nun doch mal Schweden……

der Campingplatz in Röros füllte sich schnell. Es ist eben Hochsaison. Schweden, Dänen neben Norwegern, aber auch Deutsche, Niederländer, vereinzelt auch Spanier, erstaunlich viele Tschechen und auch Polen, waren da, wenn man den Nummernschildern trauen darf.
Der Bergbau mit allen dazugehörigen Einrichtungen ist seit 2010 Welterbe hier und zieht entsprechend viele Touristen an. Ich habe die Stadt zum ersten mal 2016 besucht und es hat sich nicht viel geändert. Die Kjerkgata, die Kirchengasse, ist immer noch die Hauptgeschäftsstraße, beherrscht vom markanten Kirchturm.

Da das Wetter immer noch so schlecht war, habe ich beschlossen, meine letzten Tage auf dem Weg nach Trelleborg, in Schweden zu verbringen, da dort die Wetteraussichten deutlich besser waren.
Und prompt schien beim Grenzübertritt die Sonne. Kurz davor, in Brekken, konnte ich noch einmal eine Holzkirche fotografieren, sodass ich genug Fotos für meinen nächstjährigen Kalender „Holzkirchen in Norwegen“ habe.
Und neben der Sonne stellten sich auch die Rentiere am Straßenrand ein, die ich in Norwegen vermisst hatte. In vollkommener Ruhe äsen sie am Straßenrand oder überqueren sie auch, wohl wissend, dass ihnen nichts passiert.

Von der Grenze bei Fjällnäs, schon auf schwedischer Seite gings dann wieder Richtung Süden. Ein Treffen mit Gabi und Manfred stand an, den Beiden die ich aus Kanada kenne. Sie sind vor einer Woche in Hamburg Richtung Norden aufgebrochen um der Hitze zu entfliehen. Sie konnten nicht eher losfahren, da sie in Hamburg dieses Jahr umgezogen sind. Das Wiedersehen verlief mit großem Hallo und es war eine schöne Zeit.

Zufall: wir haben uns auf einem Standplatz getroffen, der in der Nähe von Sälen lag. Der Ort ist Startpunkt des legendären Vasa Laufes, jenes 92 km Skirennens, das seit 1922 immer Anfang des Jahres ausgetragen wird.
Und noch größerer Zufall: gestern wurde die Tour mit dem Mountainbike gefahren, quasi die Sommerversion. Hunderte Mountainbiker warteten in verschiedenen Altersklassen auf den Start. Ein großartiges Schauspiel.
Auf dem Startgelände steht eine Siegersäule, auf der alle Sieger seit 1922 verzeichnet sind. Und siehe da, erst 1975 wurde als erster ausländischer und einziger deutscher Sieger überhaupt Gert Dietmar Klause aus der DDR aufgeführt – was soll ich da noch dazu sagen!!!!

Nun bin ich weiter Richtung Süden unterwegs, aber in Malung, einem kleinen Städtchen hab ich erstmal einem Lidl einen Besuch abgestattet. Das Sortiment unterscheidet tatsächlich sich nur wenig von dem in Deutschland.

Nun bin ich gespannt, was mich noch so unterwegs erwartet……………

durch Norwegen………..

die Reparatur hat ganz gut geklappt und so konnte ich mich Richtung Nordosten in das Gebiet von Valdres aufmachen. Dort gibt es in fast allen Örtchen noch eine der 28 verbliebenen Stabkirchen Skandinaviens von früher mal über 1000. Viele sind verloren gegangen, eine ist ins Freilichtmuseum in Oslo, eine Andere nach Lillehammer und die von Vang ist gar nach Karpacz in Polen gekommen. Stabkirche heißt, die Stäbe, also die Ständer, für das Dach, sind unmittelbar im Erdreich eingegraben und deren Haltbarkeit deshalb sehr begrenzt. Diese Art zu bauen war im 13./ 14. Jahrhundert üblich. Später errichtete man die Holzkirchen auf einem Steinsockel.

Die Kirchen sind also sehr alt, aber fast keine ist aus dieser Zeit original erhalten. Ich habe nur eine in Öye gefunden. Die Anderen sind nach der Reformation nach evangelischen Bedürfnissen umgebaut worden.
Und so bin ich also durch die Bergwelt hier oben gefahren um diese Kirchen zu fotografieren, ehe ich mich dann nach Lillehammer aufgemacht habe. Dort sind 1994 die olympischen Winterspiele abgehalten worden. Der Ort ist mit gerade mal 29000 Einwohnern nicht sehr groß, hat aber viele Wintersportstätten, was nicht verwundert. Auf Nebenstraßen trifft man hier nicht selten Leute an, die Sommerlanglauf trainieren. Touristisch oder geschichtlich ist nicht viel los. Auch die Architektur hat nichts zu bieten

Und immer gibt es Überraschungen wenn man hier unterwegs ist. Mal gibt es die Skulptur eines überlebensgroßen Elches zu sehen, ein Andermal 6000 Jahre alte Felsritzungen oder ein alter Bauernhof als Museum mitten in den Bergen, dessen Vorratsspeicher scheinbar auf „Pilzen“ sitzt. Die waagerechten Unterseiten der „Pilze“ verhindern, dass Mäuse in das Gebäude und damit an die Vorräte kommen.
Die Blaubeeren sind reif, die Preißelbeeren haben noch ein weißes Bäuchlein, brauchen also noch und die Moosbeeren sind auch reif. Letztere zu pflücken ist aber sehr mühsam, weil sie so klein sind.
Jetzt geht es nach Röros auf dem Zeltplatz ist Haushalttag und morgen zur Olavsgruve……….

die Hardangervidda………..

nordwestlich von Oslo zieht sich die größte Hochebene Europas in einer Höhe von 1200m bis 1400m hin. Tausende Touristen im Camper, mit dem Auto, Radfahrer und auch Wanderer bevölkern sie. Übernachtet wird wo Platz ist. Am Straßenrand, kleinen Stellflächen in der Natur, selten in Hütten oder auf Parkplätzen. Man kann die Hardangervidda auf Hochstraßen ganz gut umrunden. Manche dieser Straßen folgen der alten Route mit vielen Serpentinen, steilen Abschnitten. Dem damaligen Verkehr geschuldet sind sie schmal, mit Ausweichstellen, immer ohne Leitplanken aber erstaunlich gut instand gehalten. Die Fahrt erfordert Rücksichtnahme untereinander, ist aber immer landschaftlich schöner, als im Tal durch die Tunnel zu fahren. Die Temperaturen sind nachts im einstelligen Bereich und tags selten über 16 – 17 Grad.

Begonnen hab ich im Hauptort der Hardangervidda, Geilo. Ein Wintersportort, der aber auch im Sommer viele Touristen anzieht, die hier ihre letzten Einkäufe tätigen. Dort findet sich auch die Tuftebrui, eine Brücke, die ganz ohne Nägel auskommt. Von da bin ich dem Reichsweg Nr. 7 gefolgt, der nördlich an der Hardangervidda Richtung Westen nach Eidfjord entlangführt. Die klassische Route für diejenigen, die nicht so viel Zeit haben, aber eine guten Eindruck bekommen möchten. Nach Eidfjord führte die Route dann südlich zunächst am Ende des Hardangerfjordes vorbei, entlang des Sörfjordes nach Röldal. Der Latefoss, ein Wasserfall der fast direkt auf die Straße stürzt, liegt am Weg und man kann später den Röldalfjelletweg nehmen um die Aussicht zu genießen und den Tunnel zu entgehen. In Röldal gibt es eine Stabkirche aus dem 13. Jahrhundert, die wohl sehr schön ausgemalt sein soll, aber rund 7 Euro Eintritt waren mir für eine Kirche dann doch zuviel.

Von Röldal aus bin ich wieder Richtung Osten zunächst nach Haukeli gefahren. Auch hier gab es wieder eine Hochgebirgsstraße mit wunderschönen Ausblicken auf das umliegende Gebirge.
Nur kleine Orte säumen die Straße, aber die Landschaft ist stark zersiedelt durch unzählige Ferienhäuser. Ein Großteil manches Berghanges sind mit diesen, „Hytter“ genannten, Häusern bebaut. Erschlossen sind sie mit Schotterpisten, ein starker Eingriff in die Natur.

Bis Austbygde, vorbei an Rjukan, einer Welterbestätte bin ich Richtung Osten gefahren.
Rjukan markiert ein besonderes Kapitel norwegischer Geschichte. In den hiesigen Kraftwerken wurde nebenher zur Zeit des WWII schweres Wasser produziert, welches die Nazis für die Produktion einer Atombombe einsetzen wollten. Die Verhinderung des Abtransportes war ein wesentliches Ziel des norwegischen Widerstandes in dieser Zeit und viele Kämpfer verloren dabei ihr Leben.
Von Austbygde schloss sich dann der Kreis Richtung Norden, um wieder Geilo zu erreichen. Auf dem Drykarweg konnte ich noch einmal eine Wanderung ins Gebirge mit einem wunderschönen Ausblick machen.

Fazit: die Runde kann man mehrmals fahren und immer wieder neue Eindrücke sammeln oder Wanderungen machen.

Nachdem ich heute hoffentlich in einer Werkstatt meine Seitentür repariert bekomme, will ich mich dann aufmachen um nach Röros, die alte Bergarbeiterstadt in der Nähe von Trondheim zu gelangen……

das Fredrikshald Theater in Halden………..

aber erst war ich noch in Fredrikstad. Das historische Zentrum sollte eine autofreie Befestigungsanlage sein. 1663 wurde sie nach niederländischem Vorbild sternförmig aufgebaut. Bis 1903 wurde die Anlage militärisch genutzt. Von der ursprünglichen Bebauung ist nach einem Stadtbrand 1764 wenig erhalten.

Gestern nun sollte die Führung im Theater in Halden sein. Für einen Montag, 12:00 Uhr, hatte ich nicht mit vielen Besuchern gerechnet. Aber stolze 19 Besucher waren es dann doch. Es wurde sehr ausführlich erläutert. Leider konnte ich nur einige Sprachstudien zur norwegischen Aussprache anstellen und hab mich auf das Fotografieren beschränkt. Interessant war die Bühnentechnik für mich allemal. 1838 erbaut, wurde das Theater 1982 restauriert und hat noch heute über 100 originale Bühnenbilder aus der Zeit zwischen 1838 und 1916.

Heute konnte ich wieder eine Wanderung machen und da finden sich immer wieder unverhoffte Begegnungen am Rande:

Bronzezeitliche Grabstätten zum Beispiel. Es war ein Hügelgrab, bei dem die Menschen vom Wasser abgeschliffene Steine bis auf einen kleinen Berg geschleppt haben für einen bedeutenden Menschen. Andere wiederum wurden in Steinkreisen bestattet.
Es beeindruckt mich immer wieder, Orte zu finden, die einmal Menschen etwas bedeutet haben und die die Natur sich fast spurlos wieder einverleibt hat.
Und dann war da noch die Hütte im Wald, die mitten im wegelosen Forst stand. Wie die Baumaterialien dort hin kommen? Getragen hat das keiner. Geht eigentlich nur im Winter mit Schlitten??
Und kleine idyllische Bergseen gibt es auch immer wieder. Die Gegend ist sehr felsig, da bleibt das Wasser mal stehen, aber auch sumpfige Stellen gibt es, die der Wanderer nicht so mag.
Von Halden bin ich nun schon ein Stück weg und bin oberhalb von Oslo und hoffe spätestens in 2 Tagen auf der Hardangervidda mit ihren angenehmen Temperaturen zu sein……..

die letzte Runde für dieses Jahr – Norwegen, mal wieder

oben im Norden sind die Temperaturen angenehmer, hatte ich gedacht, fährste nach Norwegen zum Wandern, da geht’s Dir besser als zu Hause. Allein, es sollte anders kommen…….

Erste Station war am Montag noch Neuruppin und am Dienstag bin ich in Rostock gelandet um noch die letzten Einkäufe zu machen und voll zu tanken. Am Mittwoch fuhr früh 8:00 Uhr pünktlich die Fähre nach Trelleborg. 14:00 ungefähr war ich da. Auf der Fahrt Richtung Norwegen habe ich die Sendemasten der Radiostation Grimeton aus den 20iger Jahren gesehen wie auch einen Wegweiser nach Tanum, mit seinen bronzezeitlichen Felszeichnungen kurz vor der norwegischen Grenze, beides Welterbestätten die ich schon 2016 besucht hatte.

Bis Kungläv oberhalb von Göteborg konnte ich noch fahren, dann habe ich dort übernachtet.
Hier thronte hoch über dem Tal die Festung Bohus. 1308 vom norwegischen König Haakon V. erbaut, wurde sie in ihrer Zeit als Festung nie durch militärische Gewalt eingenommen. Seit 1658 schwedisch, wurde sie als militärische Anlage 1786 aufgegeben. Sie verfiel, bis sie 1935 zum nationalen Kulturerbe erklärt wurde.

Als ich dann am Donnerstag über die Grenze nach Norwegen gefahren bin, kam die große Überraschung. Bis zu 30 Grad sollten es in den nächsten Tagen werden und die Sonne war nicht zu bremsen. Also Schatten suchen, wo es nur geht.
Die Straße war gespickt mit Blitzern, aller paar Kilometer einer, der Unterschied zu Deutschland: die meisten werden im Navi angezeigt und vorher ein Verkehrsschild gibt es auch.
Erste Station war Halden, die südlichste Stadt Norwegens. Der Platz ist schon über 8000 Jahre besiedelt. 1816 brannte die Stadt komplett ab und wurde im Empire Stil wieder aufgebaut. Viele pittoreske Holzhäuser aus dieser Zeit existieren noch und machen den Charme der Stadt aus.
Es gibt auch ein historisches Theater aus der Barockzeit, das Einzige in Norwegen. Am 21.Juli ist eine Führung um das Theater zu besichtigen. Die will ich mir nicht entgehen lassen und so habe ich eben die Zeit bis dahin zu überbrücken.
Deshalb bin ich wieder aus der Stadt heraus zu einem Wandergebiet, an dem findige Geister einen Trollstigen errichtet haben. Lauter lustige und auch gruselige Gestalten finden sich neben einem Wanderweg. Darunter konnte ich auch Mister Trump entdecken. Er macht sich nicht schlecht als Troll.

Eine zweite Wanderung führte mich an anderer Stelle auf den Linnekleppen, einen Berg von 360m Höhe. In die Ebene Richtung Halden gab es trotzdem einen phantastischen Ausblick.
Die Wälder hier oben sind anders als bei uns. Kiefern und Fichten neben ein paar Birken lassen ihn lichter erscheinen und deshalb wächst am Boden eine üppige Krautvegetation, die ein querfeldein laufen fast nicht zulässt. Bei den meisten Wegen geht es über Stock und Stein, viele Wurzeln dazwischen. Es ist zuweilen eher ein Kraxeln den Wandern. Die Wälder werden intensiv genutzt. Oft begegnet man Holzeinschlag oder kahlen Stellen.

Und morgen ist es nun soweit, dann verpasse ich hoffentlich nicht die Theaterführung.

Jetzt will ich noch nach Fredrikstad unterhalb von Halden. Dort gibt es eine historische Festungsstadt zu besichtigen………..

paar Tage in der Lausitz und am Oder-Neiße Radweg…….

in Herrenhut ging´s los. Den Werksverkauf der Herrnhuter Sterne haben wir besucht. Von den ehemaligen Sternen mit rotem Kern und gelben Spitzen war nicht mehr viel zu sehen. Viele verschiedene, oft schreiend bunte, Sterne kann man da heute kaufen. Nichts für mich. Da war die Gemeinekirche der Herrnhuter schon eher was.
Die Herrnhuter sind 2024 gemeinsam mit einer Gemeine in Großbritannien und den USA neu zur Welterbestätte der Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine zusammengefasst worden, gemeinsam mit der schon 2015 eingetragenen Brüdergemeine in Christianfeld in Dänemark.

Wir, Manuela und ich, sind dann immer weiter in den Norden gefahren, haben Cottbus besucht, Eisenhüttenstadt, die Planstadt aus DDR Zeiten und in Frankfurt/O. war der Wendepunkt. Hier gab es wieder Backsteingotik zu bewundern, das aber leider durch ein Stadtfest nur sehr eingeschränkt.
Zuvor jedoch, in Nieder Seifersdorf, war wieder mal eine fein restaurierte Dorfkirche zu bestaunen. Der älteste Teil stammt aus dem Mittelalter und dann kam immer mal wieder etwas dazu.

Auf dem Rückweg, immer den Oder Neiße Radweg entlang, lag in Ratsdorf ziemlich unspektakulär der Zusammenfluss von Oder und Neiße mit einem Holzkreuz auf polnischer Seite.

In Görlitz war dann dieser kurze Trip auch schon zu Ende…….

das Ende der dritten Runde…….

Schwerin ist immer leicht zu besuchen. Man parkt am am Ziegelinnensee und die Stadt ist von dort aus fußläufig zu erreichen.
Mein Besuch der Tourist Information war nicht erfolgreich. Die Dame hatte wohl ihre Motivation zum Sonntag zu Hause gelassen und so musste ich mich mit den mageren Informationen eines Faltblattes zur Welterbestätte zufrieden geben. Zum Glück hat mir Google einige Male mit Informationen unter die Arme gegriffen.
38 Gebäude, über die Altstadt verteilt, sind Bestandteil der Stätte und sind schöne Beispiele für die Struktur einer Residenz. Gebäude von Militär, Infrastruktur, Verwaltung, Kultur, Religion und die Repräsentation gehören dazu.
Ich hab sie nicht alle besuchen können, auch weil ich sie nicht alle gefunden habe,konnte aber einen guten Überblick gewinnen.
Das Schloss, heute noch Regierungssitz, der Dom, das Theater und die anderen sind überwiegend gut restauriert und in zumeist neuen Nutzungen. Der Dom ist darüber hinaus auch noch in norddeutscher Backsteingotik ausgeführt und damit der gleichnamigen Route zugehörig.

Nach einem letzten Haushalttag bei Hagenow war mein nächster Stopp Parchim. Die Stadt besitzt einige Gebäude in norddeutscher Backsteingotik und ist darüber hinaus Geburtsort des preußischen Generalfeldmarschalls Graf Moltke. Die St. Marien- und die St. Georgkirche gehören zur Backsteingotik genau wie das Rathaus.
Zum Schlafen bin ich dann noch bis in die Altmark gefahren und habe bei Seehausen übernachtet.

Eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmale Sachsen – Anhalts ist die Dorfkirche in Osterwohle aus dem 13. Jahrhundert. Die barocke Ausstattung ist noch nahezu vollständig erhalten. Ich habe nur durch eine geschlossene Glastür einen Eindruck gewinnen können. Gleich um die Ecke war der Ort Tylsen, ein kleines verschlafenes Örtchen in dem sich früher Großes abgespielt hat. Der Ort besitzt ein altes Schloss und 1620 wurde durch die Besitzer ein Neues Schloss gebaut, welches den WWII heil überstand. Nach dem Krieg wurde es zur Baumaterialien Gewinnung abgerissen und es stehen nur noch Ruinen, die aber dem weiteren Verfall preisgegeben sind. Die Familie der von Knesebecks, der Schlossbesitzer, waren einst bedeutende Persönlichkeiten des deutschen Staates. Wie die auf das Kaff gekommen sind, ist mir schleierhaft. Ein Stück Geschichte, das dem Vergessen anheim gegeben wurde.

Eine Feldsteinkirche in Dambeck gab es noch zu sehen und eine Fachwerkkrche in Dannefeld, ehe es nun konsequent nach Süden nach Elbingerode im Harz ging. Das dortige Diakonissen- Mutterhaus ist von 1932 bis 1934 im Stil der Neuen Moderne von Godehard Schwethelm errichtet worden und ist nun quasi der Endpunkt meiner Dritten Runde…………

Schleswig Holstein und dann MCPomm…………………

nach dem Abstecher in Haderslev zur Domkirke, die meiner Meinung nach, eher weniger Merkmale der Backsteingotik zeigte, bin ich wieder nach Deutschland gefahren.

Und prompt ging die Raserei und Drängelei auf den Straßen wieder los und auch die Schlaglöcher haben merklich zugenommen.

Dann sind meine ersten Programmpunkte geplatzt, der Jens aus Flensburg und auch die Hamburger Freunde waren krank und ein Besuch daher nicht angebracht.

So habe ich mich nach einem Waschtag in Itzehohe wieder den von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geförderten Dorfkirchen zugewandt.

Die Erste gleich hat mich überrascht mit ihrer Entstehung. Großenaspe gehörte im Jahre 1772, zur Einweihung der Kirche, noch zum Großherzogtum dessen Landesherrin Zarin Katharina die Große war und als solche hatte sie den Bau zu genehmigen. Dabei übernahm sie auch gleich einen großen Teil der Baukosten. Das hätte ich in einem Dorf in Schleswig Holstein nun gar nicht vermutet.
Die Kirche ist innen sehr schlicht gestaltet, bietet aber mit 340 Sitzen für eine Dorfkirche erstaunlich viel Platz.

Nächste Station war dann Lübeck. Die Hansestadt ist nicht nur mit seinem Holstentor Welterbe, sondern hat auch bedeutende Bauten der Moderne aufzuweisen und nun auch noch Bauten der Backsteingotik.Das Hauptwerk der mittelalterlichen Backsteingotik steht hier, die St. Marien Kirche mit dem höchsten, aus Backstein ausgeführten Kirchenschiff, die St. Petri Kirche gehört noch dazu und auch das Heiligen Geist Spital. Alle samt und sonders gut erhalten.
Leider musste Lübeck im WWII einiges an Zerstörungen erleiden und so hat die Altstadt eine Reihe von modernen Einbauten, die das Bild doch erheblich stören. Aber nicht nur Kriegsschäden des vergangenen Jahrhunderts sind es, die die Ansichten trüben. Ein gotischer Ziergiebel ist mit einer Renaissancefassade verblendet, sieht auch nicht sehr schön aus.

Richtung Wismar ging es weiter, aber erstmal die Dorfkirche in Lübsee, einer kleinen Gemeinde ein Stück vor Grevesmühlen. Das Kirchlein ist gut restauriert, hat einen Feldsteinsockel, war aber für mich, wie viele andere auch, nicht zugänglich. Der Friedhof hat mich dann allerdings überrascht. Die Gräber der Eltern von Werner von Siemens befinden sich hier. Erstaunlich, ist doch Werner von Siemens im Raum Hannover geboren.

Im Dorf Mecklenburg stand dann die nächste Dorfkirche. Das Dorf liegt südlich von Wismar und ist Namensgeberin des Landes. Ein Obodritenfürst hatte hier im 10. Jahrhundert eine Burg die später niedergebrannt und wieder aufgebaut wurde. Im 13. Jahrhundert wurde sie abgerissen um den Bau eines Schlosses in Wismar zu ermöglichen. Die Wallanlage dient heute als Friedhof.

In Wismar ist die St. Nikolaikirche, als zweithöchste der gotischen Kathedralkirchen in Norddeutschland Bestandteil der Backsteingotik.

Und letzten Endes gibt es in Neukloster, wieder südlich von Wismar, die Reste eines Zisterzienserklosters aus dem 13. Jahrhundert, dessen Kirche die ältesten Fenster mit Glasmalereien in Norddeutschland besitzt.

Und nun will ich Schwerin besuchen. Der Dom gehört zur norddeutschen Backsteingotik und die Stadt besitzt eine neue Welterbestätte……….

Dänemark im Osten……..

Odense, der Hauptort der Insel Fühnen, war mein erstes Ziel. Hans Christian Andersen, der Märchenerzähler, wurde hier geboren und verbrachte seine Kindheit dort.
Das Rathaus, ein Bau aus dem Jahre 1880, beeindruckt und wurde von einem Naschmarkt belagert. Süßigkeiten aller Art waren zu erstehen, das lieben die Dänen sehr.
Die Domkirche St. Knut aus dem 14. Jahrhundert ist schön anzusehen. Vom Vorgängerbau aus dem 10. Jahrhundert ist aber auf den ersten Blick nichts zu entdecken.
Im Stadtteil Nonnenbakken (Nonnenhügel) soll ebenfalls eine Wikingerburg gestanden haben. Davon ist leider nichts mehr zu sehen, sie ist vollständig überbaut. Eine große Scheibe auf einer Wiese, das war alles was den Ort kenntlich macht. Sie zeigte einen Ausschnitt des Stadtplanes, in den die Umrisse der Festung hinein projiziert waren. Wie dieser Ort Teil einer Welterbestätte werden konnte, ist mir ein Rätsel.

Quer durch die Insel Richtung Süden liegt Faaborg, ein kleines Hafenstädtchen, wo Fischfang zu Hause ist. Leider gab’s davon wenig zu sehen. Nur eine Bude am Hafen hatte geräucherten Fisch zu verkaufen. Die Eigenart des Städtchens liegt auf der Straße vor den Häusern. Zumindest vor den alten Fachwerkhäusern waren viele Stockrosen zu sehen, die die Bewohner offensichtlich sehr lieben.

Hier hab ich auch mal eines der in Dänemark üblichen Lastenfahrräder erwischt, die, anders als in Deutschland, beim Lastenteil zwei Räder besitzen, also deutlich stabiler gefahren werden können. Selbst die Kindergärtnerinnen fahren ihre Schützlinge gelegentlich darin spazieren.
Auch Fahrzeuge, die wir vielleicht als Krankenfahrstühle bezeichnen würden, sind hier sehr oft unterwegs, gesteuert auch von durchaus gesunden Menschen.
Und da auch Mopeds, mitunter sehr rasant, auf den Radwegen unterwegs sind, ist da ganz schön was los manchmal. Das macht mir beim Abbiegen, rechts wie links, zu schaffen, bin ich die Beachtung des Verkehres rechts von mir doch nicht gewohnt.

Und ehe ich nun nach Seeland, der nächsten Insel, gefahren bin, war ich in Nyborg, dem Hafenstädtchen am Beginn der Brücke über den großen Belt, noch einkaufen. Reste eines Schlosses haben sie da, am Rathaus war gerade eine Kundgebung von ein paar Leuten und am Hafen gibt nur noch es ein paar Neubauten und Sportboote seit die Fährschiffe hier nicht mehr anlegen.  

Die Insel Seeland, auf der auch Kopenhagen ist, war nicht sehr ergiebig für mich. In Borgring, der letzten Festung der Wikinger der Welterbestätte wurde gebaut und das Gelände war nicht zugänglich.
Der Dom von Roskilde ist Welterbe, das ich schon besucht habe, gehört aber gleichermaßen zur Straße der europäischen Backsteingotik. Er lässt sich immer noch schlecht fotografieren, weil nirgends genug Distanz zum Baukörper möglich ist. Trotzdem bleibt es ein bedeutendes Bauwerk, sind doch fast alle dänischen Könige hier begraben.
Einzig die Wikingerburg Trelleborg war sehr interessant für mich. Sie ist gewissermaßen der Hauptort der Welterbestätte. Nicht nur die Burg ist zu sehen, es gibt ein Modell der Anlage, ein Museum ist angeschlossen und ebenso der Nachbau einiger Wikingerhäuser, die sogar noch mit einigen Bewohnern bevölkert sind und im Stil der damaligen Zeit Handwerkstechniken vorführen. Wenn man sich für diese Burgen interessiert, reicht ein Besuch hier um einen guten Überblick zu bekommen.

Ja und zack, ist die Zeit in Dänemark schon wieder vorbei. Bei Odense werde ich nochmal übernachten, in Haderslev den Backsteindom besuchen und dann in Flensburg nochmals Jens treffen, ehe ich, Schwerin ist Welterbe geworden, langsam wieder Richtung Thüringen fahre………….

die Halbinsel Djursland…………

Mit Ebeltoft, einem kleinen Städtchen im Südosten der Halbinsel begann meine Rundfahrt. Einen Hafen voller historischer Segler hab ich dort gefunden. Die meisten aufgetakelt, also bereit zum Auslaufen, einige sogar zu besichtigen. Ich habe es aber bei einem Rundgang durchs Städtchen belassen, denn außer Schiffen gab es noch viele schöne alte Fachwerkhäuser zu sehen.

Die erste der prähistorischen Grabstätten war dann Dolmengräber aus der sog. Trichterbecher Kultur ca. 3200 v.Chr. Sie wurden von Angehörigen aus der Bauernsteinzeit errichtet. Menschen die gerade sesshaft geworden waren.
Ein komplett rekonstruiertes Grab ist zusehen, bei einem zweiten Grab nur der Dolmen und als drittes ein sog. Ganggrab, eine Gemeinschaftsgrabstätte. Alles schön hergerichtet, sind es Dänemarks ältetste Grablegen.

Etwas weiter von dieser Grabstätte bei Turstrup entfernt bin ich bei einer Wanderung auf nicht ausgegrabene Grabhügel aus der Bronzezeit gestoßen. Die waren so hoch, dass man von Ihnen einen schönen Überblick über die Gegend hatte. Leider geben das die Fotos nicht so wieder, wie ich das gesehen habe.

Eine dritte Grabstelle, das Porskäer Steinhaus ist, an anderer Stelle, die größte Einzelgrabstätte hier in der Gegend und stammt in etwa auch aus der gleichen Zeit wie die anderen Gräber.

Leider war das Schloss Rosenholm für Touristen auch nicht zu besichtigen, zumindest nicht zu der Zeit, da ich dort war. Es soll wohl das am besten erhaltene Wasserschloss Dänemarks sein. Nach den Bildern von Google gibt es wohl eine prachtvolle Renaissanceausstattung zu sehen.
Auf dem Parkplatz davor war für mich dann Sachsentag. Zwei Camper aus Dresden stellten sich zur gleichen Zeit mit dazu um das Schloss zu besichtigen. Da gabs natürlich einiges zu fachsimpeln, zumal einer auch mit einem T5 unterwegs war.

Aarhus die zweitgrößte Stadt Dänemarks hatte wenig Historisches zu bieten, eher moderne Bauten und einige Kunstmuseen, sodass ich einfach drum herum gefahren bin.

Heute nun bin ich zum historichsten Ort in Dänemark gefahren, Jelling. Hier stehen zwei Runensteine, deren einer Gorm, der erste König Dänemarks aufgestellt hat und der zweite stammt von Harald „Blauzahn“ seinem Sohn, der das Gebiet vom heutigen Dänemark, Teile von Norwegen und auch Schweden zum Königreich vereinte. Die Steine werden deshalb auch Taufscheine von Dänemark genannt. Das ist, glaub ich, für mich der richtige Einstieg in meine letzte Runde, die noch drei Rundburgen, eine auf der Insel Fyn und zwei auf der Insel Själland zu bieten hat.   

In Hadersleben ist dann nochmal Backsteingotik zu bewundern und dann wars das fürs Erste, aber nicht das letzte Mal, mit Dänemark………

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