden sich aber zum Teil auf Inseln oder sind so abgelegen, dass der Aufwand nicht lohnte.

In Nagasaki befindet sich auch noch eine Schiffswerft von Mitsubishi, graue Marineschiffe waren zu erkennen. Das machte es das Fotografieren etwas schwer, die nicht auf das Foto zu bekommen
Eine riesige Krananlage über dem Trockendock ist Bestandteil der Meiji Industrierevolution Stätte.

Nachdem das erledigt war, blieb im Norden der Insel noch die heilige Insel Okinoshima als Welterbestätte. Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert gab es einen regen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Japan, Korea und China. Man bestieg ein Schiff in Munakata ruderte an der 10 km entfernten Insel Oshima und später an der ca. 60 km entfernten Insel Okinoshima vorbei und erreichte in gerader Linie nach 145 km Busan in Korea. Die Leute die die Überfahrt wagten beteten in Okinoshima noch einmal und im Laufe der Zeit wurde die Insel zur heiligen Insel. Ein Priester lebt dort, ansonsten darf die Insel nicht betreten werden. Zum Fotografieren blieben mir nur die Hügelgräber des Munakata Clans und der Schrein, der auf dem Festland errichtet ist.
Nach einer Nacht an der Brücke von Kitakyushu , die die Süd- mit der Hauptinsel verbindet, war ich heute noch an den Resten einer alten Eisengießerei in Hagi, ebenfalls Bestandteil der Meiji Stätte.

Und jetzt bin ich gerade an der Westküste Japans unterwegs, weg von Städten und mal über Land. Da merkt man, es ist Pflanzzeit für den Reis. Viele Felder ordentlich bestellt. Das erledigt ein hochstelziges Gefährt ganz von allein. Der Bauer muss bloß geradeaus fahren und hinten werden die Pflänzchen gesetzt.

Und hier an der Raststätte, meinem Schlafplatz für heute, fuhr doch gerade ein Bus vorbei, der ganz groß ein Ampelmännchen auf den Seitenflächen hatte. Wie die wohl hier her kommen………

Hiroshima…….

Leute aus aller Welt, der Genbaku Dom, das zerbombte Gebäude der Industrieausstellung Nagasakis fürs Erinnerungsfoto umlagert, eine sehenswerte und sehr berührende Friedensausstellung. Angesichts der heutigen Verhältnisse kann man nur mit dem Kopf schütteln ob soviel Ignoranz der Geschichte gegenüber……….

Der 23.6. markiert aber auch einen Wetterumschwung. Stundenlanger Dauerregen, nur noch um die 20 Grad. Man muss Glück haben, bei Besichtigungen halbwegs trocken davon zu kommen.

Es gibt hier eine Kaikatsu Club genannte Einrichtung, die vermieten einen kleinen Büroarbeitsplatz und die Leute machen alles mögliche damit, einige arbeiten, manche Schlafen auch ungestört, Dart gibt es, Billard, Karaoke kann man tanzen, Wäsche waschen und eben auch duschen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, Parkplätze meist auch und für die Zeit, die ich zum Duschen benötige bezahle ich so um die 2,80 € umgerechnet. Besser geht es nicht, Handtücher, Seife, Shampo, alles mit dabei. Das gönn ich mir 3 mal die Woche und fühle mich wohl dabei.

Gleich bei Hiroshima liegt die Insel Miyajima. Dort gibt es mit dem Itsukushima Schrein das bekannteste Heiligtum Japans. Das O Tori Tor ist eine der drei am meisten fotografierten Orte Japans. Shintoismus ist in Japan eine aus der Urzeit überkommene Verehrung landschaftlicher Objekte, die mit menschlichen künstlerischen/ handwerklichen Bemühungen zu einem schönen Ort gestaltet werden. Auf der Insel ist das der Berg Mese vor dem der Schrein errichtet wurde, vor dem wiederum das Meer liegt.
Auch hier hatte ich Glück, schon während der Fährüberfahrt hörte es auf zu regnen. Und immer wieder: Touristen aus aller Welt, ein vernünftiges Foto war kaum zu machen. Das O Tori Tor war trocken gefallen und man konnte bis zu ihm laufen. Das deutsche Prospekt verhieß Glück, wenn man unter dem Tor eine Muschel finden würde – und siehe da, es sind sogar zwei geworden.

Mit dem Schrein ist meine Mission an der Südseite der Inseln Honsu und Shikoku beendet und ich hab nun zwei Fahrtage um die Insel Kyushu zu erreichen. Dort gibt es zwei Stätten, zum einen während der Zeit des Verbotes versteckte christliche Gemeinden und die Orte der Meiji Industrierevolution und dann will ich an der Westseite Japans wieder Richtung Norden fahren….

Und immer weiter südwärts der Nase nach………..

Nach Nara war die nächste Station Ikaruga, eine weitere Stadt in dem riesigen Konglomerat um Osaka. Hier sind die ersten buddhistischen Klöster auf japanischen Boden entstanden. Einmal das Kloster Horyu-ji und das Kloster Hokki-ji. Letzteres ist ziemlich klein und erinnert an die Anfänge im 7. Jahrhundert. Idyllisch gelegen, ein schöner Garten dazu und noch garnicht monumental.
Horyu-ji ist wesentlich größer, gliedert sich in einen West- und in einen Ostteil. Der Westteil ist zuerst entstanden und beherbergt mit der siebenstöckigen Pagode das älteste, noch vollständig erhaltene Holzgebäude der Welt. Der Ostteil beinhaltet Gebäude, die einem wesentlichen Förderer des Klosters, Prinz Shotokus geweiht sind. Kloster Horyu-ji wird stark touristisch frequentiert, während Hokki-ji eher verträumt daherkommt.
Der Rundgang in Horyu-ji ist stark reglementiert. Es gibt einen Plan, auch auf deutsch, in dem der Rundgang eingezeichnet ist und die allenthalben präsente Aufsicht achtet sehr auf die Einhaltung. Beim studieren des Planes bin ich mehrfach aufgefordert worden, doch nun endlich mit dem Rundgang zu beginnen. Das hat genervt……. Es war auch sehr warm, die Sonne hat es gut gemeint und ich war froh, mich abends ein bisschen im Schatten verkriechen zu können.

Am Tag habe ich mal Bauarbeiter beobachtet. Die liefen in der prallen Sonne mit einer Art Wattejacken rum. Ich dachte, die sind ja hart im Nehmen. Bei genauerer Betrachtung war da aber ein Lüfter eingebaut. Sachen gibt’s…..

Andern Tags, vorgestern, sollte es mit der Hitze noch verrückter werden…..
In Sakai, ebenfalls eine Stadt im Osaka Konglomerat, wurden beispielhaft Kofun aus über 160.000 solche Anlagen in ganz Japan ausgewählt. Kofun sind einfach Grabhügel, meist für hohe Persönlichkeiten aus der Zeit vom 3. bis zum 6. Jahrhundert. Erst rund entwickelten sie sich über quadratisch hin zu schlüssellochförmigen Anlagen. Der größte ist der Daisenryo Kofun von Kaiser Nintoku, mit 320.000 qm Fläche das größte Einzelgrab der Welt.
Leider hat man keine Vorstellung von der Anlage, wenn man sie nur vom Boden aus sieht und betreten darf man sie auch nicht. Im Welterbezentrum sind deshalb Luftaufnahmen zu sehen.
Ich hatte das große Glück, dass in der Nähe dieser Kofun eine Firma einen Ballon betreibt, der vielleicht 50m hoch über den Boden ein Bild von dem Kofun bietet – und so bin ich noch zum Ballonfahrer geworden, hätte ich mir auch nicht vorstellen können……..
Dafür vermitteln die Bilder nun doch einen Eindruck von einem Kofun.

Die Hitze an diesem Tag war mit 32 Grad dann doch beträchtlich und so hab ich den nächsten Tag mit wenig machen verbracht. Lediglich die Texte zu den beiden Welterbestätten hab ich geschrieben und gepostet, ach ja, geregnet hat es mal in Strömen, sodass es nicht ganz so warm war, eine Wohltat……

Heute ging´s dann früh raus, Himeji-jo lag am Weg, eine Burg, im wesentlichen Anfang des 7. Jahrhunderts erbaut. Sie war bis 1868 Zentrum eines regionalen Fürstentums und verlor danach ihre Bedeutung. Heute ist sie die schönste Burg Japans und hat den Titel „Weißer Reiher Burg“ auf Grund ihres Aussehens. Das hat die Stadtverwaltung aufgegriffen und hat ihre Gullydeckel mit weißen Reihern geschmückt.

Was gibt es noch zu berichten? Gewaschen hab ich das erste Mal. In öffentlichen Waschsalons ist das denkbar einfach: Programm auswählen – ich hab geraten! Wäsche rein und Geld einwerfen und dann geht’s schon los. Waschmittel ist schon drin und trocknen tut die Maschine auch noch. Nach einer Stunde ist alles fertig.
Einkaufen ist auch bisschen anders. Die Kassiererin scannt, legt die Sachen in einen neuen Korb und stellt diesen zu einer Bezahlmaschine. Dort wählt man aus, wie man bezahlen möchte, die haben hier tausend verschiedene Karten, oder eben bar. Nach dem bezahlen bekommt man seinen Bon und kann alles einpacken. Bisschen anders aber es geht schneller.

Nun hab ich Hiroshima vor der Brust, das wird eine ernste Angelegenheit……….

die Region Osaka……

nach einem Zwischenstopp in Nagova bin ich am 14.6. in Kyoto angekommen. Osaka ist nicht nur eine Stadt sondern ein ganzes Konglomerat von Städten. Eine Stadt reiht sich an die Andere und als Nichteinheimmischer kann man das kaum auseinander halten. Und so gehört zu der Region neben Osaka auch Kyoto, Nara und Kobe und viele andere Städte.

Kyoto, hier fand eine UN Klimakonferenz statt, war ab 794n.Chr. über 1000 Jahre Haupt- und Kaiserstadt Japans und hat die Geschicke des Landes nachhaltig geprägt. Und so sind vorwiegend Sakralbauten und die Burg Welterbe. Will man sie besuchen, das trifft übrigens auf alle zu, sollte man spätestens 9:00 da sein. Nach 10:00 bricht die Besucherlawine das über die Stätten herein. Ob hier schon Ferien sind, kann ich nicht sagen. Touristen aus der ganzen Welt kommen noch dazu.
Mein Problem bei hiesigen Welterbestätten ist, dass sie aus vielen Einzelstandorten über die ganze Stadt verteilt sind. Ich muss also eine Auswahl treffen und trotzdem gibt es viel Fahrerei.

Am zweiten Tag, den 15.6. hab ich alles abgefahren aber als es soweit war für mich, hatte die Burg schon geschlossen. Das musste für den nächsten Tag bleiben.

Geschlafen hab ich zwei Nächte auf einem Berg oberhalb von Kyoto. Viel Platz, eine schöne Aussicht, das hat nicht nur mir gefallen. Bis Nachts um 1.00 jede Menge Leute. Es ging aber ruhig und gesittet zu, nur die Motoren stundenlang laufen zu lassen und dabei am Handy zu spielen, Filme zu gucken oder zu quatschen, es ist hier eben so.

Ein langzeitreisendes Pärchen in Elternzeit aus Bayern habe ich hier getroffen und wir haben lange gequatscht.
Gewundert hab ich mich, dass viele Leute einfach so ein paar Stunden oder auch die ganze Nacht im Auto schlafen. Die Fenster zu gehangen oder auch nicht. Das habe ich das letzte mal so in Amerika erlebt.
Ansonsten ist das Camperleben hier nicht sehr konfortabel. Es sind auf einschlägigen Portalen eher Parkplätze oder Autobahnraststätten verzeichnet. Das ist an sich nicht schlecht da immer eine Toilette und meist auch eine Dusche in der Nähe sind, der fehlende Schatten ist manchmal schon ein Problem angesichts von um die 30 Grad täglich. Dann heißt es, den Camper abstellen und sich in kühle Räume flüchten.

Jedenfalls hat man von da oben eine gute Aussicht auf Kyoto und die anderen Städte.

Vor Kyoto war Nara für fast ein Jahrhundert die Hauptstadt Japans. In dieser Zeit konnte sich das Kaisertum nachhaltig in Japan etablieren. Einige Tempel und das Ruinenfeld des ehemaligen Kaiserpalastes sind erhalten. Hier war die Auswahl nicht ganz so groß und so konnte ich das heute abschließen.
Nara ist berühmt für seine zahmen Hirsche in der Stadt. Es gibt zwar einen große Park wo die meisten Hirsche zu finden sind, aber im Stadtgebiet um den Park findet man immer wieder mal welche auf der Straße. Die sind nicht scheu und alle nehmen Rücksicht und so kommt Mensch und Hirsch eigentlich gut miteinander aus.
Das Problem ist nur, die Hirsche werden gefüttert, überall stehen Frauen und verkaufen eine Art Kekse. Und wenn die Touristen unterwegs sind irren die Tiere umher, verlieren den Anschluss zur Herde und betteln alle um Fressen an. Das finde ich nicht schön. Merkblätter der Stadt verbieten das Füttern zwar, aber man macht ein Geschäft draus.

Da fallen mir noch ein paar alte Bekannte ein, die ich von zu Hause kenne:
Sperlinge hab ich gesehen, Bachstelzen, Raben jede Menge. Von den Pflanzen sind mir Beifuß aufgefallen, Farne gibt es auch, Kirschen sowieso und schmal- und breitblättriger Wegerich.

Ich bin also nicht alleine hier……….

auf in den Süden…

die erste Nacht war herrlich ruhig und das Abenteuer konnte beginnen.

Die Richtung war mir klar, es sollte nach Süden gehen. Zum Einen sind dort die meisten der Welterbestätten Japans, zum Anderen haben mir die Berichte des Neffen, der schon zweimal hier mit dem Camper unterwegs war gezeigt, es wird richtig warm hier.
Die Basis des Vermieters liegt in Narita, das ist östlich von Tokio. Man kann durch Tokio gurken um Richtung Süden zu kommen oder die Brücke über die Tokiobucht südlich von Narita nehmen.
Das habe ich getan und so konnte ich die Fahrt entspannt fortsetzen.
Vom Osten kommend ist der erste Teil Brücke, die an einer Raststätte endet. Von dort aus ist die Bucht untertunnelt um den Schiffsverkehr nicht zu behindern und eine so hohe Brücke wollten die Japaner wohl nicht bauen. Essen und vergnügen kann man sich hier und hat außerdem einen phantastischen Blick über die ganze Bucht, die eingerahmt wird von einem einzigen Moloch aus Großstädten und Industriegebieten.
Fährt man durch den Tunnel, kommt aber nicht aufs platte Land sondern stößt auf zwei weitere Großstädte, Kawasaki und Yokohama.

Nach der Fahrt waren erstmal ganz grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen. Wasser gibt’s an jeder Toilette, die unheimlich sauber, immer kostenlos und an jedem Parkplatz zu finden sind.
Aber Einkaufen!! Läden findet man viele, jedoch wird man überwältigt, wenn man diese betritt. Plastik über Plastik, alles ist nochmal eingepackt, Ansichtskarten genauso wie das meiste Obst und Gemüse oder eben schlicht auch alle anderen Lebensmittel. Wenigstens in teuren Supermärkten gibt’s Obst und Gemüse frisch.

Gefahren wird sehr rücksichtsvoll, wenngleich die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten wohl eher als Empfehlungen betrachtet werden. Tanken war ich auch schon, ca. 95 Cent für Super bleifrei – geht. Deswegen lassen die hier auch manchmal lange die Motoren laufen.

100 km von Tokio entfernt ist das Gebiet des Fuji, des Heiligen Berges der Japaner. Natürlich darf der auf der Liste der Welterbestätten Japans nicht fehlen. Alles an diesem Berg ist heilig: fünf der Seen, die den Berg im Tal umgeben genauso wie viele heilige Teiche. Uralte Wohnstätten gibt es, Lavahöhlen die während vulkanischer Aktivitäten entstanden sind und mehrere heilige Schreine, die um den Berg herum Ausgangspunkt von Pilgerwegen auf den Berg sind. Auch eine Eisenschmelzhütte aus dem 18. Jahrhundert habe ich schon besucht, die Teil einer Stätte zu Zeugnissen der frühen industriellen Entwicklung Japans ist.

Heute ist das Wetter ausgezeichnet freundlich, der Camper ist ein bisschen wie ein Backofen, hat aber zum Glück einen Kühlschrank für das Essen. Überhaupt ist das Fahren mit dem Camper hier ganz anders als ich es gewohnt bin. Kaum Parkplätze Überland und in den Städten wird jedes Fitzelchen Land genutzt. Selbst Bauland wird landwirtschaftlich genutzt, wenn es noch nicht bebaut ist. Und für Autos gibt es prinzipiell keinen Schatten, die haben ja eine Klimaanlage

Ich sitze gerade im MC Donald, meiner Amerikareise seligen Angedenkens und staune über die Unterschiede:
in der Küche permanente Hektik, das Essen das Gleiche, wie könnte es anders sein, aber kein Internet, man muss sich einen Account erstellen, für mich in japanisch ein nogo. Die sehen mich da nie wiede

Nach dem Fuji, der übrigens so freundlich war, mir sein Haupt zu zeigen, kommen die nächsten Welterbestätten erst wieder in Osaka und dann aber gleich 5 Stück. Aber dazu muss ich erstmal dort sein und das dauert. Ist nämlich ein ganzes Stück zu fahren.

mal sehen………….

Japan……..

nachdem es vergangenes Jahr mit dem Camper mieten nicht geklappt hatte, war ich dann schon im November aktiv und konnte mir einen Camper sichern.

Von Heute ab bis zum 21.Juli werde ich nun durch Japan fahren um mir die Welterbestätten anzusehen. Nach ein paar Tagen in Tokio fliege ich am 25.Juli nach Seoul um in Südkorea ebenfalls die Welterbestätten zu besuchen. Den Camper gebe ich am 25.August zurück und fliege am 2. September heim, so der Plan…

Wie immer, wird’s bestimmt unterwegs jede Menge Überraschungen geben, mal sehen……..

Eigentlich ging es in Frankfurt am Flughafen schon los:
Vor mir in der Schlange drei junge Leute, die mir beim Rucksack einpacken geholfen haben. Das Mädchen aus der Mongolei hatte in Deutschland ein FSJ absolviert und flog endgültig heim. Die Jungen haben sie „nur“ begleitet, einer aus Mexiko, der andere aus Chile. Beide studieren hier in Deutschland und wollen auch bleiben – Lebensläufe gibt es….

Die größte Überraschung war für mich aber die Mongolei. Der Zwischenstopp nach 8 Stunden Flug, größtenteils über Russland, in Ulaan Batoor hat mir gezeigt, dass die Mongolen eine Art kyrillisches Alphabet nutzen, paar eigene Buchstaben gegenüber der russischen Variante, aber einiges konnte ich zumindest erraten. Und Gobi, eine einheimische Firma, verkauft im internationalen Teil des Flughafens allerfeinstes Kaschmir – ein Traum.

Die Einreise in Japan ging fast von alleine. Ich hatte vorher auf einer Seite des Außenministeriums deren wenige Fragen beantwortet und die persönlichen Angaben hinzugefügt. Der damit erzeugte QR Code macht die elektronische Einreise quasi zum Kinderspiel.

Der Campervermieter hat mich vom Flughafen abgeholt und nach einer Nacht in seinem Gästehaus war heute früh die Fahrzeugübergabe und nun verbringe ich meine erste Nacht in Japan auf einem Parkplatz am Wasser mit einem herrlichen Blick auf die Skyline von Tokio……..

die Backsteingotik um Lüneburg………….

bisschen verspätet, aber zu Hause ging´s gleich wieder drunter und drüber….. 🙂

Da ich mich in Hamburg nun auch nicht mit den Reisefreunden von Kanada treffen konnte, blieb mir nur der Stopp beim Fischhändler, um Räucherfisch für meine Blumenmutti und mich zu kaufen. Anschließend fuhr ich weiter in den Süden von Hamburg in das Gebiet um Lüneburg. Buxtehude hatte ich ja schon mit der S-Bahn von Hamburg aus besucht, aber der Kirchenkreis und andere religiöse Einrichtungen Lüneburgs sind sehr rührig und eine Menge Klöster, Kirchen und andere Gebäude sind in dem Verzeichnis der Backsteingotik enthalten.

Die Klöster sind alle noch intakt und in Betrieb, Evangelische Frauenkonvente zumeist. Dadurch sind die Besichtigungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt und außer Kräutergarten oder öffentlicher Innenhof ist kaum etwas zu sehen. Die Klöster liegen meist etwas abseits und sehr ruhig.
5 Klöster hab ich in Ebsdorf, Isenhagen, Wienhausen, Medingen und Lüne besuchen können. Alle sehr schön hergerichtet und toll in Schuss.
Und letzlich war dann noch Lüneburg selbst mit einem imposanten Rathaus, einigen Kirchen und viele Profanbauten aus der Zeit.

Das war nun meine zweite Runde für dieses Jahr. Der Bus muss nun zur Durchsicht, aber danach ist dann für ihn Pause in diesem Jahr.

Asien wartet ab Anfang Juni, aber mit dem Flieger………..

Schleswig Holstein…..

an Hamburg vorbei bin ich erstmal nach Kiel gefahren. Ich war da 1994 schon mal. Aus dem Bahnhof raus und direkt gegenüber auf die Fähre nach Stockholm und nach drei Wochen auf der Rückreise genauso.
Mein Streifzug durch die Stadt war für mich eher ernüchternd. Ältere Neubauten werden durch neuere Neubauten ersetzt und der Hafen wird durch Kreuzfahrer und Fähren dominiert. Das Flair alter Hansestädte hab ich nicht gefunden. Dafür ist mir in einem Kaffee ein Camperpärchen über den Weg gelaufen, mit dem ich mich nett unterhalten konnte.

Ein Treffen mit Jens aus Flensburg konnte krankheitsbedingt nicht stattfinden, was ich sehr bedauert habe. Mir blieb dann nur, durch Flensburg alleine zu streifen.

Das Dampfrundrum, am Wochenende vom 10. bis 12. Juli diesen Jahres, dem alles gewidmet ist, was mit Dampf betrieben werden kann, gibt es noch. Dampfschiffe, kleine dampfbetriebene Boote und auch land- oder schienengestützte Fahrzeuge kann man erleben.
Darüber hinaus hat die Stadt aber eine schlechte Entwicklung genommen. Die Kaimauer des historischen Hafens ist vor Jahren durch eine Sturmflut buchstäblich weggerissen worden und bis heute nicht aufgebaut. Viele historische Schiffe haben sich deshalb einen anderen Liegeplatz gesucht – schade.
Am ersten Mai, ein Sonnentag mit fast 25 Grad, war der Stadtstrand fast vollständig von arabischen oder arabisch anmutenden Großfamilien belegt, die dort nicht nur ein Picknick abhielten, sondern mit Grill und Getränkegroßbehältnis anrückten. Das so was in dieser Größenordnung geduldet wird…..

Zu meinem weiteren Pech kam, dass die Hamburger Reisefreunde krankheitsbedingt auch noch absagten.
Und so bin ich gestern von Flensburg wieder Richtung Süden gefahren.
Die Stadt Schleswig lag da am Weg.

Das ist ein pittoreskes Städchen, Bischofssitz, mit dem Dom St. Petri, dessen Anfänge im 12. Jahrhundert liegen und Holm, einem niedlichen Fischerdorf am alten Hafen. Die Altstadt ist, bis auf wenige neuere Bauten, gut erhalten aber auch hier gibt es nur noch ganz vereinzelt deutsche Händler oder Gastronomen.

Von Schleswig ging es ganz spontan nach Büsum, um eine Schiffsfahrt nach Helgoland zu machen.

Pünktlich 9:30 Uhr legte der Dampfer ab, um uns 12.00 Uhr in Helgoland abzuliefern. Bedeckt, bis auf wenige Minuten Ausnahme, war es den ganzen Tag, aber wenigstens kein Regen. Bisschen durch die Siedlung laufen und auf einem schönen Weg die Insel umrunden und die sog. Lummenfelsen, allen voran die „Lange Anna“, das Wahrzeichen der Insel, besuchen, dazu hat die Zeit gerade gereicht. 16:00 Uhr war Abfahrt, wieder nach Büsum.
Die Insel ist zollfreies Gebiet und so kann man hier Zigaretten, Schnaps, Schokolade und andere Dinge billig kaufen. Läden dafür gibt es mehr als genug. Der Preis relativiert sich über die Packungsgröße aber wieder. Handballgroße Lolliebälle zum Beispiel oder Schnaps in Literflaschen und so geht das munter weiter.
Was mir aufgefallen ist, stellenweise war eine geradezu unheimliche Ruhe auf der Insel. Es gibt hier keine Bäume und deshalb außer Seevögeln keine anderen Vögel. Landvögel können ohne Bäume oder Sträucher offensichtlich nicht existieren.

18:30 Uhr hat uns der Dampfer pünktlich inmitten eines fürchterlichen Regengusses wieder in Büsum abgeliefert………

Die Norddeutsche Backsteingotik – wiedermal……

als ich das letzte mal zu diesem Thema unterwegs war, sind aus Zeitgründen ein paar Lücken entstanden, die ich nun schließen wollte.

Aus dem Süden kommend, war da zunächst Brandenburg, die Stadt, die lange Zeit der Hauptort der Mark war und ihr auch ihren Namen gegeben hat.
In der Stadt haben sich noch viele Beispiele der Backsteingotik erhalten:
der Dom St. Peter und Paul, das Pauli Kloster und auch etliche Profanbauten wie das Altstädtische Rathaus, das Ordonnanzhaus oder das älteste Fachwerkhaus Brandenburgs. Letzteres leider verputzt, sodass weder das Fachwerk, noch Backsteine zu sehen sind. Ebenso ist mit dem rekonstruiertem sog. „Gotischem Haus“ verfahren worden. Die Fassade wurde mit Putz neoklassizistisch gestaltet. Nur an einem Giebel sind Backsteine zu sehen.

Nach einem Abstecher beim Neffen und seiner Frau in Neubrandenburg, waren dann in Richtung Westen noch die Backsteinbauten in Parchim und Schwerin zu besichtigen.

Leider wurde in Parchim viele Straßenabschnitte und Fußgängerwege gebaut, sodass viele Objekte garnicht oder nur mit vielen Baustelleneinrichtungen fotografiert werden konnten. Die Georgenkirche oder etwa das Rathaus gehören dazu.
Helmuth von Moltke, preußischer Generalfeldmarschall, war übrigens Sohn dieser Stadt.

In norddeutscher Backsteingotik ist der Dom St. Marien in Schwerin. Sein Westturm ist mit 117,50 m der Höchste in Mecklenburg Vorpommern und ragt schon von Weitem über die Stadtsilhouette.

Auf meinem Weg nach Flensburg hab ich erstmal einen Abstecher nach Hamburg gemacht. Die Landungsbrücken und die Innenstadt wollte ich sehen und im portugiesischen Viertel gibt es einen Designerladen – Arts of Hamburg – bei dem ich ganz gerne mal ein T- Shirt gekauft habe. Leider sind sie Macher bisschen von den Shirts abgekommen und designen lieber Taschen und solchen Kram. Das ist eher nichts für mich. Ich war also umsonst dort, genau so wie im Japanischen Generalkonsulat. Hier konnte man mir mit der Akkreditierung als Journalist in Japan auch nicht weiterhelfen.
Als ich mit der S Bahn wieder zurück zu meinem Bus wollte, fuhr mir buchstäblich eine S Bahn Richtung Buxtehude vor die Füße und da noch Zeit war bin ich eben noch nach Buxtehude gefahren.

Auch hier Norddeutsche Backsteingotik:
Das älteste Bürgerhaus, schön restauriert, ist Gaststätte. Das Rathaus aus dem Jahre 1408 ist 1911 abgebrannt und 1913 – 1914 wieder aufgebaut worden. Es sollen wohl noch Reste des Vorgängerbaues im Inneren erkennbar sein, von Außen ist davon leider nichts mehr zu sehen.
So hab ich nun gleich die westlichste Stadt mit Backsteingotik besichtigen können, da muss ich das später nicht machen.

Jetzt geht’s erstmal Richtung Flensburg zu Freund Jens und dort muss ich dann auch dänische Lakritze kaufen ohne die kann ich mich bei Manuela nicht blicken lassen…………….

und nun in Deutschland eine kleine Runde……….

vom 9.bis 18.April war ich erst mal wieder in Gotha bei Manuela. Es gab einiges zu tun, aber auch einkaufen in Erfurt, eine Thaimassage und Anderes………

Ich hatte das Meiste zwar eingepackt, aber manches doch vergessen und so bin ich hinterher nochmal Richtung Heimat aufgebrochen.
Unterwegs in Weimar bin ich in ein internationales Foodfestival geraten. Speisen aus aller Herren Länder wurden angeboten, so auch aus Japan, Korea und einige afrikanische Länder. Die Japaner hatten nur Süßes und so hab ich mich dann an Koreanischem versucht. Hühnchen mit sauscharfer Soße. Hat aber geschmeckt…

In Hohenstein Ernstthal aber hab ich dann meine erste Nacht dieses Jahr im Bus verbracht.

In die Tschechei zum Tanken bin ich noch gefahren, dabei bin ich in Gelenau auf das Erlebnisland Kegelsberg gestoßen, bei dem eine überdimensionale Ente zu bestaunen war. Sie ist begehbar und Toiletten verstecken sich noch drin. Zur Zeit wird auch noch ein Drachen mit Selbstbedienungsküche für die Camper gebaut.

Endgültig los ging es dann am Montag. Eine liebe ehemalige Arbeitskollegin hab ich bei Leipzig besucht und bin dann über Wolfen nach Dessau gefahren.
Die Welterbestätte hatte ich schon vor Jahren besucht und später auch noch die restlichen Bauten des Bauhauses in der Stadt. Ziel waren zwei Ausstellungen, die durch die Bauhausstiftung anlässlich der 100 jährigen Wiederkehr des Bauhausumzuges von Weimar nach Dessau gestaltet wurden.
Die Eine, „Glas | Beton | Metall“, beschäftigt sich mit diesen Materialien und verdeutlichen deren enorme Bedeutung für den großindustriellen modernen Bau an Hand der Bauhausbauten in der Stadt Dessau, aber erschließt auch neue Entwicklungen bei Gebrauchsgegenständen.
Sie war im Werkstattflügel des Bauhausgebäudes untergebracht.
Im ehemaligen Kaufhaus Zeeck, in der Innenstadt gelegen, befand sich die zweite Ausstellung. Sie findet man in der zweiten Etage des, ansonsten leerstehenden, Gebäudes, dessen Erdgeschoss Räume eine Gaststätte beherbergen.
Die Ausstellung mit dem Titel „Algen | Schutt | CO2“ beschäftigt sich mit neuen, auch recycelten Baustoffen und erläutert auch CO2 neutrale Entwicklungen.
Fast Alles gezeigte steckt in der Entwicklung noch in den Kinderschuhen und es bleibt abzuwarten, welche Technologien sich in der Praxis als massentauglich erweisen und am Markt nennenswerte Erfolge feiern können.

Jetzt liegt Brandenburg vor mir, eine Stadt, die von vielen Bauten der Backsteingotik geprägt sein soll………..

Alle Ausstellungsbilder und Bild Kaufhaus Zeeck:
© Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ

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