die Welterbestätten westlich von Tokio………

Shirakawa, der Ort steht stellvertretend für zwei weitere Orte, Ogimachi und Gokayama. Hier gibt es eine ganz spezielle Bauernhausarchitektur zu bewundern. Weit ab von der übrigen Welt entwickelte sich in der Abgeschiedenheit der Berge eine spezielle Bauweise, die Gassohäuser.
Die Winter waren hart, Schnee gab es viel, also baute man die Dächer steil, damit der Schnee abrutschte. Das sah aus wie zum Gebet gefaltete Hände, im japanischen der Begriff „Gasso“. Wirtschaftliche Grundlagen waren Hirse und Buchweizen, Reis konnte an den steilen Hängen nicht angebaut werden, die Seidenraupenzucht und das Pflanzen von Maulbeerbäumen. Man lebte sehr zurückgezogen. Erst in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts traten die Bewohner verstärkt in Kontakt zur Außenwelt, da waren aber schon viele Häuser nicht mehr vorhanden, man wollte ja ein moderneres Haus haben. Anfang der 90iger Jahre existierten gerade mal noch 25 Häuser dieses Typs und diese wurden unter strengen Schutz gestellt. Ähnlich den Bauernhaus Museen in Deutschland, wurden auch hier Häuser in einem Freilichtmuseum zusammengetragen und bleiben erhalten. Leider ist es jedoch so, dass außerhalb des Museums der Kommerz überwiegt und vieles dem Denkmalschutz geopfert wird.

Ich bin dann in den Bergen noch bis Matsumoto gefahren und dann war plötzlich die Luft raus. Ich brauchte eine Auszeit und so hab ich kurz entschlossen ein Zimmer in einem Ryokan für zwei Tage gebucht. Ein Ryokan ist ein traditionelles Gasthaus, an den meistens ein Onsen, ein Bad, gespeist von einer heißen Quelle, angeschlossen ist. Es sollte wohl eine Wissenschaft sein, war aber am Ende eine schöne, entspannende Angelegenheit.
Man kommt in das Gebäude und zieht erstmal die Schuhe aus. Die werden in ein Regal dort gestellt. Im Zimmer zieht man auch noch die bereitgestellten Pantoffeln aus und läuft barfuß.
Der Onsen hat sein eigenes Ritual. Nach Geschlechtern getrennt, bewegt man sich völlig nackt und wäscht sich erstmal an Sitzduschen und dann legt man sich in das 39 bis 40 Grad heiße Wasser und genießt die Entspannung, solange es einem gefällt.

Aber heute ist die schöne Zeit vorbei und der Alltag hat mich wieder.
Erstmal noch drei Welterbestätten immer Richtung Norden und dann vielleicht ein Treffen mit dem Neffen und seiner Frau, die nächste Woche einfliegen…………..

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