nach Norden……..

heute ist Feiertag, der 15.August ist in Südkorea Tag der Befreiung, 1945 war das. Das Gute hier ist, dass der Feiertag nachgeholt wird, wenn er auf ein Wochenende fällt. Das ist dann eben nächsten Montag. Mal sehen, ob da die Läden geschlossen sind.

Der Tempel von Tongdosa war nach Busan an der Reihe. Dort gab es eine Freifläche hinter dem Tempel zur Pristerordination. Hab ich so noch nicht gesehen.

Bei Ulsan stand eine Welterbestätte auf dem Programm, die mal nicht aus vielen Teilstätten bestand. Die Petroglyphen entlang des Bangucheon Flusses. Die Menschen der Stein- und Bronzezeit verewigten hier ihren Alltag durch Felsritzungen. An zwei Stellen war einiges interessantes zu sehen. Das interessante soll wohl hier Darstellungen der Waljagd sein, die älter als die aus Norwegen sein sollen.
Übernachtet hab ich in Ulsan, eine Stadt, die mal noch keine so hohen Wohnhäuser aufzuweisen hat. Dafür hatte mein Hotel ein Parkhaus in seinem Inneren. 10 Etagen hoch, jeweils rechts und links wurden die Autos mit einem Fahrstuhl verstaut und kamen, bereit zur Ausfahrt, auch wieder unten an.

Weiter Richtung Pohang bin ich in das Gebiet des Königreiches Silla gekommen, das zweite Große, dass von 54 v.Chr. bis ca. 980 n.Chr. neben den Königreich Baekje bestand. Hier gab es zunächst die Grotte von Seokguram, die um einen Buddha im Gebirge gebaut worden ist und der dazugehörige Bulguksa Tempel. Dieser hatte ein goldenes Schwein als Bronzefigur in einem Hof. Wer es streichelte, soll wohl Glück haben. Beide Stätten waren, trotz Regen, gut besucht und hier sind mir viele Touristengruppen aufgefallen, die entweder Spanisch oder Portugiesisch Sprachen.
Der Hauptstadt des Silla Königreiches bin ich dann in Gyeongju begegnet. Hier sind es 5 Gebiete in denen Überreste ausgegraben wurden. Die Königsgräber, der Palastbereich mit einer Sternwarte, ein Viertel mit Tempeln, der heilige Berg Mt. Namsan und der Festungsgürtel um die Stadt. Insgesamt wird hier auf vielen Flächen noch ausgegraben und große Bereiche der ehemaligen Stadt sind als Erholungslandschaft gestaltet. Der Zugang ist fast überall kostenlos, hin und wieder wird etwas Parkgebühr fällig. Man merkt, Südkorea bemüht sich, die Geschichte und Tradition zu bewahren und seinen Bürgern nahe zu bringen.

Hier in Pohang nun findet sich ein erster Teil der historischen Dörfern Hahoe und Yangdong, das Dorf Yangdong. Das stammt aus der Zeit nach den 3 Reichen, aus dem 14./15. Jahrhundert, der Zeit der Joseon Dynastie, in der der Konfuzianismus vorherrschend war. Deswegen findet man auch hier konfuzianische Akademien.

Heute ist nun Ruhetag in Pohang. Ich hab mir die Stadt ein bisschen angeschaut und einkaufen war ich noch. Heute Abend will ich nochmal an den Hafen, der am Japanischen Meer liegt. Gestern am Fluss war schon eine beeindruckende Kulisse eines beleuchteten Stahlwerkes zu sehen.
Und morgen will ich dann einen großen Satz Richtung Norden machen und fast die halbe Strecke nach Seoul zurücklegen. Dort gibt es die letzten Teilstätten der Bergklöster und der konfuzianischen Akademien zu sehen und damit hätte ich dann 10 Welterbestätten besucht. Die noch fehlenden fünf befinden sich in Seoul und die werde ich mit der Metro besuchen…………

15.August 2026

Busan………

die zweitgrößte Metropole Südkoreas nach Seoul.

Sie vereinigt einige Superlative in sich. Der wichtigste Seehafen im Westjapanischen Meer ist hier, Busan ist eine Filmstadt und richtet ein bedeutendes Filmfestival aus, die Biffstreet ist die angesagteste Einkaufsmeile der Stadt und besitzt auch eine Art Walk of Fame und schließlich hat das Guinessbuch der Rekorde das Shinsegae Einkaufszentrum 2009 als das weltweit größte Einkaufszentrum gelistet.

Nachdem ich in Daesong das letzte Gaya Tumuli besucht hatte, dort gab es erstmals ein ausgegrabenes Grab zu sehen und Statuen von lebensecht gestalteten Kriegern, hab ich mich in Busan gründlich verfahren. Die V Hotelkette betreibt wohl einige Häuser hier und so bin ich zum richtigen Hotel nochmal eine Stunde durch die Stadt gefahren. Ich war näher am Wasser und ein Aussichtsturm war sogar fußläufig zu erreichen.

Den Turm habe ich dann am nächsten Tag als erstes besucht. Viel touristisches drumherum, aber der Ausblick war traumhaft. Der Turm liegt auf einem Berg und ragt 140m in die Höhe. Da kann man gut die Stadt und die Landschaft, in der sie liegt überblicken.
Mit einer gut funktionierenden Subway bin ich anschließend für rund 1,- Euro, 1600 Won, quer durch die ganze Stadt zum Shinsegae Einkaufszentrum gefahren. Wenigstens von außen wollte ich das Gebäude mal sehen.
Abends war ich noch am Wasser, das vom Hotel aus nicht sehr weit war. Man hat da eine Brücke ins Wasser gebaut und ringsherum alles hübsch beleuchtet. Ein schöner Anblick zum Abschluss.

Nun hab ich den Wendepunkt meiner Reise erreicht. Jetzt geht es im Osten strickt nach Norden, hier sind noch einige Welterbestätten zu besuchen und heute steht ein buddhistisches Bergkloster auf dem Programm……

was ich am liebsten mache: ab in den Osten…….

nach Gwangju kam erstmal nicht viel und so bin ich bis Daegu gefahren. Das war ein ganz schöner Ritt, zumal zwei Teilstätten unterwegs zu besuchen waren:
einmal eine erste Stätte von den Gaya Tumuli. Vom 1. bis zum 6. Jahrhundert existierte der Gaya Bund im Süden Koreas. Kleine unabhängige Königreiche, eingeklemmt zwischen dem Baekje Königreich im Südwesten und dem Silla Königreich im Südosten. Der Bund hatte umfangreiche Handelsbeziehungen in Ostasien und strahlte dadurch auch politisch und kulturell weit über seine Region hinaus. Übrig blieben die Tumulistätten, also Gräberfelder, mit Grabhügeln besetzt, die für alle 7 Königreiche eine kulturelle Identität darstellen.

Zum zweiten wieder eine konfuzianische Akademie. Ein Uralter Baum stand davor, die Gebäude in sehr ursprünglichen Zustand und auch hier im Hintergrund Natur, ein Berg ragte auf.

Höhepunkt nicht nur für den Tag, sondern auch für meine Reise:
Der Haeinsa Tempel mit dem dazugehörigen Buddhistischen Kloster mitten in den Bergen. In diesem Kloster wird seit 1238 die sog. Tripitaka Koreana aufbewahrt. Es sind 81258 Holzplatten, in die alle, damals bekannten buddhistischen Schriften eingraviert sind. Der Aufbewahrungsort hat einen eigenen Namen: Janggyeong Panjeon. Die Aufbewahrung erfolgt bis heute ohne Verluste, weil der Ort optimale Bedingungen für die Lagerung bietet. Entsprechend hoch ist das Kloster frequentiert und die Hitze hat die wenigsten Besucher abgehalten.
Die Parkplätze sind am Museum ca. einen Kilometer weg vom Kloster. Der Weg war aber schon die erste inspirierende Erfahrung für mich. In Abständen hängen in den Bäumen Lautsprecher und mit Flötenmusik unterlegt rezitiert offensichtlich ein Priester Gebetstexte. Das wirkt im Wald dermaßen eindringlich und überirdisch, dieser Wirkung konnte ich mich nicht entziehen und ich bin ganz gebannt zu dem Tempel gelaufen.

In Daegu, eine Großstadt mit unzähligen Hochhäusern hab ich erstmal Pause gemacht. Einkaufen musste ich mal wieder, dabei hab ich zum ersten mal auf dieser Reise einen Gemüsemarkt gesehen und eine für mich neue Frucht, eine Art kleine Melone kennengelernt. War aber nicht so meins. An anderer Stelle bin ich in einen überdachten Markt geraten mit unzähligen Ständen. Der hätte überall auf der Welt sein können. Solche Märkte kenne ich von Kairo, Benghazi in Afrika aber auch von Queretaro in Mexiko oder Leon in Nicaragua.
In dieser Stadt hab ich auch zum ersten Mal gesehen, wie hier Hochhäuser gebaut werden. Auf engstem Raum wird die Baustelle eingerichtet und dann wächst das Haus in den Himmel. 35 Stockwerke hab ich mal gezählt. Ob das alles vermietet ist?

Auf einer zweiten Runde von Daegu aus hab ich auch noch zwei Gaya Tumuli Stätten und eine konfuzianische Akademie besucht. Mit dem zwei Gaya Stätten heute, auf dem Weg nach Changwon kann ich diese Welterbestätte wohl bald abschließen.
Und mit einem Bild vom Fischereihafen hier im Südchinesischen Meer verabschiede ich mich erstmal wieder……….

nach Südwesten……..

Lange hab ich mich nicht gemeldet und der Anfang war wohl etwas ungeordnet, deswegen jetzt erstmal der „Camper“:
Es ist ein ZOE von KIA glaub ich. Wenn drin die Liegefläche ausgebreitet wird, stoße ich mit dem Kopf an die Heckscheibe während die Füße fast die Frontscheibe berühren und da das in der halben Fahrzeughöhe stattfindet, ist nach oben kaum Luft und für meine Sachen ist kein Platz.
Und einen Campingplatz aufsuchen und zur Nacht bleiben ohne vorbuchen geht nicht, auf Parkplätzen übernachten ist auch verboten, also stand mein Plan schnell fest:
Ich fahre von Hotel zu Hotel und nutze das Auto nur zum fahren.

Ironie der Geschichte: hab ich vor genau 10 Jahren in Russland auch so gemacht.

Fast alle Welterbestätten in Südkorea bestehen aus mehreren Standorten und so war bisher kaum eine Welterbestätte abzuschließen.
Die Welterbestätten oder Teile davon sind meist kostenfrei zu besichtigen oder kosten höchstens 1 – 3 Euro, also 1000 bis 4000 Won. Das betrifft auch manche der angeschlossenen Museen. Parkplätze sind an den Stätten ausreichend kostenfrei vorhanden und die Anlagen sind toll in Schuss aber auch gut besucht.

Mit allen Standorten fertig bin ich mit Baekje, einem Königreich aus dem 2. bis zum 7. Jahrhundert n.Chr. Naturgemäß gibt es da nicht mehr viel. Einige Nachbauten sind zu sehen, das meiste ist archäologisch rekonstruiert und man braucht eine gute Vorstellungskraft.
Auch die Dolmenstätte an drei Standorten habe ich abschließen können. Von den bronzezeitlichen Grabstätten besitzt Südkorea die meisten auf der Welt, obwohl sie auch in Europa und Amerika vorkommen.

Das einkaufen geht für mich jetzt auch ganz gut. Es gibt eine Kette, „Lotte Mart“ heißt die, und ist internationaler aufgestellt als die meisten Supermärkte hier. Sie ist ziemlich oft verfügbar und für mich genau das Richtige.

Wettermäßig läuft es für mich jedoch gerade nicht so gut. Die nächsten 10 Tage sind Temperaturen weit über 30 Grad vorhergesagt. Auch wenn das vielleicht nochmal anders wird, ist es doch eine große Belastung für mich. Gestern hab ich z.B das erste Mal einen Schirm als Sonnenschutz genutzt. Ist zwar bisschen komisch für mich, aber es hilft.

Und gestern habe ich Gwangju erreicht, die Stadt liegt im Südwesten von Südkorea und ist für mich der Umkehrpunkt nach Osten. Bis Busan, eine Hafenstadt im Südosten sind noch einige Teilstätten zu besuchen und Busan selbst will ich mir auch noch ansehen.

Nun hoffe ich mal für Euch, dass die Hitzewelle schnell vorbei geht …………..

und nun Südkorea……….

Am vorletzten Tag in Tokio war ich nochmal in der Innenstadt und da ist mir mitten in der größten Hektik dieser Tempel begegnet, ein Ort der Ruhe……

Der Flug war unspektakulär, ein Billigflug – nichts zu essen, nur zwei Stunden dösen……

Auch die Fahrt mit der Metro, hier Subway genannt, war nichts besonderes, ich konnte mich auch gut orientieren und hab alles gleich gefunden. Das Hotel, 14 Etagen, lag an einer Hauptstraße, aber mein Zimmer war ganz oben und so hab ich ruhig geschlafen.

Anderntags beim Campervermieter lief alles ruhig und freundlich ab. Nach einer Stunde Einweisung war alles erledigt und ich konnte los.

Ich wollte erstmal einkaufen, hatte aber erstmal nur Läden in der Innenstadt gefunden bei denen das Parken für mich nicht möglich war. Bisschen weiter draußen ging es dann einmal. Oft ist alles abgesperrt, rausfahren unmöglich oder sonst etwas. Der Verkehr läuft ruhig, auch weil aller paar hundert Meter ein Blitzer steht. Der wird in der Navi App, Südkorea hat da was eigenes, angekündigt und er redet auch mit Dir und zeigt die gemessene Geschwindigkeit im Navi an. Wie das geht???

Jedenfalls hat das Fahren Spaß gemacht und ich bin gleich in den ersten Stunden zu einer Teilwelterbestätte gefahren. Bronzezeitliche Dolmen, also Grabstätten waren zu sehen.

Dann bin ich aber erstmal ins Hotel, durchgeschwitzt wie ich war. Das lag in einer Satellitenstadt von Gimpo, die aus vielleicht 20 Stockwerke hohen Wohntürmen bestand. Gezählt hab ich die nicht. Es stehen immer so 10 bis 15 solche Türme beisammen und gruppieren sich um ein Zentrum mit unendlich vielen Gaststätten, Imbissen, Kaffees und anderen Lokalitäten.

Nach dem Einchecken bin ich nochmal los um ein auch bei uns bekanntes Möbelhaus zu besuchen. Und tatsächlich, der Kaffee war auch hier mit der Familiencard umsonst und das Köttbullar hat genau so geschmeckt wie bei uns.

Als Problem stellte sich die Geldbeschaffung heraus. Meine VISA Karte wird fast nicht akzeptiert, also kein Bezahlen möglich und auch kein Geldabheben. Ich bin mit der Subway eine halbe Stunde gefahren um am Flughafen nochmal Geld zu tanken. Mal sehen, was das noch wird.

Morgen früh breche ich nun in den Süden auf und ich hoffe, dass ich einigermaßen wohlbehalten hier durchs Land komme…….

Nun ist es fast vorbei……..

vorgestern hab ich nun den Camper wieder abgegeben.
Nach Sachen früh packen, voll tanken und vorn die Fahrerkabine aussaugen war ich dann 14:00 zur Abgabe bei Japan Campers. Das lief alles reibungslos und ohne Beanstandung und letztendlich hat mich der freundliche Mitarbeiter noch zum Hotel gefahren, nicht weit zum Bahnhof Narita.
Ein bisschen schwer ist mir der Abschied von meinem „Weihnachtsbus“ schon geworden, hat er mich doch 5935 km durch Japan gefahren.

Mein Hotel liegt ca. 900 m vom Bahnhof Narita entfernt. Wenn ich dahin gelaufen bin, ist bei den gegenwärtigen Temperaturen von ca. 37 Grad das Shirt schon mal durchgeschwitzt, aber das kennt ihr ja selbst.

Gestern hab ich erstmal die Bahnfahrerei hier erkundet. Eigentlich ganz einfach, es gibt eine Entfernungstafel mit Preisen, die von der jeweiligen Station gelten und die gibt man am Automaten ein und schon kann die Fahrt beginnen. Bis ins Zentrum Tokio´s bin ich 90 min gefahren und das Ziel war eine letzte Welterbestätte, das Museum westlicher Kunst, errichtet von le Corbusier, einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Das Gebäude liegt in einem Park mit noch anderen Museen und ist sehr gut besucht. Mich hat jedoch die Architektur, nicht die Ausstellungen interessiert und so bin ich anschließend noch ein wenig durch die umliegenden Straßen geschlendert. Gaststätten für alle Geschmäcker und Geldbeutel, Automatenspiele und Einkaufstempel lösen sich ab, bunt, grell, laut und vor allem viel Plastik sieht man.
Für die Heimfahrt mit dem Zug war ich nun schon Profi und es ging reibungslos. Ein Supermarkt lag noch am Weg und so war auch die Verpflegung gesichert.
Zu Hause bin ich noch ein wenig durch Narita gelaufen und habe doch tatsächlich einen buddhistischen Tempel dabei entdeckt, der schön erhalten war und offensichtlich noch gut in Gebrauch ist.

Heute sollten es nun Dinge von oben sein um einen Überblick zu gewinnen.
Am Weg lag der Tokio Skytree, ein Fernsehturm mit zwei Aussichtsplattformen in 350m und 450m Höhe, an dessen Fuß sich eine halbe Stadt aus Gaststätten und allerlei Geschäften etabliert hat. Die Aussicht ist bei Touristen sehr beliebt und entsprechend überlaufen. Mit einigem Aufwand an Personal läuft alles zügig und ohne große Wartezeiten ab und die 4 Aufzüge mit je 40 Personen Kapazität haben pausenlos zu tun. Oben angekommen hats mir erstmal den Atem verschlagen ob des Ausblickes. Das Häusermeer scheint grenzenlos. Es war zwar Sonnenschein, aber der Hintergrund war diesig und so hat sich der Fuji versteckt. Man kann nicht immer Glück haben.

Blieb dann noch Tokios berühmteste Kreuzung , die Shibuya Kreuzung. Hier wird der Verkehr komplett angehalten und die Fußgänger können wie gehabt oder auch diagonal die Kreuzung queren. In Stoßzeiten, vor allem abends sollen wohl manchmal bis zu 2.500 Personen gleichzeitig loslaufen. Heute Mittag waren es aber nicht annähernd so viel.

Das wars nun aus Japan, das nächste mal werde ich mich aus Südkorea melden…………….

und langsam geht es zu Ende………

in Hiraizumi habe ich zweimal übernachtet. Zum Einen besuchte ich noch eine Teilstätte der Meiji Industrierevolution in den Bergen. Eisenerz wurde lange verhüttet dort um später daraus Schiffe zu bauen. Reste von drei Hochöfen aus Granit waren zu sehen.

Hiraizumi hatte im 11. und 12. Jahrhundert mal den Status der Hauptstadt eines Kaiserreiches im Norden. Drei dieser Kaiser herrschten hier, dann war es schon wieder vorbei. 1189 wurde die Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Die Herrscher wollten nach der buddhistischen Lehre vom Reinen Land ein Paradies auf Erden schaffen und ließen um Tempel und Schreine herum Gärten anlegen, die auf den heiligen Berg Mt. Kinkeisan ausgerichtet waren. Zwei dieser Gärten sind wieder rekonstruiert worden, die anderen Beiden sind archäologisch noch nicht erfasst. Ein goldener Tempel hat die Zerstörung von 1189 überlebt und kann in einem eigens errichteten Haus besichtigt, aber nicht fotografiert werden.

Der Neffe mit seiner Frau war mittlerweile auch in Japan eingetroffen. Die Beiden wollen diesmal Hokkaido unsicher machen. Auf ihrer Fahrt in den Norden machten sie in Sendai Pause. Und da das sowieso meine Richtung war, haben wir uns dort zum Frühstück getroffen.

Ich bin dann weiter zur Insel Sado an der Westküste nochmal. Die Fährüberfahrt war mal was ganz Neues für mich. In der zweiten Klasse gabs nur Teppichbelag auf dem Fußboden und jeder lagerte sich, wie es ihm gefiel. Viele schliefen am Ende.

Auf Sado wurde seit dem 12. Jahrhundert Gold abgebaut und Japan war deshalb im 17. Jahrhundert der größte Goldproduzent der Welt. Das ist aber seit 1989 Geschichte, als das letzte Bergwerk geschlossen wurde.

Wichtiger als meine letzte Welterbestätte war aber die Tatsache, dass auf der Insel die bekannte Taiko Trommelgruppe KODO ihren Sitz hat. Es gibt ein Besucherzentrum, das ich besuchte und auch die großen Trommeln mal ausprobierte.
Leider gabs nicht mal Bachis, die Trommelstöcke des Taiko, um als Erinnerungsstücke mit nach Deutschland zu fliegen.

Am nächsten Dienstag gebe ich den Camper wieder ab und so fahr ich jetzt noch einmal quer durch Japan an Tokio vorbei und als Ausgleich für den Anfang mal durch wunderschöne Landschaft……….

und nun in großen Schritten in den Norden……

in Tomioka existiert noch eine Rohseidenfabrik, deren Anfänge in den 1870iger Jahren lag.
Seide war weltweit gefragt und die Produzenten in Japan achteten eher auf Masse, statt auf Qualität. Um verheerende Folgen für die japanische Wirtschaft abzuwenden wollte die japanische Regierung einen Musterbetrieb aufbauen und beauftragte damit den Franzosen Paul Brunat. Es sollte auf Qualität geachtet und gleichzeitig Fachkräfte ausgebildet werden. Die Maschinen dazu kamen, wen wunderts, aus Frankreich und der Betrieb lief bis 1987. Danach wurde er Museum und zum nationalen Kulturgut erklärt. Hatte er doch seit seinem Bestehen entscheidend zur Hebung des Qualitätsniveaus japanischer Seide beigetragen und damit einen großen Beitrag zum Weg Japans in das Industriezeitalter geleistet. Bestandteil der Stätte ist neben der Fabrik eine Musterfarm, eine Ausbildungsstätte und eine
Kühleinrichtung für Seidenraupeneier um die längere Zeit zu lagern. Bei der Kühlanlage angekommen, wurde mir erklärt, dass dies nicht zugänglich sei, da ein Bär in der Gegend sein „Unwesen“ treibe. Nicht mal in Kanada habe ich eine Welterbestätte wegen eines Bären nicht besuchen können.

Es gibt eben immer ein erstes mal.

Die Parkplätze um das Gelände der Fabrik waren begrenzt und so bin ich mit der einzigen Vorortbahn, die es dort gibt ins Zentrum von Tomioka gefahren. Bei dem Bahnbetrieb habe ich noch nie soviel Formalismus erlebt. Den einzigen Bahnsteig, den es für den Zug gibt bewachten zwei Schaffner und die ließen mich erst drauf so 5 min vor Abfahrt. Dabei stempelten sie meine Fahrkarte ab. Zusteigen im Zug konnte ich nur an der ersten Tür und drinnen stand der Zugführer und kontrollierte nochmal. Am Ende der Fahrt sammelte der Zugführer die Fahrkarten von allen Passagieren wieder ein. Was das soll………..

Nächstes Ziel war Nikko das einen großen Bezirk heiliger Tempel und Schreine hat. Der buddhistische Tempel geht auf 766, als ein Mönch die ersten Bauten ausführen ließ. Zwei Shintoschreine kamen im laufe der Zeit dazu und viele Pilger kamen. Heute umfasst der Tempelbezirk ca. 50 Hektar am Fuße der Nikko Berge, die als heilig gelten. Zwei Besonderheiten gibt es hier. Da sind zum Einen die Schirmakazien, die Mönche im 17. Jahrhundert auf dem Gelände in großer Zahl pflanzten und heute einen Wald aus 400 Jahre alten mächtigen Bäumen bilden. Zum Anderen stammen von hier die sog. Nikkoaffen. Die sind heute in aller Welt und jeder kennt sie. Schnitzer habe den „Stall des heiligen Pferdes“ verziert um Kinder zu belehren: „nichts hören, nichts reden, nichts sehen“

Fukushima hatte ich gestern erreicht und dort bei fast 30 Grad die Nacht verbracht. Das war nicht so prickelnd und heute hoffe ich, noch Hiraizumi zu erreichen, meine letzte Welterbestätte hier im Norden……….

die Welterbestätten westlich von Tokio………

Shirakawa, der Ort steht stellvertretend für zwei weitere Orte, Ogimachi und Gokayama. Hier gibt es eine ganz spezielle Bauernhausarchitektur zu bewundern. Weit ab von der übrigen Welt entwickelte sich in der Abgeschiedenheit der Berge eine spezielle Bauweise, die Gassohäuser.
Die Winter waren hart, Schnee gab es viel, also baute man die Dächer steil, damit der Schnee abrutschte. Das sah aus wie zum Gebet gefaltete Hände, im japanischen der Begriff „Gasso“. Wirtschaftliche Grundlagen waren Hirse und Buchweizen, Reis konnte an den steilen Hängen nicht angebaut werden, die Seidenraupenzucht und das Pflanzen von Maulbeerbäumen. Man lebte sehr zurückgezogen. Erst in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts traten die Bewohner verstärkt in Kontakt zur Außenwelt, da waren aber schon viele Häuser nicht mehr vorhanden, man wollte ja ein moderneres Haus haben. Anfang der 90iger Jahre existierten gerade mal noch 25 Häuser dieses Typs und diese wurden unter strengen Schutz gestellt. Ähnlich den Bauernhaus Museen in Deutschland, wurden auch hier Häuser in einem Freilichtmuseum zusammengetragen und bleiben erhalten. Leider ist es jedoch so, dass außerhalb des Museums der Kommerz überwiegt und vieles dem Denkmalschutz geopfert wird.

Ich bin dann in den Bergen noch bis Matsumoto gefahren und dann war plötzlich die Luft raus. Ich brauchte eine Auszeit und so hab ich kurz entschlossen ein Zimmer in einem Ryokan für zwei Tage gebucht. Ein Ryokan ist ein traditionelles Gasthaus, an den meistens ein Onsen, ein Bad, gespeist von einer heißen Quelle, angeschlossen ist. Es sollte wohl eine Wissenschaft sein, war aber am Ende eine schöne, entspannende Angelegenheit.
Man kommt in das Gebäude und zieht erstmal die Schuhe aus. Die werden in ein Regal dort gestellt. Im Zimmer zieht man auch noch die bereitgestellten Pantoffeln aus und läuft barfuß.
Der Onsen hat sein eigenes Ritual. Nach Geschlechtern getrennt, bewegt man sich völlig nackt und wäscht sich erstmal an Sitzduschen und dann legt man sich in das 39 bis 40 Grad heiße Wasser und genießt die Entspannung, solange es einem gefällt.

Aber heute ist die schöne Zeit vorbei und der Alltag hat mich wieder.
Erstmal noch drei Welterbestätten immer Richtung Norden und dann vielleicht ein Treffen mit dem Neffen und seiner Frau, die nächste Woche einfliegen…………..

Auf Honshu nun wieder Nordwärts………

die Ostküste nach Süden war doch sehr reich mit Welterbestätten bestückt. Das ändert sich jetzt. An der Westküste sind die Stätten eher rar gesät. In Hagi gab es wieder einen Standort der Meiji Industrierevolution zu bewundern. Der frühe Schiffbau Mitte des 19. Jahrhunderts war hier stark. Nicht zuletzt wegen der Vorkommen von eisenhaltigen Sand, der hier verhüttet wurde um daraus u.a. Nägel für den Schiffbau zu fertigen.

Das Ziel am nächsten Tag war die Silbermine von Iwami. Vom 16. Jahrhundert an wurde dort Silber gewonnen. Das gewann erst an Schwung, als aus Korea ein neues Verfahren zur Abscheidung von Silber mittels Blei, das sog. Kupellationsverfahren, eingeführt wurde. Die Mine selbst ist nur zu erlaufen und man kann selbständig, ohne Führung die Mine besichtigen. – im Erzgebirge undenkbar – . Es stellte sich jedoch heraus, das es ein Stollen in gerader Richtung in den Berg ist, der auf der anderen Seite wieder herausführt. Es gibt eine schöne Bergarbeitersiedlung dazu, mit traditionellen Häusern und auch eine Einrichtung eines Hauses kann man bewundern.

Von Iwami aus bin ich dann quer über die Insel nach Yoshino, vorbei an Kobe und Osaka, gefahren. Viele Kilometer, nur weil ich in meiner Planung die Pilgerwege im Kii-Gebirge östlich von Nara nicht berücksichtigt hatte. Das hat mich sehr geärgert. Nun gut, zu dieser Stätte gehören die heiligen Orte Yoshino, Omine und Kumano Sanzan und Yoshino habe ich letztlich besucht. Eine Mischung aus Shintoismus und Buddhismus ist hier entstanden, die gut nebeneinander existiert. Viele der Stätten sind dabei miteinander durch Pilgerwege verbunden und auch die alten Hauptstätte Kobe und Nara gehören zu dem Wegenetz. In Yoshino kann man alte Shintoschreine und buddhistische Tempelanlagen besuchen. Einer dieser Tempel befand sich in einem tief eingeschnittenen Tal und beim Treppensteigen hörte ich schon mehrfach Töne wie aus einer Tuba. Es war ein junger buddhistischer Priester, der eine zum Blasinstrument umgebaute Muschel blies und dabei die am Wege liegenden Altäre reinigte. Auf Nachfrage durfte ich ihn fotografieren und er erklärte mir, das Buddha Schalentiere liebt, deshalb dieses Instrument.

Vorgestern war nichts aufregendes mehr. Haushalttag in Yokkaichi. Duschen, Wäsche waschen, die Welterbestätte Pilgerwege Posten und dann lange fahren bin Hakusan in den Bergen auf dem Weg zur nächsten Welterbestätte in Shirakawa. Alles Orte, von denen ich bis vor kurzem nicht mal im Traum dran gedacht hatte, einmal dort zu sein…….

PS von heute früh: irgendwas stimmt am Rechner nicht, sodass ich keine Bilder Posten kann, deshalb erstmal den Text ohne Bilder – leider –

PS 2: der Computer ist wieder heile und so sind jetzt hier auch Bilder zu sehen

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