Finale………..

vorgestern, am Sonnabend, war für mich ein besonderer Tag.

Zum einen habe ich da die letzte Welterbestätte in Südkorea, den Konfuzianischen Jongmyo Schrein, besucht und zu anderen war es der erste Tag seit dem 25.Juli, an dem es mal nicht 30 Grad warm war.

Aber der Reihe nach:
Am Dienstag hab ich in dem Hotel eingecheckt, in dem ich schon meine erste Nacht in Südkorea verbracht habe. Es liegt nicht weit vom Autovermieter und die U Bahn ist nur einen Steinwurf von Hotel entfernt. So konnte ich nach der Autoabgabe entspannt hier her laufen und die restlichen Welterbestätten in Seoul seither mit der U Bahn besuchen.
Das ist eine sehr preiswerte Variante. Es gibt einen Grundbetrag von 1550 Won, das ist ein knapper Euro und dann kommt noch ein Streckenbetrag dazu, bei dem ich bisher nicht mehr als 800 Won, knappe 50 Cent, bezahlt habe. Also max. 1,50 Euro für anderthalb Stunde Zugfahrt. Da kann man nicht meckern. Und angestanden wird genauso wie in Japan, also alles sehr gesittet und diszipliniert.

Angefangen hat es mit einer weiteren Festung, die Hwaseong Festung in Suwon südlich von Seoul. Sie wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, mehrmals zerstört, zuletzt im Koreakrieg und danach in mehreren Etappen wieder aufgebaut. Die Festung hat noch einen vorübergehenden Palast für den König, der vorbildlich rekonstruiert ist.
Die Festung erstreckt sich über mehrere Höhenzüge und die Festungsmauer hat eine Gesamtlänge von ca. 7 Km. Diese ist erhalten, Tore auch und ein Kommandoposten, von dem aus die Offiziere ihre Soldaten kommandierten, das sie einen guten Überblick über das Kampfgeschehen hatten.

Der Changdeokgung Palastkomplex, mitten in Seoul gelegen, war anderntags das Ziel. Er besteht aus zwei Teilen: einem problemlos zugänglichen Teil mit der Thronhalle und anderen dem König vorbehaltenen Räumen und den verbotenen Gärten mit den weiteren Räumlichkeiten für den König. Letztere sind nur mit terminierter Führung zu betreten und sind weit vorher ausgebucht. Diese habe ich also nicht besucht, eine koreanischsprachige Führung wollte ich mir nicht antun.
Aber auch so machte der Palast einen gewaltigen Eindruck auf mich. Palast bedeutet ja hier in Asien nicht ein großes mehrstöckiges Gebäude in der alle Funktonen eines Königshofes untergebracht sind, sondern die Gebäude sind ebenerdig und nur für eine Funktion gedacht. Entsprechend viele Gebäude braucht man für die verschiedenen Funktionen. Demzufolge ist der Palast ein Riesenareal mit vielen verschiedenen Gebäuden und Höfen. Und diese Gebäude besitzen jeweils noch einmal einen eigenen Namen. In einem davon, dem Nakseonjae Komplex, einem neueren Gebäudekomplex, hat übrigens Prinzessin Deakhye, der letzte Spross der Königsfamilie bis zu ihrem Tod im Jahre 1989 gelebt.

Meine letzte Welterbestätte, den Konfuzianischen Jongmyo Schrein, wollte ich eigentlich erst am Montag besuchen. Da er aber Wochentags nur mit Führung zugänglich ist, bin ich kurzentschlossen vorgestern zum Sonnabend losgezogen. In der Nähe befindet sich eines der Stadttore des alten Seoul, das Heunginjimun, das „Tor zur aufsteigenden Güte“. Es ist kein Welterbe, aber immerhin Teil der Geschichte Seouls: Es war nur eine U Bahn Station weiter zu fahren. Im 14. Jahrhundert erbaut, hat es viele Zerstörungen hinnehmen müssen, ist aber immer wieder neu entstanden.
Und der konfuzianische Jongmyo Schrein war nicht weit entfernt zu Fuß zu erreichen., Es ist der Hauptschrein der Joseon Dynastie und Gedenktafeln für jeden König sind dort verwahrt. Wie jeder konfuzianische Schrein, den ich auf meiner Reise bisher besucht habe, waren auch hier die Schreine verschlossen. Die Anlage ist sehr gepflegt und viel besucht. Touristen aus aller Welt sieht man hier.

Ggestern sollte der letzte Tag ohne Regen sein. Eigentlich wollte ich häuslich bleiben, bisschen in der Umgegend schauen, aber dann bin ich nochmal losgezogen. Ein weiteres Stadttor Sungnyemun stand auf dem Programm. Es waren sogar Wachen aus vergangener Zeit aufgezogen, hatte ich ein Glück. Auch dieses Tor war oft zerstört und wurde immer wieder aufgebaut. Mit uralten Bilder vom Tor ist mir dessen lange Geschichte bewusst geworden.
Und später stand noch der Seoul Tower auf dem Programm. Ein bisschen Seoul von oben hatte ich ja schon von der Festung Namshansaseong aus gesehen. Aber hier war hoffentlich mehr zu sehen. Google Rezensionen sprachen von schlechten Bildern durch die Scheiben des Towers und so bin ich garnicht erst hochgefahren. Die Aussicht vom Fuße des Towers war überwältigend, vor allem vor dem Hintergrund der gewaltigen Bergketten im Hintergrund.

Und nun sitze ich im Hotel und schreibe diesen, meinen letzten Bericht und der Himmel weint, weil ich übermorgen Südkorea verlasse…………

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen